Mehr Ladestationen für Autos geplant

Förderantrag

Eine öffentliche Ladesäule für Elektroautos gibt es in Schermbeck am Rathaus. Obwohl die Station nur wenig genutzt wird, kann sich die Verwaltung vorstellen, weitere Ladesäulen im Gemeindegebiet zu errichten.

Schermbeck

, 15.09.2017, 17:35 Uhr / Lesedauer: 2 min
Mehr Ladestationen für Autos geplant

2015 wurde die erste und bislang einzige Schermbecker Ladestation für Elektroautos am Rathaus eröffnet von Wirtschaftsförderer Friedhelm Koch, den RWE-Kommunalbetreuern Heinrich Tenk und Dirk Krämer, Bürgermeister Mike Rexforth und Christoph Wilmen vom Gebäudemanagement. Sehr viel genutzt wird die Ladesäule nicht, aber die Gemeinde plant dennoch weitere Ladestationen im Gemeindegebiet.

Einen entsprechenden Antrag hatten die Bürger für Bürger (BfB) gestellt. Im Planungsausschuss begründete dies Klaus Roth auch mit der Gedanken, dass sich Schermbeck so auch touristisch in den Mittelpunkt stellen könne, wenn es gelinge, die Ladesäulen gut zu verteilen. So könne er sich etwa in Gahlen eine Ladestation am Hotel vorstellen, oder auch eine am Gelände des SV Schermbeck, wo es genügend Publikumsverkehr gebe. „Wir könnten da eine Vorbildfunktion einnehmen, indem wir hier nach vorne denken“. Möglichst kostenfrei solle dies aber für die Gemeinde sein, fügte Roth hinzu.

Eigenanteil

Bürgermeister Mike Rexforth antwortete, dass er Roth Recht gebe, dass solche Ladestationen auch als Baustein des Tourismus betrachtet werden könnten. Zusammen mit der Firma „innogy“ habe man einen Förderantrag gestellt, um fünf oder sechs Ladesäulen errichten zu können. „Der Eigenanteil liegt bei 40 bis 60 Prozent“, sagte Rexforth und diesen könne man vielleicht mit dem Unternehmen teilen, falls der Förderantrag positiv beschieden werde. Falls es nicht gelinge, für die Restkosten Sponsoren zu finden, müsse man darüber nachdenken, die Deckungslücke aus Mitteln des Haushalts zu schließen.

Förderbescheid abwarten

Ladeinfrastruktur ebenso wie die dazugehörige Netzplanung, betonte Rexforth, „ist nicht unser Hauptgeschäft“. Er schlug vor, den Entscheid über den Förderantrag abzuwarten, und zudem das Thema beim noch einzustellenden Klimaschutzmanager zu verorten. Dass es bei einer endgültigen Entscheidung über zusätzliche Ladestationen unterschiedliche Meinungen geben könnte, wurde in der anschließenden kurzen Diskussion deutlich. Uwe Karla (CDU) sagte etwa, dass Säulen nur dort gebaut werden sollten, „wo es Sinn macht anzuhalten. Also nicht auf der grünen Wiese“. Jürgen Trick (Grüne) schlug hingegen vor, über ein ähnliches Modell wie in Kirchhellen nachzudenken, wo eine solche Ladestation am Brabecker Weg direkt neben einem Windrad stehe. „Windräder haben wir ja jetzt auch einige in Schermbeck.“ Vielleicht könne man am Lühlerheim über ein solches Modell nachdenken.

"Jetzt nicht viel Geld ausgeben"

Heinrich Hemmert (CDU) hingegen warf ein, dass man jetzt nicht viel Geld für eine Infrastruktur ausgeben solle, die vielleicht in zwei Jahren überholt sein könnte. „Wenn es wirklich mal boomt mit den E-Autos, dann brauchen wir eine ganz andere Infrastruktur. Bei den Ladezeiten müssten zunächst Werte von 10 bis 20 Minuten erreicht werden. Jürgen Trick (Grüne) pflichtete bei, dass derzeit längst nicht alle elektrisch fahrenden Autos schnellladetauglich seien. Auf seine Nachfrage Karlas bestätigte Rexforth, dass zunächst nur öffentliche Flächen im Gespräch seien. „Wir konnten ja nicht im Vorfeld über private Flächen verfügen.“

Werbung für Ladestation

Klaus Roth, der sich erfreut darüber zeigte, dass bereits erste Schritte in Richtung seines Antrags unternommen wurden, wies darauf hin, dass die derzeit nur mäßig genutzte Ladesäule am Rathaus weder auf der Internetseite der Gemeinde, noch in der Tourismusbroschüre auftauche. „Man könnte sie werbewirksamer in die Öffentlichkeit bringen.“ Diesem Vorschlag stimmte Rexforth zu. Die Entscheidung über zusätzliche Ladesäulen wurde vertagt, bis Ergebnisse aus dem Förderantrag vorliegen.

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