So verlief das verrückteste Schützenfest in Schermbeck

Krönung bei der Fähnchenschützengilde

Andreas Pieniak ist neuer König der Fähnchenschützengilde Buschhausen. Jennifer Rademacher steht dem neuen König als Mitregentin ein Jahr lang zur Seite. Bis das feststand, erlebten Mitglieder und Gäste wieder mal das wohl verrückteste Schützenfest in Schermbeck.

Schermbeck

, 23.07.2017 / Lesedauer: 3 min

Der weitaus größte Teil der eintägigen Feier gehört alljährlich den scheidenden Majestäten. So war es auch am Samstag, als das "alte" Königspaar Thomas Bienbeck und Alexandra Schult mit seinem Throngeschlumpse Christoph Loick/Ingrid Bienbeck und Jürgen Kreienkamp/Steffi Loick die wohl drolligste Brauchtumsfeier des gesamten Gemeindegebietes über sich ergehen ließen.

Mehrfach durch den Kreisverkehr

Bei strahlendem Sonnenschein trafen sich die Fähnchenschützen am Samstag um 13 Uhr beim noch amtierenden König Thomas Bienbeck in der Ludgerusstraße an, wo sich die Schützen in die Liste eintragen konnten. Begleitet von einem Dutzend Blasmusikern zogen Thron und Schützen durchs Kerkerfeld zum ersten Getränkestopp bei Aehling. Bei der mehrmaligen Fahrt durch den Kreisverkehr hielten die Fähnchenschützen den gesamten Verkehr auf.

Kritik an BierpreisenAuf dem Hof Cluse bat Oberst Jürgen Kreienkamp die Gäste um eine Schweigeminute für den geplatzten Vorderreifen seines Fahrradpferdes, bevor Präsi Marius Sühling mit witzigen Formulierungen der "Lieblings-Schwesterngilde" manchen Seitenhieb verpasste und auch nicht davor zurückschreckte, die Mühlenteich-Kiliangilde lächerlich zu machen. Mitten auf dem Platz standen eine "Sehterrasse" und fünf Fässer, die an die Schermbecker Lichter-Show auf der Seeterrasse erinnern sollten. Die Altschermbecker Lieblingsgilde wurde wegen der Erhöhung der Bierpreise auf 1,60 Euro ausgebuht. Tosenden Jubel erntete der Fähnchenschützen-Vorstand für die Beibehaltung des eigenen Bierpreises in Höhe von 1,499 Euro.

Zahlreiche Ehrungen

Christopher Timmermann, der sich in der Remmi-Demmi-Action-Bude seine Offiziershose zerriss, erhielt am Samstag einen Hosenorden. Die Schützen Bernd Becker und Rene Kemper, die Hendrik Bienbeck König in Altschermbeck werden ließen, bekamen eine Fairplay-Auszeichnung. Yannik Heuwing ehrte den Goldkönig Andreas Mohr, der vor 50-mal einem halben Jahr mit Silke Hoffjann regierte, den Silberkönig Andreas Langehegermann, der vor 25 mal einem halben Jahr die Regentschaft mit Marion Unger innehatte.

Johannes Leßmann, Norbert Wobbe, Niklas Unger und Pascal Wollenberg wurden als Titanschützen geehrt, Michael Grüter und Peter Alfers als Granatschützen und Andreas Hegemann als Silberschütze. Zum Scharfschützen wurde Hendrik Bienbeck ernannt, weil er einen fingergroßen Holzsplitter als letzten Rest des Vogels herunterholte.

Am Abend wurde endlich geschossen

Um 18.05 Uhr eröffneten die letztjährigen Majestäten das Schießen mit einem Soft-Air-Gewehr das Schießen auf den Vogel. Auf diese recht mühselige Art schoss Rene Kemper den rechten Flügel ab und Michael Dahlhaus den linken Flügel. Erst nach Mitternacht wurde mit Holzscheiten geworfen. Trotzdem dauerte es noch bis kurz vor 1 Uhr, bis Andreas Pieniak den Rest des Vogel von der Stange holte.

Die fast einstündigen Beratungen im Dunst von Zigarren rauchenden Vorstandsmitgliedern kann man mit Worten kaum beschreiben. Irgendwie gelang dann doch noch die Übergabe von Kette und Krone an Andreas Pieniak und seine Mitregentin Jennifer Rademacher. Die neuen Majestäten werden vom Throngeschlumpse Mario Wiesker/Sandra Döing-Ruthert und Jörg Ruthert/Tanja Wiesker unterstützt.