Lippeverband investiert 10,7 Millionen Euro

Kläranlagen-Sanierung

10,7 Millionen Euro will der Lippeverband in den Umbau und die Vergrößerung der Kläranlage an der Alten Poststraße in Schermbeck investieren. Mitte 2020, so Projektleiter Andreas Dudzik, sollen die Arbeiten beendet sein.

Schermbeck

, 18.09.2015, 17:29 Uhr / Lesedauer: 2 min
10,7 Millionen Euro will der Lippeverband in die Sanierung und Vergrößerung der Schermbecker Kläranlage stecken.

10,7 Millionen Euro will der Lippeverband in die Sanierung und Vergrößerung der Schermbecker Kläranlage stecken.

Im Bau- und Liegenschaftsausschuss am Donnerstagnachmittag erläuterte Dudzik die Planungen, die im laufenden Betrieb umgesetzt werden sollen. „Wir werden eigentlich alles ziemlich auf links drehen“, sagte Dudzik. Arbeiten seien auf dem gesamten Gelände nötig, da die Anlage, die seit Beginn der 1970er-Jahre sämtliche Abwässer reinigt, die auf Gemeindegebiet anfallen, einen hohen Sanierungsbedarf aufweise, so Dudzik. Für 16 000 „Einwohnerwerte“ ist die Kläranlage ausgelegt. Also so viel Abwasser, wie 16 000 Einwohner produzieren würden. Angesichts von rund 13 500 Einwohnern sollte dies für Schermbeck genügen, allerdings werden auch die Abwässer des Gewerbegebiets aufbereitet. Zusätzliche Baugebiete und Firmenansiedlungen in den vergangen Jahren machen nun die Erweiterung nötig.

Fünf Bauabschnitte

Fünf Bauabschnitte sind geplant. Im ersten Abschnitt sollen Nachklärbacken, Rücklaufschlammpumpwerk und Rohrleitungen erneuert werden. Anschließend werden das Betriebs- und das Rechengebäude, in dem die mechanische Reinigung des Abwassers erfolgt, umgebaut. Im dritten Bauabschnitt wird ein Nachklärbecken zum Belebungsbecken umgebaut, wo Bakterien die Reinigung unter Luftzufuhr übernehmen. Der vierte Schritt ist der Neubau des Überschussschlammpumpwerks und der Abbruch des so genannten „Essener Beckens“, das derzeit noch als Belebungsbecken eingesetzt wird. Im fünften Bauabschnitt werden der Faulbehälter, der Sandfang und die Vorklärung saniert.

Schwefelgeruch "wie faule Eier"

Winfried Hardt (BfB) fragte nach, ob sich durch die Vergrößerung der Anlage die Geruchsbelästigung für Anwohner erhöhe. Der Schwefelgeruch, „wie faule Eier“, entstehe, so Dudzik, vor allem, weil das Abwasser im Gemeindegebiet oft lange unterwegs sei. Deshalb habe man den Einbau einer „Black Box“ vorgezogen, die seit vier Wochen den Schwefelwasserstoff absauge, der dann mit einem Aktivkohlefilter gereinigt werde. Es sei eher von einem Rückgang der Geruchsbelästigung auszugehen. Anwohnern und Interessierten will der Lippeverband bei einer Infoveranstaltung am 15. Dezember im Rathaus die Pläne erläutern. Auf die Frage von Thomas Pieniak (BfB), ob und wie die Schermbecker an der 10,7 Millionen Euro Investitionssumme beteiligt würden, sagt Dudzik: „Schermbeck wird nur betroffen sein im Zuge der allgemeinen Kostensteigerung der Umlage des Lippeverbands.“

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