Mike Rexforth bleibt Schermbecks Bürgermeister - der Rat wird bunter

rnKommunalwahl 2020

Der alte Bürgermeister ist auch der neue Bürgermeister: Mike Rexforth (CDU) schafft es bei der Kommunalwahl, sein Ergebnis von 2014 zu verbessern. SPD und BfB stürzen hingegen ab.

Schermbeck

, 13.09.2020, 22:29 Uhr / Lesedauer: 2 min

11.891 Schermbecker waren zur Wahl aufgerufen, 7615 nutzten dieses Recht. Das bedeutet eine Wahlbeteiligung von 64,85 Prozent (2014: 62,9%). Beim allgemeinen Trend zur Briefwahl nutzten insbesondere die Schermbecker diese Möglichkeit der frühzeitigen Stimmabgabe: 3873 wählten per Brief. Wenig ereignisreich gestaltete sich auch deshalb der Tag in den Wahllokalen.

2014 hatte sich Mike Rexforth bei seiner ersten Bürgermeisterwahl noch mit 57,21 Prozent durchgesetzt. Allerdings hatte er damals auch nur zwei Gegenkandidaten - dieses Mal waren es drei. Trotzdem schaffte es der Amtsinhaber, sein Ergebnis auf 60,6 Prozent zu steigern.

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„Dann setzte das Bauchgrummeln ein“

„Bis 17 Uhr war ich noch entspannt, dann setzte das Bauchgrummeln ein“, gestand Rexforth am Abend bei der Wahlpräsentation für Parteien- und Medienvertreter im Rathaus. Das Bauchgrummeln legte sich schnell, als die ersten Ergebnisse aus den Wahllokalen eintrudelten. Rexforth zeigte sich erleichtert. Die Bürger hätten ihre Wertschätzung gezeigt, auch angesichts der vielen Herausforderungen, die in seiner Amtszeit angestanden hätten. „Ich hätte auch nicht gewusst, wo ich noch mehr Energie hätte geben können“, so Rexforth: „Ich freue mich auf die nächsten fünf Jahre.“

Klaus Roth (BfB), der bereits 2014 gegen Rexforth antrat und damals auf 17,47 Prozent kam, musste mit nun nur noch 8,76 Prozent sogar Politik-Neuling Timo Gätzschmann von der jungen Partei „Die Partei“ (9,51 Prozent) den Vortritt lassen. Stefan Steinkühler (Grüne) landete mit 21,14 Prozent auf dem zweiten Platz und war enttäuscht. An den Wahlkampfständen hätten er und seine Mitstreiter mehr Wechselstimmung verspürt, als das Wahlergebnis nun gezeigt habe. „Wir wollten die absolute Mehrheit brechen - das hat nicht funktioniert.“ In den Wahlbezirken wurden alle CDU-Kandidaten direkt in den Rat gewählt.

CDU weiterhin stärkste Kraft im Rat

Die CDU bleibt bei der Wahl des Gemeinderats mit 49,54 Prozent stärkste Kraft, aber erneut unter der 50-Prozent-Marke (2014: 49,9 Prozent). Zweitstärkste Fraktion sind die Grünen mit 15,05 Prozent (2014: 11,0%). Wahlverlierer sind die SPD mit 9,22 Prozent (2014: 22,1 %) und die BfB mit 6,52 % (2014: 12,5%).

„Erschüttert“ sei er über die Wahlniederlage, sagte SPD-Fraktionsvorsitzender Dieter Michallek sichtlich geschockt. Man brauche nun neue Leute und müsse das Profil schärfen, sagte Daniela Schwitt (SPD), die sich mit 73 Jahren erneut engagiert hatte, um die personellen Lücken zu schließen. „Es fehlt das frische Blut.“

„Raketenstart“ der Partei „Die Partei“

Die FDP erhält 5,89 Prozent (2014: 4,6%), womit Vorsitzender Simon Bremer gut leben konnte. „Sehr zufrieden“ zeigte sich „Die PARTEI“-Bürgermeisterkandidat Timo Gätzschmann über den „Raketenstart“: 10,34 Prozent bei der Ratswahl bedeuten, dass die junge Partei aus dem Stand nun drittstärkste Kraft im Rat ist. „Zukunft Schermbeck“ kommt auf 3,3 Prozent.

Auf Kreisebene lagen die endgültigen Ergebnisse zum Redaktionsschluss noch nicht vor. Klar wurde allerdings, dass sich weder Ingo Brohl (CDU) mit rund 36 Prozent noch Peter Paic (SPD) mit rund 31 Prozent entscheidend durchsetzen konnten. Eine Stichwahl zwischen den beiden Landratskandidaten muss nun zeigen, wen die Bürger im Kreis in den nächsten fünf Jahren als Landrat wollen. Bei der Kreistagswahl konnte sich die CDU mit rund 32,5 Prozent vor die SPD mit rund 30 Prozent setzen. Die Grünen kommen auf rund 19 Prozent. Es folgen die AfD mit rund 5,6 Prozent und die FDP mit rund 5,5 Prozent der Stimmen.

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