Bernd Reuther (FDP) wird in den Bundestag über die Liste einziehen. Sabine Weiss (CDU) konnte ihr Direktmandat nicht verteidigen. © Berthold Fehmer
Meinung

Kopf-an-Kopf-Rennen auch in Schermbeck: Der Wähler schaut genau hin

Ein Abo auf Wählerstimmen hat die CDU in Schermbeck nicht. Denn der Wähler schaut genau hin, ob es um Bund oder Gemeinde geht. Die SPD kann sich hingegen freuen.

Es war ein außergewöhnlicher Corona-Wahlkampf – nicht nur im Bund, sondern auch im Wahlkreis Wesel I und in Schermbeck. Bei der Kommunalwahl ein Jahr zuvor hatte die SPD noch eine historische Schlappe in Schermbeck erlebt. Bei der Bundestagswahl liegt sie jetzt bei den Zweitstimmen in Schermbeck nur noch 3,3 Prozentpunkte hinter der CDU – bei den Erststimmen 8,4.

Für CDU-Kandidatin Sabine Weiss gab es in diesem Wahlkampf keinen Rückenwind aus Berlin. Die „Sie kennen mich“-Kanzlerin Angela Merkel stand nicht mehr zur Wahl. Ähnlich wie Merkel im Wahlkampf 2017 hatte Weiss auf ihre politische Erfahrung im Wahlkampf hingewiesen, um den SPD-Kandidaten Rainer Keller auf Distanz zu halten. Das ging schief.

Bundestrend hilft Rainer Keller

Dass Rainer Keller im Wahlkreis Wesel I die Mehrheit der Stimmen erzielen konnte und damit in den Bundestag einzieht, hat er aber wohl ebenso eher dem Bundestrend zu verdanken, auch wenn er das selbst anders sieht. Seinen „Heimvorteil“ konnte der Schermbecker Dirk Zerressen für Die PARTEI in seinem Heimatort ausspielen. Dass es im gesamten Wahlkreis nicht für mehr gereicht hat, dürfte wohl niemanden überrascht haben.

War die Wahl für die CDU in Schermbeck ein Warnschuss? Im Schermbecker Wahlergebnis steckt viel Bundestrend – aber dem hatte die CDU nicht viel entgegenzusetzen.

Über den Autor
Redaktion Dorsten
Berthold Fehmer (Jahrgang 1974) stammt aus Kirchhellen (damals noch ohne Bottrop) und wohnt in Dorsten. Seit 2009 ist der dreifache Familienvater Redakteur in der Lokalredaktion Dorsten und dort vor allem mit Themen beschäftigt, die Schermbeck, Raesfeld und Erle bewegen.
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Berthold Fehmer