Seniorenbeirat

Seniorenbeirat hakt kritisch bei der Verwaltung nach

Friedhelm Stoltenberg bleibt Vorsitzender des Seniorenbeirats, Stellvertreter sind Brigitte Scheffler und Reiner Endemann. Die erste Sitzung wurde direkt für kritische Nachfragen genutzt.

Fast ein Jahr brauchte der Seniorenbeirat nach der Kommunalwahl bis zur ersten Sitzung. Zunächst musste der Vorsitz geklärt werden, wobei es aber keine Überraschung gab. Der 82-jährige Friedhelm Stoltenberg, der den Seniorenbeirat seit 2016 führt, wurde in geheimer Wahl mit acht Stimmen und einer Enthaltung gewählt. Auch bei der Wahl der Stellvertreter gab es keine Gegenstimmen.

Keine Zeit verlor der Seniorenbeirat anschließend. Brigitte Scheffler hakte nach, was aus dem Antrag des Beirats geworden sei, der vor drei Jahren beantragt hatte, dass die Bänke im Gemeindegebiet nach dem Vorbild etwa von Xanten oder Legden durchnummeriert werden sollten. Dies hätte bei Notrufen den Vorteil, dass man bei der Kreisleitstelle nur die Banknummer durchgeben müsste, und die die Rettungskräfte anschließend nicht mühsam die Örtlichkeit suchen müssten.

„Fragen, ob die Sache vergessen ist“

„Wir wollten fragen, ob die Sache vergessen ist oder ob sie bearbeitet wird“, so Scheffler: „Wir haben seit drei Jahren nichts mehr dazu gehört.“ Bürgermeister Mike Rexforth sicherte zu, sich zu kümmern und die Anfrage in der Niederschrift der Sitzung zu beantworten.

Manfred Knappernatus lobte die Umsetzung des Spiel- und Bewegungsraumkonzeptes, bei dem auch der Beirat eingebunden war. Der letzte Bauabschnitt ist am Rathaus gestartet worden. Am Spielplatz an der Goethestraße solle es einen Generationentreffpunkt geben, so Rexforth, inklusive einer „Turnier-Bouleanlage“, die vier Meter breit sein wird.

Barrierefreier Ausbau

Knappernatus hakte auch nach, was mit dem Antrag des Beirats passiert sei, der eine Absenkung von Bordsteinen an 14 Stellen im Gemeindegebiet gefordert hatte. Rexforth sagte, man starte demnächst einen barrierefreien Ausbau der Bushaltestellen und habe auch bei der Sanierung des Hallenbads auf Barrierefreiheit einen besonderen Wert gelegt. Es gebe aber, so Rexforth, noch viel Verbesserungspotenzial in der Gemeinde.

Eine dritte Mitfahrerbank habe der Beirat am 16. März 2020 für Altschermbeck beantragt, so Stoltenberg. Rexforth sagte, dass er die angedachten Standorte am Festplatz Freudenbergstraße oder an der Feuerwache für nicht so geeignet halte wie etwa einen am geplanten Lebensmittelmarkt an der Erler Straße. „Beim Standort sind wir recht flexibel“, so Stoltenberg. Man wolle gemeinsam den besten Platz suchen.

Kritik äußerte Scheffler am Verhalten der Verwaltung, die nach dem Tod des Seniorenbeiratsmitglieds Gerd Becks eine Anfrage des Beirats nach einem Nachruf oder Kranz abgelehnt hatte. „Warum wird unser Ehrenamt so wenig geschätzt?“, fragte Scheffler. Seniorenbeiratsmitglieder würden ihre Arbeit zum Wohl der Gemeinde leisten. „Wir haben durch den Rat festgelegt, wann wir Nachrufe schalten“, so Rexforth. Im Falle der Seniorenbeiratsmitglieder sei dies nicht festgelegt. Er wolle die Regelung prüfen und mit den Fraktionsvorsitzenden besprechen.

Über den Autor
Redaktion Dorsten
Berthold Fehmer (Jahrgang 1974) stammt aus Kirchhellen (damals noch ohne Bottrop) und wohnt in Dorsten. Seit 2009 ist der dreifache Familienvater Redakteur in der Lokalredaktion Dorsten und dort vor allem mit Themen beschäftigt, die Schermbeck, Raesfeld und Erle bewegen.
Zur Autorenseite
Berthold Fehmer