Schnelles Internet per Richtfunk im Außenbereich

Kooperationsprojekt geplant

Videos schauen bei Youtube? Das ist für viele Menschen in den Außenbereichen Schermbecks fast unmöglich. Die Gemeinde will nun mit Nachbargemeinden kooperieren, um Abhilfe zu schaffen.

Schermbeck

, 14.03.2016, 17:57 Uhr / Lesedauer: 1 min

Die Anbindung der Schermbecker Außenbereiche ans schnelle Internet möchte die Gemeinde Schermbeck vorantreiben. Der Haupt- und Finanzausschuss berät am Mittwoch (16. März) über ein mögliches Kooperationsprojekt mit den Kommunen Hamminkeln und Hünxe. Wie bereits berichtet, sollen der Ortskern sowie das Gewerbegebiet in Schermbeck per Glasfaser-Technik Internet-Geschwindigkeiten von 100 Megabit pro Sekunde und mehr erhalten. Damit das Unternehmen Deutsche Glasfaser in Schermbeck investiert, müssen 40 Prozent der anschließbaren Haushalte bis zum 18. April Verträge abschließen – der aktuelle Stand liegt laut Homepage der Deutschen Glasfaser bei 8 Prozent.

Richtfunk als Lösung

Sollte der Plan wie in der Nachbargemeinde Raesfeld aufgehen, wäre der Schermbecker Außenbereich immer noch „abgehängt“. Dort ist der Leidensdruck bekanntermaßen noch höher als im Ortskern. Möglich sei, so Wirtschaftsförderer Friedhelm Koch in der Vorlage für den Ausschuss, die Glasfasertechnik mit der Weiterleitung der Daten über Richtfunk zu verknüpfen. „Informationen werden kabellos mit 100 und mehr Megabit pro Sekunde von Punkt zu Punkt über große Reichweiten übertragen.“

Unterbrechungsfrei

Dies soll sogar unterbrechungsfrei an unterschiedliche Witterungsverhältnisse anpassbar sein. Ein Vorteil: „Richtfunkstrecken sind hoch flexibel und benötigen keine Wegerechte“, so Koch. Allerdings müssen die Richtfunkstrecken frei von Hindernissen sein. Falls keine Sichtverbindung bestehe, könne man aber über eine Umlenkung Verbindungen schaffen. „Die Chancen in der Verfügbarkeit beziehungsweise Abdeckung liegen nach Aussagen von Betreibern bei 99,995 Prozent“, so Koch.

Lizenz-Fragen klären

Dazu müssten örtliche Gegebenheiten, topografische Situation, Lage der Wohnhäuser und landwirtschaftlichen Betriebe, der Übernachtungsbetriebe und Einrichtungen in den Außenbereichen untersucht und geprüft werden. Zu prüfen sei auch, ob Richtfunkanlagen an Gebäuden angebracht werden können, oder wo man Richtfunkmasten aufstellen könne. Auch Fragen der Lizensierung der Richtfunkstrecken seien zu klären, so Koch. Eine solche flächendeckende Untersuchung solle nach Ansicht der Verwaltung auch in den benachbarten und ähnlich ländlich strukturierten Außenbereichen von Hamminkeln und Hünxe in einem Modellvorhaben durchgeführt werden. Auch voraussichtliche Kosten könne man in der Untersuchung ermitteln, so Koch.

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