Meike Unland, Kilian Schnieder und Thorsten Gonska (v.l.) aus der Akademie Klausenhof stellten das Programm „Verpasstes aufholen - Neues erleben" an der Gesamtschule Schermbeck vor. © Berthold Fehmer
Gesamtschule Schermbeck

Neues Angebot für Schüler zur Aufarbeitung der Corona-Folgen

Corona war und ist für Kinder und Jugendliche ein harter Einschnitt in ihrer Entwicklung. Mit Hilfsangeboten sollen die Gesamtschülerinnen und -schüler die Krise aufarbeiten können.

Lehrerin Heike Ahr bemerkt die Corona-Auswirkungen unter anderem im Mathe-Unterricht: „Wenn ich vor Corona eine Aufgabe gestellt habe, haben 80 Prozent der Klasse angefangen zu arbeiten. Diese Prozentzahl ist kleiner geworden. Einige wissen nicht, wie es losgehen soll.“

Konzentrationsprobleme, Schwierigkeiten, auf andere zuzugehen, das Umgehen mit Beziehungen und Konflikten, häusliche Gewalt, belastende Familiensituationen, zu hoher Medienkonsum, Probleme mit Stressbewältigung, Ausgrenzung und Selbstorganisation: Nur eine kleine Auswahl von Effekten, die die Coronakrise auf Kinder und Jugendliche hatte. Wie sehr diese Generation betroffen ist, sei noch nicht klar, sagt Thorsten Gonska von der Akademie Klausenhof (Hamminkeln): „Es ist auch unsere erste Pandemie. Wir müssen gucken, wie wir das aufholen.“

Als Norbert Hohmann, Schulleiter der Gesamtschule, hörte, dass die Weiterbildungsakademie für ein Projekt an seiner Schule bereitstehe, „sagte ich: Wir sind dabei.“ Die Potenzialanalyse für Schüler beim Wechsel in den Beruf sei ein Beispiel für die bisherige hervorragende Zusammenarbeit.

Verlängerung ist möglich

Zwei Gruppen mit je 20 Schülerinnen und Schülern sollen ab November gebildet werden. Einmal für die Jahrgänge fünf bis sieben sowie für die von acht bis zehn. Die Gruppen sollen sich einmal in der Woche für 90 Minuten treffen. Zunächst bis Februar 2022, aber eine Verlängerung bis Ende 2022 sei möglich, da noch Fördergelder vorhanden seien, sagt Ellen Großblotekamp vom Schulamt.

„Verpasstes aufholen – Neues erleben“, heißt das Projekt, das der Klausenhof auch in Hamminkeln und Hünxe anbietet. Zunächst gehe es darum, den Bedarf zu erkennen, sagt Thorsten Gonska. Grundlage der Arbeit sei ein europäisches Projekt, an dem sich der Klausenhof ab 2017 beteiligte.

Orientieren will man sich an den Bedürfnissen und Wünschen der Schülerinnen und Schüler. Fachkräfte aus der ambulanten Jugendhilfe werden die Gruppen leiten, Bildungsreferenten bei Bedarf hinzugezogen. Die Schüler seien „die Experten für ihr eigenes Leben“, sagt Gonska. Einen Samstag sollen die Gruppen im Klausenhof erleben. Manche Themen seien eben nicht in 90 Minuten zu behandeln, so Gonska. Anmelden kann man sich unter Tel. (02852) 891332 oder per E-Mal an seminare@akademie-klausenhof.de .

Weitere Projekte gegen Corona-Folgen

Das Angebot der Akademie ist nur ein Teil der Projekte, die wegen Corona angeschoben wurden. In den zwei Wochen nach den Sommerferien sei es primär darum gegangen, die Schüler wieder in die Klassengemeinschaft zu holen, sagt Hohmann. Eine halbe Lehrerstelle sei zusätzlich genehmigt worden. Sozialkompetenztrainings werde man in allen Jahrgangsstufen von Mitte November bis zu den Osterferien mit der Kompetenzschmiede Bocholt durchführen, so Homann.

Was die schulische Seite betrifft, könne man nicht sagen, dass nach der Pandemie fachliches Wissen bei den Schülern fehle. „Manches ist an der einen oder anderen Stelle kürzer gekommen“, so Hohmann. Fremdsprachenunterricht am Rechner oder Naturwissenschaften ohne Experimente seien schwierig. „Der Unterricht heute ist aber kompetenz-, nicht mehr lernzielorientiert.“

Neuer Teppich für Bibliothek

Als „grandios“ bezeichnet Hohmann die Arbeiten in der Bibliothek der Schule. Der Teppichboden musste nach 30 Jahren „dringend“ gewechselt werden. In der ersten Ferienwoche sei am Donnerstag der Auftrag erteilt, am Montag der Teppich aus der Schweiz geliefert und bis Donnerstag vergangener Woche verlegt worden, so Hohmann. Nun müssten Regale und Bücher wieder an ihren Platz zurückgestellt werden, „dann kann die Bibliothek am Donnerstag wieder in Betrieb gehen.“

Einen neuen Teppichboden hat die Bibliothek der Schule bekommen.
Einen neuen Teppichboden hat die Bibliothek der Schule bekommen. © Berthold Fehmer © Berthold Fehmer

Auch ein Austausch der rund 30 Dachfenster in allen Gebäuden soll nun schnell erfolgen. Allerdings gebe es ein Problem. Hohmann: „Die Chips für die Steuerung der Außenrollläden bekommt man derzeit nicht. Die kommen irgendwann später.“

Über den Autor
Redaktion Dorsten
Berthold Fehmer (Jahrgang 1974) stammt aus Kirchhellen (damals noch ohne Bottrop) und wohnt in Dorsten. Seit 2009 ist der dreifache Familienvater Redakteur in der Lokalredaktion Dorsten und dort vor allem mit Themen beschäftigt, die Schermbeck, Raesfeld und Erle bewegen.
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