Neues Gotteshaus für indische Gemeinde

Unterstützung aus Schermbeck

Auf den Fotos, die Xavier Muppala als Pastor der Katholischen Kirchengemeinde Schermbeck inzwischen von seinen indischen Freunden bekommen hat, kann man schon erkennen, wie die neue Kirche aussehen wird, die derzeit dank der finanziellen Unterstützung aus Schermbeck errichtet wird. Im Herbst 2017 soll die Kirche im indischen Ort Agraharam eingeweiht werden.

Schermbeck

von Von Helmut Scheffler

, 01.01.2017, 17:03 Uhr / Lesedauer: 2 min

„Agraharam ist eine der Missionsstationen in meiner Heimat-Pfarrei Ponugodu“, berichtet Xavier Muppala, der seit September 2013 Pastor in St. Ludgerus ist. Die Menschen in Agraharam gehören zur Kaste der Dalits, der niedrigsten Stufe im indischen Kastenwesen. Von den mehr als 300 Familien, die im Ort leben, sind etwa 60 Familien Christen mit römisch-katholischer Konfession.

„Die bisherige Kirche in Agraharam ist viel zu klein und wenn es regnet, steht Wasser in der Kirche“, berichtet Pastor Muppala. Davon konnte er sich während eines Besuches im Januar 2014 überzeugen. Damals haben ihn die Bewohner gefragt, ob er nicht helfen könne. 30 000 Euro hat man nicht so schnell zusammen, und so überprüfte Pastor Muppala zunächst alle Möglichkeiten, bevor er während seiner Reise nach Indien im Januar 2016 zusagte, für die Finanzierung der geplanten Kirche zu sorgen.

10.000 Euro fehlen noch

Im März 2016 warb Xavier Muppala an der Eingangspforte der Ludgeruskirche für das Kirchbau-Projekt. Seither gab es jede Menge Unterstützung von kirchlichen Gruppen und Einzelpersonen. Die KAB und die Kolpingsfamilie spendeten ebenso Geld wie der Seniorenkreis und die KFD. Durch den Verkauf von indischen Spezialitäten durch den indischen Kochkreis beim „Marktplatz der Hilfe“ im November kam weiteres Geld hinzu. Inzwischen stehen 20.000 Euro zur Verfügung. Xavier Muppala ist zuversichtlich, dass die restlichen 10.000 Euro auch noch gespendet werden. Parallel zur Sammlung des Geldes wurde mit den Bauarbeiten begonnen.

20 Säulen

Am 10. Juli wurden die alten Gebäude abgerissen. „Männer und Frauen haben den Platz für den Bau vorbereitet“, berichtet Pastor Muppala. Am 20. Juli wurde der Grundstein gelegt. An diesem Tag wurde eine Messe gefeiert und das Gelände gesichert. Unter Beteiligung vieler Gemeindeglieder wurden zwei Meter tiefe Löcher für 20 Säulen gegraben. Das 70 Fuß lange und 30 Fuß breite Fundament-Mauerwerk aus gestampftem Lehm ragt deutlich über das umgebende Gelände hinaus, sodass die Kirche vor Überschwemmungen geschützt ist und den Dorfbewohnern Schutz bieten kann, wenn der Monsunregen für Hochwasser sorgt.

Bestens informiert

Pastor Muppala ist bestens informiert über den Baufortschritt. Jeden Morgen und jeden Abend hat er Kontakt mit dem Planer oder mit den Bauarbeitern, die ihm über die tägliche Arbeit berichten. Wenn er in diesem Monat für zwei Wochen nach Indien fliegt, kann er den Rohbau in Augenschein nehmen. Die neue Kirche soll auch als Gemeindezentrum dienen, weil es in der Pfarrei kein Pfarrheim gibt. Der Platz neben der Kirche soll so hergerichtet werden, dass er als Spielplatz genutzt werden kann, für die Veranstaltung des Kulturprogramms und für Feiern bei Taufen und Hochzeiten.

Am 19. November 2017 soll die Kirche eingeweiht werden. Eine Gedenktafel neben der Eingangstür wird an das Jubiläumsjahr der Ludgeruskirche im Jahre 2015 erinnern, außerdem an den 30. Dezember 1999, an dem Xavier Muppala in Indien zum Priester geweiht wurde. Bislang haben sich 25 Schermbecker gemeldet, die Pastor Muppala in der Zeit vom 8. bis 20. November nach Indien begleiten wollen. Anmeldungen sind über das Pfarrbüro der Ludgerusgemeinde oder direkt bei Pastor Muppala möglich.  

Wer das Projekt unterstützen möchte, kann unter Angabe des Verwendungszweckes „Kirchenbau Indien“ einen Geldbetrag auf das Konto der Kirchengemeinde St. Ludgerus bei der Volksbank Schermbeck überweisen, und zwar auf das Konto mit der IBAN DE 60 4006 9363 0101 005900; BIC GENODEM1SMB.

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