Rheinisch-Westfälischer Hof - „Wir dürfen uns nicht das Ortsbild verschandeln lassen“

rnRheinisch-Westfälischer Hof

Der zuletzt als Flüchtlingsunterkunft genutzte Rheinisch-Westfälische Hof soll verkauft werden. Doch die Politiker wollen die Entscheidung nicht nur vom Höchstgebot abhängig machen.

Schermbeck

, 14.01.2020, 17:47 Uhr / Lesedauer: 2 min

Im Bau- und Liegenschaftsausschuss machte Hubert-Große Ruiken deutlich: „Uns darf nicht ganz egal sein, was da hin kommt.“ Die traditionsreiche Gastwirtschaft war zu Zeiten der Flüchtlingskrise von der Gemeinde gekauft worden, um dort Flüchtlinge unterbringen zu können.

Mittlerweile leben dort keine Flüchtlinge mehr, sodass die Immobilie per Bieterverfahren verkauft werden soll. Ein Immobilienmakler soll dieses durchführen und vorher den voraussichtlichen Marktwert bestimmen. Die Verwaltung war in der Vorlage davon ausgegangen, dass das Bieterverfahren eine höchstmögliche Verkaufssumme bringen könne.

„Wir dürfen uns nicht das Ortsbild verschandeln lassen“

Große-Ruiken wies darauf hin, dass der Rheinisch-Westfälische Hof direkt neben der Ludgeruskirche liegt. Ein möglichst hohes Gebot könne auf der anderen Seite bedeuten, „dass es Dinge beinhaltet, die wir nicht gut finden.“ Zwar gelte Paragraf 34 des Baugesetzbuches, „aber auch Paragraf 34 kann hässlich sein“. Große-Ruiken: „Wir dürfen uns nicht das Ortsbild verschandeln lassen.“ Dazu solle die Verwaltung den möglichen Investoren erklären, „dass wir etwas erwarten“.

Ausschussvorsitzender Michael Fastring (SPD) sagte, dass vor einem Verkauf der Ausschuss die Sache vorgelegt bekomme. „Wenn der Preis unter aller Kanone ist, müssen wir uns als Ausschuss oder Rat überlegen, ob wir überhaupt verkaufen.“

Kernsanierung

Bürgermeister Mike Rexforth konnte diese Überlegungen nachvollziehen. Er habe bereits mit zwei Interessenten gesprochen, „die das Gebäude erhalten wollen“. Dann rede man über eine Kernsanierung. Das jetzige Gebäude füge sich gut in die Umgebung ein. Man werde dem zuständigen Bau- und Liegenschaftsausschuss unterschiedliche Varianten vorlegen.

Große-Ruiken schlug vor, den Beschlussvorschlag um den Passus zu erweitern, dass sich „der künftige Baukörper nach Art und Lage der Umgebung anpasst“. Letztlich einigten sich die Ausschussmitglieder auf eine Formulierung Rexforths: Der Bieter hat eine Planskizze vorzulegen, die Bestandteil des Vergabebeschlusses sein wird. Rexforth: „Wir entscheiden letztlich, in welche Richtung das gehen wird.“

Verkauf Mitte des Jahres

Auf Nachfrage von Johannes Ebbert (CDU) nach der Zeitschiene, sagte Große-Ruiken, dass man für ein Bieterverfahren etwa drei Monate benötige. Das Ziel sei, so Rexforth, dem Ausschuss in der letzten Sitzung vor den Sommerferien eine entsprechende Vorlage einzureichen - dementsprechend werde man die Fristen setzen. Dem stimmten die Ausschussmitglieder einstimmig zu.

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