Eine gute Wahlbeteiligung gab es in Schermbeck bei der Bundestagswahl. © dpa
Bundestagswahl

Schermbecker Politiker kommentieren den Wahlausgang

Der Ausgang der Bundestagswahl beschäftigt auch am Tag danach die Schermbecker Lokalpolitik. Wir haben die Stimmen zusammengefasst.

Dieter Michallek, stellvertretender Vorsitzender der Schermbecker SPD, freut sich über den Sieg von Rainer Keller. „Er hat nicht nur durch seine Inhalte überzeugt, sondern auch durch seine Offenheit, Ehrlichkeit und Präsenz.“ Michallek weiter: „Ich könnte mir vorstellen, dass die Bürger nach 16 Jahren CDU-Regierung einen Wechsel in der Regierung für sinnvoll hielten. Ein weiterer Grund für den Wahlerfolg der SPD dürfte das Wahlprogramm der SPD gewesen sein. Zudem wird der Kanzlerkandidat Olaf Scholz mit seiner ruhigen und besonderen Art die Wähler überzeugt haben.“

Enttäuscht ist Ulrich Stiemer, Vorsitzender der Schermbecker CDU, „dass ausgerechnet Sabine Weiss, die in den letzten Jahren sehr viel für unseren Wahlkreis getan hat, gegen ihren Kontrahenten von der SPD verloren hat. Der Fehler der CDU war meines Erachtens, dass man im Gegensatz zu früher drei Kanzlerkandidaten aufgestellt hat und damit die eigenen Wähler mit der Uneinigkeit in den eigenen Reihen verunsichert hat.“

Fokus auf Klimaschutz und soziale Fragen

Elke Langenbrink, Sprecherin der Grünen, sagt, die Grünen seien „begeistert von der sehr hohen Wahlbeteiligung 83,38% in Schermbeck. Drittstärkste Kraft im Ort zu sein freut uns.“ Langenbrink gibt zu, dass die Grünen trotz historisch bestem Ergebnis im Bund, sich sogar noch mehr erhofft hatten. „Abgesehen von dem Risiko, dass es doch wieder eine GroKo wird, sind Grüne vermutlich per Ampel-Koalition an der Regierung beteiligt. Selbstverständlich muss der Fokus dann auf Klimaschutz, erneuerbare Energien und sozialen Fragen liegen. Dass die Schere zwischen Arm und Reich immer weiter auseinandergeht muss gestoppt und behoben werden.“

Über das „gute Ergebnis“ von Bernd Reuther, freut sich Simon Bremer (FDP-Vorsitzender): „Gleichzeitig ist auch das Ergebnis der Bundespartei das Resultat von guter und konstruktiver Oppositionsarbeit und ein klarer Auftrag der Wählerinnen und Wählern für eine zukunftsgerichtete und moderne Politik. Und natürlich freut es mich, dass die Schermbeckerinnen und Schermbecker der FDP zu überdurchschnittlichen 12,80 Prozent verholfen haben.“ Es gehe nun darum, „in welchem Bündnis eine klare liberale Handschrift zu erkennen ist“. Digitalisierung und Klimaschutz müssten kurzfristig angegangen werden.

„Dem blau-braunen Haufen die Stirn geboten“

„Unser Kandidat Dirk Zerressen hat, kommend aus dem Nichts, grandios abgeschnitten“, so Marc Overkämping (Die PARTEI-Vorsitzender): „Obwohl allgemein bekannt ist, dass wir unwählbar sind, haben sich erstaunlich viele Menschen davon nicht beirren lassen.“ Man habe sich in Schermbeck einen „soliden Stamm“ an Wählern erarbeitet. „Wir haben in Schermbeck dem blau-braunen Haufen die Stirn geboten, das ist Extra-Genugtuung.“

Über den Autor
Freier Mitarbeiter
Im Verlauf von mehr als vier Jahrzehnten habe ich das Zusammenwachsen von acht ehemals selbstständigen Gemeinden miterlebt, die 1975 zur Großgemeinde Schermbeck zusammengefügt wurden. Damals wie heute bemühe ich mich zu zeigen, wie vielfältig das Leben in meinem Heimatort Schermbeck ist.
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Helmut Scheffler