Gegen ein Endlager für radioaktiven Müll auf Dorstener oder Schermbecker Gebiet richtet sich eine Stellungnahme, die auf Trinkwasservorkommen und Bergbautätigkeiten hinweist. (Symbolbild) © picture alliance / dpa
Atommüll

Planungsausschuss gegen Atommüll-Endlager in Dorsten oder Schermbeck

Ein Endlager für hochradioaktive Abfälle soll in Schermbeck und Dorsten verhindert werden. Eine Stellungnahme der Kommunen und der RWW wurde kurz vor der Abstimmung noch modifiziert.

Teile von Dorsten und Schermbeck sollen laut erster geologischer Betrachtung als mögliche Standorte für ein Atommüll-Endlager infrage kommen. So wie auch 52 Prozent der Fläche der Bundesrepublik. Als „nicht gerade prickelnd“ empfand nicht nur Planungsausschussvorsitzender Rainer Gardemann (CDU) am Dienstag die Aussicht auf ein Endlager in Dorsten oder Schermbeck.

Mit Dorsten und der Rheinisch-Westfälischen Wasserwerksgesellschaft (RWW) wollte die Schermbecker Verwaltung in einer frühen Stellungnahme auf Besonderheiten der beiden Orte hinweisen. Auf Aspekte, die gegen ein Atom-Endlager sprechen, in dem die Abfälle Hunderttausende Jahre Strahlung abgeben werden.

„Überschaubare“ Änderungen durch RWW

Abstimmungen zur Stellungnahme seien noch am Dienstagmorgen erfolgt, berichtete Planungsamtsleiter Rainer Eickelschulte. Die RWW hätten „überschaubare“ Änderungen für die Stellungnahme vorgeschlagen, so Eickelschulte, und ihre Unterstützung zugesagt. Dorsten habe signalisiert, dass man sich im Ausschuss ebenfalls mit dem Thema beschäftigen werde. Hingewiesen wird in der Stellungnahme auf die lokalen Trinkwasservorkommen sowie die Auswirkungen des Steinkohleabbaus.

Jürgen Trick (Grüne) sagte, dass mit der Standortsuche nun die Frage beantwortet werden müsse, „die jahrzehntelang verdrängt und verschoben wurde“. Allen, die nun aus Klimaschutzgründen die Atomkraft ins Spiel bringen wollten, müsse man sagen: „Dann ist noch mehr von dem Zeug da.“

Über den Autor
Redaktion Dorsten
Berthold Fehmer (Jahrgang 1974) stammt aus Kirchhellen (damals noch ohne Bottrop) und wohnt in Dorsten. Seit 2009 ist der dreifache Familienvater Redakteur in der Lokalredaktion Dorsten und dort vor allem mit Themen beschäftigt, die Schermbeck, Raesfeld und Erle bewegen.
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