Ostergottesdienst aus der kleinen Dorfkirche in Gahlen wurde vom WDR live übertragen

Gottesdienst

Erst einmal zuvor hat Präses Manfred Rekowski bislang während eines Rundfunkgottesdienstes gepredigt. Nun wollte er das kirchengemeindliche Leben in einem Dorf wie Gahlen kennenlernen.

Gahlen

, 22.04.2019, 13:26 Uhr / Lesedauer: 2 min
Ostergottesdienst aus der kleinen Dorfkirche in Gahlen wurde vom WDR live übertragen

Die Rundfunksender WDR 5, NDR Info und Radio Berlin übertrugen am Ostersonntag einen Festgottesdienst aus der Gahlener Dorfkirche. © Helmut Scheffler

Die wenigsten Zuhörer, die am Ostersonntag um 10 Uhr die Radiosender WDR 5, NDR Info oder Radio Berlin eingeschaltet haben, werden zuvor jemals etwas von dem 2300 Einwohner zählenden Schermbecker Ortsteil Gahlen gehört haben. Deshalb begann der WDR-Rundfunkpfarrer Oliver Mahn den Ostergottesdienst in der Gahlener Dorfkirche mit dem Hinweis: „Gahlen, das ist ein kleines Dorf am Niederrhein. Nördlich vom Ruhrgebiet liegt es, genau an der Grenze zwischen Rheinland und Westfalen. Und mittendrin: die romanische Dorfkirche aus dem zwölften Jahrhundert.“

687 Kirchengemeinden, organisiert in 37 Kirchenkreisen, bilden die Evangelische Kirche im Rheinland (EKiR). Damit gehören rund 2,5 Millionen Gemeindemitglieder zur rheinischen Kirche. Oberstes Leitungsorgan ist die Landessynode. Ihr Vorsitzender und damit oberster Repräsentant und leitender Geistlicher ist Präses Manfred Rekowski.

Auf offenen Ohren gestoßen

Erst einmal zuvor hat der Wuppertaler Manfred Rekowski bislang während eines Rundfunkgottesdienstes gepredigt. Nach seinem Auftritt in Trier, der viertgrößten Stadt in Rheinland-Pfalz, wollte Rekowski diesmal das kirchengemeindliche Leben in einem Dorf kennen lernen. Beim Gahlener Pfarrer Christian Hilbricht fand der Präses im vergangenen Jahr offene Ohren.

Das letzte Wort hatten allerdings die Techniker des WDR. Sie mussten während eines Besuches im Lippedorf erst einmal feststellen, ob sich das Kirchengebäude überhaupt für eine qualitativ hochwertige Übertragung eines Gottesdienstes eignet. Als die Techniker grünes Licht gaben, konnte mit der Vorbereitung des österlichen Gottesdienstes begonnen werden, der unter dem Motto „Die Stimme, die ins Leben ruft“ stand.

Musikalische Beiträge

Für die Gestaltung der Liturgie konnte Pfarrer Christian Hilbricht den Presbyter Markus Scholten und das Gemeindemitglied Christiane Gandoy-Bürger gewinnen. Kirchenmusikerin Annelie Twachtmann bereitete mit dem 50 Jahre alten Kirchenchor Gahlen einige musikalische Beiträge vor.

Ihren sonntäglichen Dienst an der Orgel überließ sie Ludwig Wegesin, dem Kirchenmusiker der Münsteraner Erlöserkirche. Der Wuppertaler Pianist und Komponist Thorsten Schäffer konnte für die musikalischen Beiträge am E-Piano gewonnen werden, die Dorstener Musiklehrerin Dorit Isselhorst für Beiträge mit der Querflöte.

Ostergottesdienst aus der kleinen Dorfkirche in Gahlen wurde vom WDR live übertragen

Die Kanzel überließ Pfarrer Christian Hilbricht (l.) am Ostersonntag dem Präses Manfred Rekowski (r.). © Helmut Scheffler

Eine saubere Akustik und das exakte Einhalten der 60-minütigen Sendezeit waren die wichtigsten Eckpfeiler bei der Vorbereitung der Sendung. Deshalb fand am Ostersamstag auch eine Generalprobe in der Dorfkirche statt, bei der die dem Präses zugedachten Textpassagen von seiner Theologischen Assistentin Helga Schröck-Vietor übernommen wurden.

Gottesdienst vorgezogen

Die Gemeindeglieder wurden am Ostersonntag 20 Minuten vor dem Sendebeginn über den Ablauf der Sendung informiert. Der Gottesdienst wurde um 45 Minuten vorgezogen, um die Live-Übertragung zu ermöglichen. Weil in der Rundfunkübertragung das gesprochene Wort im Zentrum stehen sollte, entfiel an diesem Tag das Abendmahl. Dieses Abendmahl mit dem Teilen von Brot und Kelch wurde am zweiten Ostertag gefeiert.

Das Läuten der Glocken entfiel, weil das Geläut, mit dem die Radiohörer eingestimmt wurden, bereits am Tag zuvor aufgezeichnet worden war. Als nach dem Segen und dem Orgel-Nachspiel „Toccata Improvisation“ kurz vor 11 Uhr das rote Licht erlosch, gab es tosenden Beifall für den gelungenen Ablauf, bei dem es keine einzige Panne gab.

Dank von Pfarrer Hilbricht

Pfarrer Hilbricht dankte dem Präses für seine Predigt, in deren Mittelpunkt die Begegnung Mariens mit ihrem auferstandenen Sohn Jesus stand, den Musikern, allen Helfern und der Gemeinde, die vier Lieder aus dem Evangelischen Gesangbuch zur festlichen Gestaltung beigetragen hatte.

Die Radiohörer bekamen von dieser Danksagung nichts mit, erfuhren stattdessen, dass sie noch eine Stunde lang die Möglichkeit hätten, mit Reinhard Harfst, dem Pfarrer von der zur Evangelischen Kirchengemeinde Gahlen gehörenden Friedenskirche, telefonischen Kontakt aufzunehmen. Davon machten auch etliche Hörer Gebrauch.

CD bekommen

Eine CD mit der Aufzeichnung des Gottesdienstes erhielt Pfarrer Hilbricht vom Aufnahmeleiter Severin Roeseling und seinen Mitarbeitern Margret Weber, Michael Weber und Enrique Foedtke.

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