Bundestagswahl

Schermbecker Wirt will für „Die PARTEI“ in Berlin „ein Fass aufmachen“

Mit Bierfass posieren die wenigsten Bundestagskandidaten fürs Wahlplakat. Der Schermbecker Gastwirt Dirk Zerressen will für „Die PARTEI“ aber „in Berlin ein Fass aufmachen“.
„Ramirez"-Chef Dirk Zerressen will in Berlin „ein Fass aufmachen". © Helmut Scheffler

Lange Zeit sah es so aus, als würde „Die PARTEI“ im Wahlkreis Wesel I keinen Kandidaten für die Bundestagswahl am 26. September nominieren. „Wir müssen doch wählbar sein“, plädierte Dirk Zerressen im Vorstand des Schermbecker Ortsverbands. Auch weil er sich über die 688 Erststimmen für die AfD bei der Bundestagswahl 2017 ärgerte.

Am 3. Juli wurde Zerressen, der bei der Kommunalwahl in seinem Wahlbezirk 14,11 Prozent der Stimmen erhielt, im eigenen Lokal „Ramirez“ einstimmig als Kandidat gewählt. Der Vater dreier Kinder zu seinen Zielen: „Eigentlich streben wir die absolute Mehrheit an. Aber zur Not geht auch Grün-Rot-Rot-Grau unter der Führung durch ‚Die PARTEI‘.“ Mit der AfD werde er auf keinen Fall koalieren.

Bierpreisbremse gefordert

Der Kiesabbau, der Schermbecker Ölpellets-Skandal „und die Frage, inwieweit ein friedliches Miteinander von Wölfen und den Tierbeständern von Viehhaltern möglich ist“, seien Themen des Wahlkreises, so Zerressen. Satirisch zu verstehen sind die Themen der Bundespartei, die etwa „Schwarzfahren muss bezahlbar bleiben“ fordert oder auch eine „Bierpreisbremse“.

Angesichts einer genetischen Übereinstimmung zwischen Schweinen und Menschen von über 90 Prozent liege es nahe, die ärztliche Versorgung im „Güllegürtel Deutschlands“ Tierärzten zu übertragen. Satire müsse übertreiben, zitiert Zerressen Tucholsky: „Sie bläst die Wahrheit auf, damit sie deutlicher wird.“