Streit um den Wolf: Angstmacherei oder sachliche Aufklärung?

Bürgerforum contra Nabu

Wölfe können Menschen angreifen und direkt oder indirekt Unfälle verursachen. Wer das sagt, kläre sachlich auf, sagt das Bürgerforum Gahlen, und schüre keineswegs Angst.

Gahlen

07.05.2020, 10:30 Uhr / Lesedauer: 2 min
Der Wolf erfreut sich nicht überall gleich großer Beliebtheit.

Der Wolf erfreut sich nicht überall gleich großer Beliebtheit. © Foto LANUV

Die Arbeitsgruppe Wolf des Bürgerforums Gahlen weist in einer Stellungnahme den Vorwurf der Nabu-Kreisgruppe Wesel zurück, Angst beim Thema Wolf schüren zu wollen. Dem Bürgerforum sei an sachlicher Aufklärung und an einem Gegengewicht zur „vorherrschenden Verharmlosung“ des Wolfes gelegen.

Immerhin könne der Angriff eines Wolfes auf einen Menschen nicht zu 100 Prozent ausgeschlossen werden. Aber wie im Arbeitsschutz müsse schon bei geringer Gefahr eines schweren Schadens das Risiko eingedämmt werden.

Jürgen Höchst vom Bürgerforum: „Für den Fall der Wolfsregion Schermbeck ist es ähnlich. Der Schutz des Menschen steht hier für uns an erster Stelle – noch vor einem europaweiten Naturschutzrecht für ein Raubtier.“

Was treibt den Wolf zu einem Angriff auf Menschen?

Tatsächlich finde man in wissenschaftlichen Abhandlungen und historischen Berichten hauptsächlich vier Gründe, welche einen Wolf zu einem Überfall auf einen Menschen veranlassen: Tollwut, Habituation, Provokation und stark veränderte Lebensräume.

Während man Tollwut derzeit in Deutschland wohl ausschließen könne, seien Provokationen, zum Beispiel durch freilaufende Hunde beim Spaziergang, durchaus vorstellbar. Auch die Gefahr der Habituation sei gegeben: „Wie soll der Wolf Angst vor dem Menschen haben oder bekommen, wenn er auf engstem Raum mit ihm zusammenlebt und nicht bejagt oder vertrieben werden darf?“, fragt Höchst. „Der Wolf gewöhnt sich zwangsläufig an den Menschen und zeigt keine Scheu.“

Trüge der Wolf einen Sender, könnte man ihn jederzeit orten

Demnach gebe es in NRW durchaus ein gewisses Restrisiko für Wolfsangriffe auf Menschen, das automatisch mit der Zahl der hier lebenden Wölfe steige. Derzeit könne man wohl von zwei Wölfen im Wolfsgebiet Schermbeck ausgehen.

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Das Bürgerforum appelliert an die Politik, entsprechende Maßnahmen zur Risikominimierung zum Schutze der Menschen (und der Nutztiere) einzuleiten.

Das beginnt mit Handlungsanweisungen für Polizei, Ärzte und Tierärzte im Umgang mit eventuellen Wolfsangriffen, um eine entsprechende Beweislage zu schaffen. Eine weitere Hilfe sei die Markierung der Wölfe mit Sendern, um ihren Aufenthaltsort zum Tatzeitpunkt als Alibi oder Beweis zu kennen.

Bürgerforum wünscht Vertreibung des Wolfs

Jürgen Höchst: „Wir fordern auch nicht umgehend die Entnahme. Wir wünschen die Vergrämung und nennen Möglichkeiten, eine Beweislast zu führen. Es wird direkt oder indirekt so viel Geld für den Wolf ausgegeben, dass für den Schutz des Menschen und diese Form der Beweissicherung auch etwas übrig sein sollte.“

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