Pilotprojekt wird zur Dauereinrichtung

Mobile Wertstoffsammlung

Was als Pilotprojekt begann, soll eine feste Einrichtung werden. Die mobile Wertstoffsammlung habe sich in der Praxis als positiv erwiesen, berichtete Gerd Abelt vom Planungsamt der Gemeinde im Haupt- und Finanzausschuss am Dienstag. Einstimmige Zustimmung gab es von den Politikern.

Schermbeck

, 07.09.2016, 17:23 Uhr / Lesedauer: 2 min
Pilotprojekt wird zur Dauereinrichtung

Die Biotonne wurde 2015 in Schermbeck und soll nun wieder günstiger werden.

„Was noch verbessert werden muss, ist die Bekanntgabe in der Öffentlichkeit“, gab Klaus Schetter (CDU) zu bedenken. Dass jeder Schermbecker seinen sperrigen Müll auch aus dem eigenen Keller kostenlos abholen lassen kann, „scheint noch nicht weit verbreitet zu sein“, sagte Schetter. „Gerade für ältere Leute ist das sehr interessant.“ Nach einjährigem Pilotprojekt, an dem sich Schermbeck, Wesel und Hamminkeln sowie der Kreis beteiligten, ergab die Auswertung, dass der Erlös der gesammelten Wertstoffe die Kosten für Abholung und Entsorgung fast ausglichen. Pro Einwohner und Jahr betrugen die zusätzlichen Kosten nur 70 Cent.

„Tüte Nebel fangen“

Nicht nur Ulrike Trick (Grüne) ärgerte sich über die nach wie vor aktiven privaten Schrottsammler: „Man stellt die Dinge an den Straßenrand, dreht sich um, und dann sind sie weg.“ Thomas Heiske bemängelte, dass trotz vieler Angebote nach wie vor Müll in der Umwelt entsorgt werde und wünschte sich „bessere Sicherungsmaßnahmen“. „Da könnten wir genauso gut versuchen, eine Tüte Nebel zu fangen“, antwortete Bürgermeister Mike Rexforth. In Schermbeck könne man zwölfmal im Jahr Sperrmüll anmelden. „Hier muss keiner seine Küche im Wald entsorgen“, sagte Rexforth. Man müsse dafür werben, dass auch die Bürger ein wachsames Auge hätten, benötige aber kein zusätzliches Überwachungssystem. Eine Flächengemeinde mit 110 Quadratkilometern könne man nicht kontrollieren, pflichtete Rainer Gardemann (CDU) bei. Für hohe Geldbußen warb Klaus Roth (BfB). Michael Fastring (SPD) erinnerte daran, dass illegale Abfallentsorgung beim Kreis Wesel bereits mit Strafen von bis zu 50000 Euro belegt sei.

Biotonne

Einstimmig folgte der Ausschuss dem Vorschlag der Verwaltung zur Quersubventionierung der Biotonne. Statt 115 Euro sind für die Abfuhr einer 120-Liter-Biotonne im nächsten Jahr nur noch 60 Euro zu zahlen. Dafür verteuert sich die Restmüllabfuhr um etwa 4,5 Prozent. „Es war ein Versuch“, sagte Klaus Schetter (CDU) darüber, dass die Politik 2015 beschlossen hatte, verursachergerecht abzurechnen. „Wir haben schon damals gesagt, dass wir notfalls reagieren müssen.“ Er setze sich seit vielen Jahren für eine bürgerfreundliche Grünschnittabgabe ein, befürwortete Klaus Roth (BfB) die Quersubventionierung. „Damit wird unsere Gemeinde saubergehalten und nicht mehr so viel Grünschnitt abgekippt. 

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