Der Schermbeck Gutschein wird digital. Wie das funktioniert, stellten Sabrina Greiwe, Rainer Schmidt, Birgit Lensing (sitzend, v.l.) sowie Michael Leisten, Frank Herbrechter und Thorsten Buchholz (stehend, v.l.) vor. © Berthold Fehmer
Gutschein

Schermbeck Gutschein wird digital und bringt viele Vorteile

65.000 Euro wurden schon mit dem Schermbeck Gutschein umgesetzt. Jetzt wird er digital und bringt für Kunden und Geschäftstreibende viele Vorteile. Auch für Arbeitgeber wird es interessant.

Vor ziemlich genau fünf Jahren wurde der Schermbeck Gutschein eingeführt. Eine Geschenk-Idee, die der Schermbecker Wirtschaft zugute kommt und dafür sorgt, dass das Geld im Ort bleibt. „7.000 Gutscheine wurden bisher ausgegeben“, sagt Birgit Lensing, die das Thema für die Verwaltung betreut. Was für sie viel Arbeit bedeutete, denn die Betriebe gaben bei ihr die Gutscheine ab. Abrechnen, überweisen und austragen waren Lensings Aufgaben.

„Das war so nicht mehr tragbar“, sagt Thorsten Buchholz vom Marketingverein „Wir sind Schermbeck“, der mit der Werbegemeinschaft und der Wirtschaftsförderung kooperiert. Die alten Gutscheine behalten bis 2025 ihre Gültigkeit, laufen aber nun aus und werden ersetzt durch die digitale Variante. Rainer Schmidt von der Schermbecker Werbeagentur „creadorado“ hat mithilfe der Ahauser Firma Tobit.Software den digitalen Gutschein erstellt und ist Ansprechpartner bei eventuellen Problemen.

Gutschein mit eigenem Bild gestalten

Über schermbeck.app gelangt man mit Smartphone, Tablet oder Computer in den Gutschein-Shop. Hier kann man den Gutschein mit einem eigenen Bild oder Vorlagen gestalten und einen Geschenk-Betrag frei wählen. Dann entscheidet man sich, ob man den Gutschein digital als E-Mail, in die digitale Geldbörse „chayns Wallet“ oder per Post geschickt haben möchte.

2,50 Euro kostet der Versand per Post, bei dem man den Gutschein in einem hochwertigen Umschlag auch direkt an den Beschenkten oder die Beschenkte schicken kann. Eine persönliche Nachricht kann hinzugefügt werden. Die Bezahlung ist per PayPal, Apple Pay, Google Pay, Kreditkarte, Giropay oder iDeal möglich. „Analog“ kann der Gutschein weiterhin gekauft werden in den Volksbank- und Nispa-Filialen sowie im Rathaus, dann aber nur mit fixen Beträgen von 10, 30 und 50 Euro.

Bislang 30 Akzeptanzstellen

Die Liste der bislang 30 Akzeptanzstellen (Geschäfte, Gastronomie-Betriebe und Dienstleister) findet sich im Gutschein-Shop. Die Initiatoren des Gutscheins hoffen, dass möglichst schnell weitere Betriebe nachziehen. Bei den angeschlossenen Partnern zeigt man den zugeschickten Gutschein, einen QR-Code, entweder auf Papier oder dem Smartphone vor.

„Der Gutschein hat den Vorteil, dass er Teileinlösungen zulässt“, sagt Buchholz. Heißt: Wer einen Gutschein über 30 Euro bekommt, aber nur 20 Euro einlösen will, kann das nun tun. „Beim alten Gutschein war das ein Problem“, so Buchholz.

Umweg übers Rathaus entfällt

Für den Händler ist der Vorteil, dass er den Betrag sofort überwiesen bekommt und der Umweg über Birgit Lensing und das Rathaus entfällt. 3,5 Prozent der Summe fließen an Tobit – das sei wesentlich weniger, als beispielsweise Amazon den Händlern abnehme, sagt Buchholz.

Bürgermeister Mike Rexforth will den Gutschein auch Arbeitgebern schmackhaft machen. „Steuerfreier Sachbezug“ heißt das Zauberwort. Würde ein Arbeitgeber seinen Mitarbeitern einen Teil des Gehalts, derzeit bis zu 44 Euro, ab Januar 50 Euro, als Schermbeck Gutschein geben, fielen darauf die Steuern und Abgaben weg. „Damit wird ein echter Mehrwert geschaffen“, so Rexforth, da so legal Brutto in Netto umgewandelt werde.

„Wir würden uns freuen, wenn viele Arbeitgeber sich damit beschäftigen“, so Rexforth, der dies auch für Gemeinde-Mitarbeiter vorschlagen will. „Das ist ein unglaubliches Potenzial, das man darüber heben kann“, so Rexforth, der gleichzeitig Umsätze vor Ort stärken will und natürlich auch Arbeitsplätze und Steuerkraft in der Gemeinde im Blick hat.

Über den Autor
Redaktion Dorsten
Berthold Fehmer (Jahrgang 1974) stammt aus Kirchhellen (damals noch ohne Bottrop) und wohnt in Dorsten. Seit 2009 ist der dreifache Familienvater Redakteur in der Lokalredaktion Dorsten und dort vor allem mit Themen beschäftigt, die Schermbeck, Raesfeld und Erle bewegen.
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Berthold Fehmer