Rehwild hat gerade nur „das Eine“ im Kopf - Was Autofahrer jetzt wissen müssen

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Die Paarungszeit beim Rehwild macht es laut Förster Christoph Beemelmans derzeit „unkalkulierbar“ für Autofahrer. Wann und wo man nun besonders gut aufpassen muss.

Schermbeck, Raesfeld

, 09.07.2019, 11:27 Uhr / Lesedauer: 2 min

Eigentlich sind Rehe „dämmerungsaktiv“. Doch im Juli und August ist in der Paarungszeit alles ein bisschen anders. Die Kreisjägerschaft Borken warnt Autofahrer: „Auch tagsüber folgt der Rehbock der Ricke seiner Begierde viele Kilometer und gönnt sich kaum eine Pause. Dabei queren sie häufiger als sonst unsere Straßen.“

Christoph Beemelmans, RVR-Revierförster in Schermbeck, kann das nur bestätigen. „Rehe sieht man sonst meistens an den Seiten der Straßen stehen. Doch jetzt kann es sein, dass alle gleichzeitig losrennen.“ Meistens gehe die Paarungszeit etwa bis zum 25. August. Durch die große Trockenheit rechnet Beemelmans damit, dass die Paarungszeit in acht bis elf Tagen dem Höhepunkt entgegensteuert.

„Bock vergisst die Gefahr“

„Voller Gedanken an seine Herzdame vergisst der Bock schnell die Gefahr, die von einer viel befahrenen Straße ausgeht. Um unnötiges Tierleid zu vermeiden, bitten Jäger gerade in dieser Zeit um erhöhte Aufmerksamkeit im Straßenverkehr!“, warnt Ludwig Fischer, zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit in der Kreisjägerschaft Borken.

Da das Rehwild seine Paarung auch gerne mal in die Mittagszeit, „selbst in der größten Mittagshitze“, verlege, müssten Autofahrer auch dann besonders gut aufpassen, so Beemelmans.

Zahl der Wildunfälle auf der B 224 gesunken

Die Zahl der Wildunfälle auf der B 224 in der Üfter Mark ist seit der Errichtung des Wildschutzzauns rapide gesunken. „Gott sei Dank“, sagt Beemelmans, der auch noch andere Zeiten kennt, in denen schwerste Unfälle jedes Jahr zu beklagen waren. Doch Beemelmans hat auch die Straßen Richtung Schermbeck oder Wulfen im Blick, die Waldränder, die Maisfelder, aus denen plötzlich ein liebestoller Bock hervorschießen kann.

Was zu tun ist bei einem Wildunfall

Falls es doch zu einem Unfall komme, solle man unbedingt die Polizei verständigen, so die Kreisjägerschaft Borken. Die Beamten kontaktieren dann den zuständigen Jagdausübungsberechtigen. „Auch wenn bei Ihrem Fahrzeug kein Schaden entstanden und das Tier weggelaufen ist, begehen Sie eine Ordnungswidrigkeit, wenn Sie den Unfall nicht melden“, so Fischer. Bei allen Paarhufern, dazu zählen Reh, Muffel, Wildschwein und die Hirscharten muss nach dem Landesjagdgesetz bei der Polizei gemeldet werden.

Die zeitnahe Suche angefahrener Tiere liege den Jägern sehr am Herzen, da die Tiere durch innere Verletzungen sonst oft qualvoll verenden. Deshalb gebe es in allen Jagdrevieren im Kreis Borken Hundegespanne, die zeitnah helfen können.

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