Nachbarschaftsberatung nach zehn Jahren vor dem Neustart - „Team steht unter Erfolgsdruck“

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Als Pionierprojekt wurde die Nachbarschaftsberatung vor zehn Jahren in Schermbeck gestartet. Andere übernahmen das Konzept - in Schermbeck lief einiges schief. Jetzt erfolgt der Neustart.

Schermbeck

, 17.12.2019, 16:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Nachbarschaftsberater sollen besonders Senioren helfen, die im eigenen Haus oder in einer Wohnung leben. Nach dem Motto „ambulant vor stationär“ sollen sie über die Berater Hilfsangebote vermittelt bekommen, damit sie möglichst lange selbstbestimmt wohnen können.

Dabei sind die Berater geschulte Ehrenamtler. Für die Koordination war eine halbe Stelle vorgesehen. Das Problem in Schermbeck: Durch Babypausen und aus anderen Gründen wechselten die Koordinatorinnen - Konstanz wollte sich nicht einstellen. Ein weiteres Problem: Die Finanzierung war oft nur für wenige Jahre gesichert, die Stelle war immer befristet.

Neustart nach anderthalb Jahren

Seit April 2018 liegt die Nachbarschaftsberatung in Schermbeck brach. Jetzt soll der Neustart erfolgen. Wie, das erklärten am Dienstag Jürgen Orts (Geschäftsführer des Diakonischen Werks des Kirchenkreises Wesel), Theo Lemken (Vorstand Stiftung Lühlerheim) und Pastor Dieter Hofmann von der Evangelischen Kirchengemeinde Schermbeck.

Als Kooperationspartnerschaft haben sich die drei Organisationen mit ihrem Konzept in einem Auswahlgremium der LEADER-Region Lippe-Issel-Niederrhein durchgesetzt und sollen nun Träger werden. Die Politik in Schermbeck stimmte dem im Hauptausschuss zu, wenngleich die politische Zustimmung schwindet. „Wir haben bisher zum Projekt gestanden, jetzt muss ein neues Konzept her“, forderte Michael Fastring (SPD).

Vom „letzten Versuch“ in Schermbeck sprachen die drei Vertreter der Partnerschaft am Dienstag. Der Koordinator/die Koordinatorin soll besser eingebunden werden. Das Büro wird im Evangelischen Gemeindehaus angesiedelt. Kontakte zum Netzwerk Schermbeck ergeben sich da fast zwangsläufig. Einige Netzwerker haben bereits als Nachbarschaftsberater gearbeitet. Auch mit hauptamtlichen Kräften im Pflegebereich, in Arztpraxen und anderen solle mehr Austausch stattfinden, so Orts.

„Das Team steht nun unter Erfolgsdruck“

Tätigkeitsberichte der Nachbarschaftsberater wurden oft von der Politik eingefordert, selten aber gegeben. Das werde sich ändern, so Orts, der Transparenz verspricht. Hofmann: „Das Team steht nun unter Erfolgsdruck.“

Die bisherige Fluktuation bei der Koordinatorenstelle kann man sich nun nicht mehr leisten. Orts stellt sich vor, idealerweise einen Bewerber aus eigenen Reihen zu finden, der so Stunden aufstocken könne. Er will die Stelle für drei Jahre ausschreiben. Orts: „Ich bin kein Freund von Dauerbefristungen und Kettenverträgen.“

Transparent ist Orts auch, wenn er sagt: „Spätestens im zweiten Jahr muss die Tendenz erkennbar sein, dass die Finanzierung über die Kommunalgemeinde gesichert ist.“ Das sei in den anderen Kommunen wie Hünxe oder Hamminkeln längst so, sagt Lemken.

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