Schermbeck will stärker im Tourismus werden

Rat tagt am 11. Oktober

Mit der touristischen Grundausrichtung der Gemeinde Schermbeck befasst sich der Gemeinderat in seiner nächsten öffentlichen Sitzung, die am Mittwoch (11. Oktober) um 16 Uhr im Rathaus beginnt.

Schermbeck

, 05.10.2017 / Lesedauer: 3 min
Schermbeck will stärker im Tourismus werden

Das Landhotel Voshövel bietet 80 Zimmer und Suiten für Übernachtungen im Schermbecker Gemeindegebiet an.

Die Politiker sollen auch entscheiden, ob die Gemeinde Schermbeck dem Verein Münsterland beitreten soll. Im vergangenen Jahr hatte der Haupt- und Finanzausschuss eine diesbezügliche Entscheidung vertagt, um zunächst eine grundsätzliche Beratung über die touristische Ausrichtung zu führen.

Zusätzlicher Verband

„Marketingaktivitäten sind notwendig, um unsere Gemeinde bekannt zu machen“, stellt der gemeindliche Wirtschaftsförderer Friedhelm Koch fest. Dabei gelte es, die Wahrnehmung der Gemeinde zu stärken. Aktuell ist die Gemeinde Schermbeck im Bereich Tourismus im Wesentlichen auf interkommunaler Basis eingebunden, und zwar im Regionalverband Ruhr und im Naturpark Hohe Mark-Westmünsterland. „Die Kooperation mit einem zusätzlichen Tourismusverband“, so Koch, „würde den Aktivitätsradius erweitern und erreicht neue Märkte und weitere Gäste.“

Um den Ratsmitgliedern umfangreiche Informationen zum Thema Tourismus zu geben, wurden Vertreter von Tourismusverbänden eingeladen, an der Sitzung teilzunehmen. Als Geschäftsführer der Ruhrtourismus GmbH nimmt Axel Biermann an der Ratssitzung teil. Geschäftsführerin Martina Baumgärtner vertritt in der Sitzung die Niederrhein-Tourismus GmbH.

64.945 Übernachtungen

Einige Argumentationshilfen bietet die Verwaltung den Politikern bereits in der Sitzungsvorlage. Schermbeck registrierte im Jahre 2015 nach Wesel, Xanten und Moers mit fast 37.372 Ankünften und 64.945 Übernachtungen die viertgrößte Übernachtungszahl im Kreis Wesel. Setzt man die Übernachtungszahlen in Relation zu den Einwohnerzahlen, dann gehört Schermbeck neben Xanten und Sonsbeck zu den Kommunen mit der größten Tourismusintensität im Kreis Wesel.

Die Verwaltung weist anhand mehrerer Anlagen nach, dass Tourismus nicht nur Bedeutung für die Unterkünfte in Hotels und für das Gastgewerbe hat. Auch Lebensmittelverkäufer, Anbieter von Freizeit- und Unterhaltungsangeboten, lokale Transportunternehmen und andere Dienstleistungsanbieter profitieren vom Tourismus.

Rückgang der Bettenzahl

„Leider haben einige Schließungen der Leistungsträger in Schermbeck zu einem gewissen Rückgang geführt“, berichtet Friedhelm Koch. Während die Bettenzahl zwischen 1985 und 2006 kontinuierlich anstieg und sich in diesem Zeitraum etwa verfünffachte, stagnierte die Bettenzahl bis zum Jahre 2012 bei etwa 630 Betten. In den vergangenen drei Jahren reduzierte sich die Bettenzahl auf etwa 500. Die Zahl der Übernachtungen fiel von 87 9000 im Jahre 2012 auf 64 945 im Jahre 2015. „Hier“, so Friedhelm Koch, „hoffen wir allerdings auf eine Verbesserung des Angebotes in der Zukunft“.

Übernachtungsentwicklungsplan

Im Rahmen einer Darstellung des Ist-Zustandes des Tourismus in Schermbeck weist die Verwaltung auf einige Maßnahmen hin, die erforderlich sind, um den Tourismus in Schermbeck zu fördern. Dazu gehören neben der Notwendigkeit, die Wahrnehmung über mehrere Tourismusverbände zu fördern, ein Übernachtungsentwicklungsplan mit der Gegenüberstellung, welche Betten vorhanden sind und welche notwendig wären, und mittelfristig die Implementierung einer Buchungsmaschine. Auch die Homepage der Gemeinde Schermbeck müsse dringend aufgewertet und neu aufgestellt werden.

Nach einem solch umfangreichen Plädoyer der Verwaltung für eine Aufwertung der touristischen Vermarktung Schermbecks dürfte es den Politikern schwer fallen, gegen eine Mitgliedschaft im Verein Münsterland e.V für einen Mitgliedsbeitrag von 7000 Euro zu stimmen.