Kulturstiftung steht vor vielen Veränderungen

Personell und inhaltlich

„Man muss nicht an einem Amt kleben.“ Mit diesen Worten hat Brigitte Straus (70) den Vorsitz in der Kulturstiftung Schermbeck „aus persönlichen Gründen“ zum Jahresbeginn niedergelegt. Die Stiftung steht nun nicht nur vor personellen, sondern auch strukturellen und inhaltlichen Veränderungen.

Schermbeck

, 19.01.2016, 17:52 Uhr / Lesedauer: 1 min

Elf Jahre war Straus in Schermbeck im Einsatz für Kunst und Kultur, stemmte mit ihren Mitstreitern etwa 2010 die „Local Heroes“-Woche der Kulturhauptstadt sowie Großveranstaltungen wie das Kneipenfestival „Mi in Motion“. In seiner Sitzung am 27. Januar (Mittwoch) will der Rat Brigitte Straus für „ihre außergewöhnliche Einsatzbereitschaft und die unzähligen Arbeitsstunden in ihrem elfjährigen Ehrenamt“ danken. Sehr froh, sagt Bürgermeister und Kuratoriumsvorsitzender der Kulturstiftung, Mike Rexforth, sei er, dass Straus sich bei der Stiftung weiterhin um Abrechnungen, Kasse und Verträge kümmern wolle – „nur eben nicht mehr an vorderster Front“.

Auch Friedhelm Koch, Wirtschaftsförderer der Gemeinde, wird wohl nicht mehr lange stellvertretender Vorsitzender der Stiftung sein. „Er wird dafür fast keine Zeit mehr haben“, sagt Rexforth, der die Kultur eher im Ressort von Tourismusmanagerin Birgit Lensing angesiedelt sieht.

Zinserträge

Problematisch für die Kulturstiftung ist wie für andere Stiftungen die Entwicklung der Zinserträge. 2004 hatten Volksbank und Verbandssparkasse Wesel jeweils 100 000 Euro als Kapital zur Verfügung gestellt, aus deren Zins-Erlös die Kulturstiftung ihr Programm bestritt. Angesichts langfristiger Niedrigzinsen sank der Spielraum. „Und wenn man dann noch 400 bis 500 Euro Versicherungsbeiträge zahlen muss…“, bleibe nicht viel übrig, so Koch.

Breiter aufstellen

Für Rexforth steht fest, dass die Kulturstiftung neu und breiter aufgestellt werden müsse und etwas mehr Geld erhalten müsse. Dazu sei er bereits in Gesprächen, etwa auch, was eine Kooperation mit dem Gemeindemarketing „Wir sind Schermbeck“ betrifft. Rexforth glaubt, „dass auch das Angebot grundsätzlich überdacht werden muss“. Zum einen müsse es für einen Querschnitt der Schermbecker Bevölkerung interessant sein. Auch, dass die von der Stiftung geförderte Kultur in Schermbeck stattfinden müsse, sei überdenkenswert. Was spreche dagegen, mit dem Bus zu Konzerten in der Umgebung zu fahren oder mal die Buchmesse zu besuchen, so Rexforth. 

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