Napoleon ließ die Herrstraße bauen

SCHERMBECK Die neue Ausstellung im Heimatmuseum befasst sich mit dem Bau der heutigen Bundesstraße 58 und ihrer ehemaligen Führung mitten durch den Schermbecker Ortskern.

von Von Helmut Scheffler

, 06.05.2008, 18:23 Uhr / Lesedauer: 1 min
Heimat- und Geschichtsvereinsvorsitzender Hans Zelle (2.v.l.) führte die Besucher durch die Ausstellung, die sich mit dem Bau der heutigen Bundesstraße 58 befasst.

Heimat- und Geschichtsvereinsvorsitzender Hans Zelle (2.v.l.) führte die Besucher durch die Ausstellung, die sich mit dem Bau der heutigen Bundesstraße 58 befasst.

Montagnachmittag wurden der Öffentlichkeit die Exponate vorgestellt, die sich mit dem Bau der Straße in der napoleonischen Zeit befassen. Die Führung durch die Ausstellung übernahm der Vorsitzende des Heimat- und Geschichtsvereins, Hans Zelle. Im Erdgeschoss und im Obergeschoss des Museums wird der Verlauf der von Napoleon als Staatsstraße Nummer 1 ausgewiesenen Straße in Karten vorgestellt. Die Arbeit wurde, wie es die in einer Vitrine gezeigte Brunn`sche Chronik belegt, im Raum zwischen AltSchermbeck und Wulfen zunächst in Form von Hand- und Spanndiensten verrichtet, später durch ein Unternehmen.

Kostenlose Überlassung

Für den Bau der Straße verlangte der französische Staat die kostenlose Überlassung von Grund und Boden. Die Grundstückseigentümer mussten auch die Kosten der Straßenvermessung vornehmen. Erst nach 1815, als der niederrheinisch-westfälische Grenzraum wieder preußisches Territorium wurde, erhielten die betroffenen Grundstückseigentümer eine Entschädigung.

Postkutsche

Die Napoleonstraße wurde auch von der Postkutsche und der reitenden Post benutzt. Die Ausstellung zeigt die Kopie einer Fahrkarte für die Strecke zwischen Schermbeck und Haltern. Schermbecker und Holsterhausener Bürger stellten Fotos und Luftbilder von der Straße zur Verfügung, insbesondere vom Freudenberg. Um der Ausstellung ein wenig französisches Flair zu verleihen, werden in den Vitrinen etwa eine Schmuck- und Pillendose aus der Zeit um 1810 gezeigt und eine Schmuckdose mit Emailmalerei. Ebenso ein vom Dorstener Walter Biermann geliehener Pionierdegen aus napoleonischer Zeit und ein Signalhorn aus dem Jahre 1810, das der Schermbecker Kurt Weisner zur Verfügung stellte.  

Die Ausstellung bleibt bis zum 1. Dezember im Museum in der Steintorstraße 17 und kann sonntags zwischen 10 und 13 Uhr kostenlos besichtigt werden. Sonderführungen für Gruppen ermöglicht Hans Zelle nach telefonischer Voranmeldung unter Tel. (02853) 47 09.

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