Neue Leitung für Ludgerus-Gemeinde - Bistum unterläuft „Lapsus“

rnSt. Ludgerus

Wie soll die Leitung der Ludgerus-Gemeinde künftig organisiert werden? Das steht nun fest - wobei dem Bistum Münster bei einem Bericht zum Thema ein „Lapsus“ unterlief.

Schermbeck

, 10.11.2020, 11:33 Uhr / Lesedauer: 2 min

Drei Tage nach einem knappen Bericht auf der Homepage des Bistums Münster über das neue Leitungsformat für die Pfarrei St. Ludgerus in Schermbeck fand eine Pressekonferenz am Sitz des Kreisdechanten Stefan Sühling in Wesel statt, an der auch der Ludgerus-Pastor Xavier Muppala, Pfarreirats-Vorsitzende Christine Wolf und Desirée Kaiser als künftige Pastoralreferentin teilnahmen.

Dabei sollte ein Bericht des Bistums konkretisiert werden, durch den sich ein Teil der Ehrenamtler ein wenig übergangen fühlte. Mit Erstaunen hatten die Schermbecker festgestellt, dass im Bistumsbericht über das neue Leitungsformat der Name des Schermbecker Pastors Xavier Muppala nicht auftauchte.

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„Das ist sicher ein Lapsus“, kommentiert dies Stefan Sühling: „Selbstverständlich gehört Herr Muppalla dazu.“ Sühling ist Pfarrverwalter der Ludgerus-Gemeinde und Leiter des Kirchenvorstands seit Juli, nachdem Pastor Klaus Honermann in den Ruhestand trat. Warum konnte Pastor Xavier Muppala trotz siebenjähriger Arbeit in der Gemeinde nicht leitender Pfarrer in St. Ludgerus werden? Sühling weist darauf hin, dass im Bistum Münster ein leitender Pfarrer nur derjenige werden kann, der im Bistum inkardiniert wurde.

Zusammenlegung kein Thema

Somit stand für Schermbeck kein leitender Pfarrer zur Verfügung. Das Problem hätte auch durch Zusammenlegung mit einer anderen Gemeinde gelöst werden können. Doch dazu war die Zahl der Schermbecker Gemeindeglieder zu groß. Mit gegenwärtig 5.135 Gliedern hat die Ludgerusgemeinde von der an vielen anderen Stellen registrierten Schrumpfung nichts mitbekommen. „Die Schermbecker Gemeinde sollte selbstständig bleiben“, so Sühling.

Die seelsorgerische Leitung in der Ludgerus-Gemeinde teilen sich Pastor Muppala und Desirée Kaiser, die am 16. November ihren Dienst in Schermbeck antritt. Kaiser ist Nachfolgerin der Pastoralreferentin Birgit Gerhards. In dieser Funktion kann sie nach gegenwärtig geltenden kirchlichen Bestimmungen keine Leitung einer Kirchengemeinde übernehmen, weil sie eine Frau ist.

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Auch im seelsorgerischen Bereich ist sie eingeschränkt tätig. Die Durchführung der sieben kirchlichen Sakramente (Taufe, Eucharistie, Firmung, Ehe, Buße, Weihe und Krankensalbung) darf sie laut Kirchenordnung nicht übernehmen. Dafür bleibt Pastor Muppala zuständig. Eine Fülle von Aufgaben im Umfeld der Sakramente kann Desirée Kaiser allerdings übernehmen.

Diakone helfen mit

Im seelsorgerischen Bereich werden Muppala und Kaiser durch die Diakone Karl Haßlinghaus und Ekkehard Liesmann unterstützt. Bei der Umsetzung des im Jahre 2018 begonnenen Projektes „Zukunftsplan“ gibt es eine begleitende Unterstützung durch zwei Referenten des Bistums Münster.

Eine indirekte Hilfestellung zur Vermeidung von Überbelastungen in der Seelsorge durch den Abbau einer Stelle sieht Pfarreivorsitzende Christine Wolf im neuen Zukunftsplan. Schon in den ersten Gesprächen habe man signalisiert, dass Ehrenamtler stärker eingebunden werden sollen. „Es wird sicherlich manche schmerzenden Eingriffe geben“, stellt sie fest. Es gehe um den stärkeren Blick auf das, was zu den zeitgemäßen Bedürfnissen der Menschen gehört.

„Ich freue mich auf die Stelle“

„Kirche ist nicht etwas, was fest auf dem Papier steht“, stimmte Desirée Kaiser der Feststellung Christine Wolfs zu. Bei ersten Besuchen in Schermbeck habe sie bemerkt, wie groß Enthusiasmus und Engagement der Ehrenamtler sei. „Ich freue mich auf die Stelle.“ Am ersten Adventswochenende wird sie in den Gottesdiensten offiziell vorgestellt: „Es ist ein sehr idyllisches und sehr gepflegtes Städtchen.“

Am Sonntag (15.11.) wird Desirée Kaiser von der St.-Josef-Gemeinde in Moers feierlich verabschiedet. Dort war die 29-jährige gebürtige Essenerin ab 2016 Pastoralassistentin, seit dem 1. August 2019 Pastoralreferentin.

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