Schermbeck auf dem zweiten Platz beim Kommunalranking im Kreis Wesel

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Auf dem zweiten Platz im Kreis Wesel landet Schermbeck beim „Kommunalranking NRW 2020“. Die CDU will Möglichkeiten finden, um noch besser abzuschneiden - man sei schon auf einem guten Weg.

Schermbeck

, 07.08.2020, 18:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Interessenvertretung der Arbeitgeber- und Wirtschaftsverbände in NRW, unternehmer nrw, hatte die Studie beim wirtschaftsnahen Institut iw consult in Auftrag gegeben. Das Ranking wurde deutschlandweit erhoben, über alle 10.554 Kommunen, um die NRW-Kommunen mit den besten in Deutschland vergleichen zu können. Das Ergebnis ist nicht allzu schmeichelhaft: Keine Kommune, auch nicht NRW-Spitzenreiter Monheim, schafft es unter die ersten 100.

Woran machten die Autoren der Studie ihr Ranking fest? Sie untersuchten vier Indikatoren mit drei bis sechs Unterpunkten. Wirtschaft (Breitbandversorgung, Gewerbesteuersätze, gemeindliche Steuerkraft, Patentanmeldungen), Arbeiten (Arbeitsplatzversorgung, Beschäftigtenrate Frauen, Wanderungen der 30- bis 50-Jährigen), Wohnen (Baugenehmigungen, Wohnungsneubau, Wohnfläche, Breitbandversorgung) sowie Lebensqualität (Kaufkraft, Wanderungen, Altersquotient, Pkw-Fahrtzeit zur nächsten Autobahn, Anteil naturnaher Flächen und Arztpraxen-Dichte).

Schermbeck auf Platz 190

Schermbeck landet im NRW-Vergleich auf Platz 190 (von 396), also ziemlich genau in der Mitte. Bundesweit auf Platz 6442 von 10.554 Kommunen. Dorsten liegt auf Platz 309 in NRW, Raesfeld auf 283. In der Studie wurde auch die Dynamik untersucht, also die Frage, wie sehr eine Kommune bei den Indikatoren in den letzten Jahren zugelegt hat. In diesem Ranking steht Schermbeck noch besser da: Platz 105 in NRW (bundesweit: 4225). Dorsten liegt in NRW auf Platz 66, Raesfeld auf 138.

Für Rainer Gardemann (CDU) ist das Ranking ein Beleg für die gute Arbeit im Schermbecker Rathaus und Anlass für einen Antrag, im Hauptausschuss, der erst wieder im Dezember tagt, darüber zu sprechen, wie man sich im Kommunalranking weiter verbessern kann. Der Ausbau der Glasfaserversorgung, glaubt Gardemann, werde sich sicherlich auf das Ranking auswirken. „Von Verbesserungen im Ranking und vor allem in den einzelnen Indikatoren profitieren alle Einwohnerinnen und Einwohner sowie unsere Gewerbetreibenden.“

Wirtschaftsförderer froh über gutes Abschneiden

Wirtschaftsförderer Gerd Abelt freut sich über das gute Abschneiden Schermbecks im Kreis Wesel. Das sei sicherlich etwas, dass er bei Gesprächen mit ansiedlungswilligen Firmen ins Feld führen könne. Ob Firmen durch solch ein Ranking auf Schermbeck aufmerksam werden könnten? „Dazu habe ich keine Erfahrungswerte“, so Abelt.

Das Ranking zeige: „So schlecht sind wir gar nicht“, so Abelt in Richtung mancher Kritik, die im Dorf geäußert werde. „Der Schermbecker stöhnt gerne auf hohem Niveau.“ Klar sei aber auch, dass die genannten Faktoren, die am Ende zum Ranking führten, nicht die Gesamtheit der Kriterien abbilde, die einen Unternehmer bei seiner Standortentscheidung beschäftigten.

Weitere Faktoren sind ebenfalls wichtig

Abelt nennt etwa Betreuungsangebote für die Kinder von Mitarbeitern, Bildungsangebote, Vernetzung von Firmen untereinander, Beherbergungsmöglichkeiten für Mitarbeiter, die zu Schulungen von außerhalb anreisten, aber auch Faktoren, die schwer zu messen sind: „Wie nah bin ich am Markt, den ich erreichen will. Wie ist die Unterstützung, die ein Betrieb bekommt, wenn es irgendwo hakt? Gibt es jemanden, der Kontakte herstellt?“

Einfach die Gewerbesteuer halbieren - und so im Ranking nach vorne kommen? So einfach sei es natürlich nicht, sagt Abelt, da die Gemeinde Geld brauche, um es in den Ort zu reinvestieren. Bis Dezember hat Abelt Zeit, für die Diskussion im Ausschuss eine Verwaltungsvorlage zu schreiben. „Wir fangen nicht das Denken neu an.“ Die Verwaltung habe auch in den vergangenen Jahren täglich daran gearbeitet, die Attraktivität der Gemeinde zu steigern. Bis Dezember will Abelt aber „Möglichkeiten, um besser zu werden“, aufzeigen.

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