Schützenvereine verarbeiten noch das Verbot von Großveranstaltungen

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Auch in Schermbeck fallen in 2020 einige Schützenfeste aus. Überlegungen für einen Traditionsfortbestand gehen in verschiedene Überlegungen. Erstmal heißt es aber: „Gelassen bleiben“.

Schermbeck

, 18.04.2020, 14:15 Uhr / Lesedauer: 3 min

Viele haben es kommen sehen und die Nachricht bereits erwartet: Großveranstaltungen werden bis zum 31. August nicht stattfinden.

Offen ist zwar noch, ab wie vielen Teilnehmern von einer Großveranstaltung gesprochen wird, aber Ministerpräsident Armin Laschet hat am Mittwochabend, 15. April, signalisiert, dass auch Schützenfeste bis zum 31. August wohl nicht stattfinden könnten.

Auch Schermbecker Schützenfeste trifft diese Regelung

Das trifft auch Schermbecker Schützenfeste, weil alle Schützenfeste der Erwachsenen normalerweise in den Monaten Mai bis August veranstaltet werden.

Die Uefte-Overbecker Trachtenschützen feiern nur alle fünf Jahre ein Schützenfest und wären erst in 2024 wieder dran, aber die für den 22. August geplante Nachfeier in der Scheune Möllmann fällt in die vorgeschriebene Sperrfrist. Über einen alternativen Zeitpunkt wird der Vorstand nach Mitteilung des Reckenmesters Christoph Möllmann noch beraten. Die für den vergangenen Monat geplante Vorführung eines Filmes vom Schützenfest des Jahres 2019 wird nachgeholt.

Coronavirus bringt Vereinsaktivitäten durcheinander

Bislang wurden die üblichen Vereinsaktivitäten durch das Coronavirus beeinträchtigt. Vorstandsgespräche können nicht mehr als persönliche Treffen stattfinden. Der gemeindliche Umwelttag im März fiel bereits aus. Die Schützenvereine Bricht und Weselerwald haben auf ein Osterfeuer verzichtet. Abgesagt wurde auch das Traditionspokalschießen der neun Schützenvereine des ehemaligen Amtes Schermbeck, das in diesem Jahr von der Kiliangilde Schermbeck organisiert werden sollte.

Für die Kilianer und die Mitglieder der Schützenvereine Bricht, Damm und Weselerwald entfielen dadurch auch die mehrwöchigen Übungsschießen für das Traditionspokalschießen. „Leider können wir nicht wie gewohnt zu diesem Zeitpunkt unsere Revieroffiziere zu den Schützen und Witwen ehemaliger Schützen schicken, um Einladungen zu geplanten Aktivitäten und Terminen unseres Vereins in diesem Jahr zu verteilen“, bedauert der Weselerwalder Schützenpräsident Andreas Appenzeller.

Video-Chats und Telefonate halfen bei Abstimmung

Das Coronavirus habe den gesamten Jahresablauf durcheinandergewirbelt, teilte der Altschermbecker Kilian-Präsident Gregor Zens mit. Zunächst habe man die Generalversammlung im März nicht abhalten können. Dann kam die Ungewissheit dazu, ob Großveranstaltungen bis Mitte Juli durchgeführt werden können oder nicht. Eine intensive Abstimmung untereinander sei auch nicht wie sonst machbar gewesen, aber über Video-Chats und Telefonie habe es doch geklappt.

Schützenfeste Kilian Zelt

Altschermbecker Kilian-Präsident Gregor Zens bedauert, dass nach der abgesagten Generalversammlung im März nun auch die Schützenfeste dran glauben müssen. © Helmut Scheffler

„Unsere zweite Jahreshauptversammlung fällt aus“, teilte Präsident Ralf Daunheimer mit. Die Gilde sei bereit, im kommenden Jahr die Organisation des Traditionspokalschießens zu übernehmen. Eine Durchführung des diesjährigen Schützenfestes macht Daunheimer von weiteren Vorgaben des Bundes, des Bundeslandes NRW und der Kommune abhängig.

Schützenfest im Herbst ist unwahrscheinlich

Über eine Verschiebung des Schützenfestes in den Herbst hat er schon mit Gregor Zens gesprochen. Es haben sich Schwierigkeiten erwiesen, die kaum zu lösen sind. So sei es kaum noch möglich, ein Festzelt zu bekommen oder die sonst teilnehmenden Musikgruppen zu gewinnen.

Wie die beiden Kiliangilden wollen auch die Vorstände der übrigen Schützenvereine in den nächsten Tagen das weitere Vorgehen beraten.

Der geschäftsführende Dammer Schützenvorstand berät bereits am Sonntag, 19. April. „Danach werden wir die Mitglieder infomieren“, kündigte Präsident Bernd Abel an. Für den Verein sieht er wenig Spielraum.

Gegen Beschlüsse der Landesregierung zu verstoßen, komme nicht in Frage und dadurch werde dem Verein die Entscheidung mehr oder weniger vorgegeben. Ein Verlegung des Festes komme frühestens dann in Betracht, „wenn wir alle Auflagen erfüllen können“.

Festabend statt Schützenfest?

Die Dämmerwalder Schützengemeinschaft bleibt gelassen: „Wir haben natürlich unser Schützenfest auch abgesagt“, teilte der Pressesprecher Jan Holloh mit. „Wir setzen uns demnächst im Vorstand zusammen, ob wir zu einem späteren Zeitpunkt einen kleinen Festabend für die Dämmerwalder organisieren. Bisher hatten wir wegen Corona nur unser Bäumchenpflanzen im März absagen müssen.“

Wie Schützenoberst Carsten Unverzagt mitteilt, berät der Vorstand der Brichter Schützen am Wochenende über das weitere Vorgehen. „Man kann eigentlich nichts machen“, steht für Unverzagt das ruhige Warten auf politische Vorgaben fest. Diese Auffassung teilen ohne jegliche Vorwürfe auch die Gesprächspartner der anderen Schützenvereine. Vielleicht gelingt es ja in Bricht, das für den September geplante Familienfest in gewohnter Weise durchzuführen.

Schützen bleiben vorsichtig optimistisch

Bleibt es bei dem Verzicht auf Großveranstaltungen, dann entfallen im Verlauf des Jahres noch einige Veranstaltungen der Schützenvereine.

Andreas Appenzeller bleibt optimistisch: „Zunächst hoffen wir mal, dass alle Mitglieder, Familien und Bekannte aus unseren Reihen und befreundeten Vereinen gesund und unbeschadet durch die nächsten Monate kommen. Positiv denken, einfach ein Jahr aussetzen und dann wieder mit voller Kraft von vorne anfangen!“

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