Tierheim Wesel vermittelt 65 Hunde aus Horrorzucht

Über 300 Anfragen

„Das Tierheim bleibt auch noch in den nächsten Tagen für Besucher geschlossen“, heißt es auf der Homepage des Weseler Tierheims. Grund dafür sind die über 300 Anfragen nach den dort untergebrachten 65 Maltesern aus der Anfang März beschlagnahmten Schermbecker Hundezucht.

WESEL/SCHERMBECK

, 31.03.2016, 16:09 Uhr / Lesedauer: 1 min
Tierheim Wesel vermittelt 65 Hunde aus Horrorzucht

Diese süßen Malteser suchen ein neues Zuhause.

"Wir erhielten enorm viele Spenden mit allem, was wir für die Pflege der verwahrlosten Hunde brauchten, seien es Handtücher, Unterlagen, Futter oder Spielzeug. Zwei nagelneue Waschmaschinen waren auch dabei", zählt Tierheimleiterin Gabriele Wettläufer auf. Besonders Patenschaften für die hohen Operationskosten seien sehr hilfreich gewesen.

Als die 65 Malteser im Tierheim eintrafen, war ihr Zustand mehr als alarmierend. Das für diese Hunderasse charakteristische und pflegebedürftige lange, weiße Fell war bei 61 Tieren so stark verfilzt und verkotet, dass sie bis auf die Haut geschoren werden mussten. Auch seelisch sind die Hunde stark mitgenommen. "Sie sind alle sehr, sehr scheu und hatten zunächst Angst vor jeglicher Form menschlicher Zuwendung", beschreibt Gabriele Wettläufer den Zustand ihrer Schützlinge.

Eine große Verantwortung

Wer sich überlegt, einen dieser Hunde bei sich aufzunehmen, sollte einiges beachten. "Es handelt sich hier nicht um Hunde, die man sich einfach unter den Arm klemmen kann, sondern man übernimmt eine große Verantwortung", betont Gabriele Wettläufer. Die Tiere seien in keiner Weise stubenrein und wüssten auch nicht, was eine Leine sei. 

Außerdem weist die Tierheimleiterin darauf hin, dass die Hunde aus einer schlechten Zucht stammten: Augenprobleme, schlechte Zähne und Herzerkrankungen seien nur einige Punkte, die potenziellen Besitzer beachten müssten.

Keine Einzelhaltung

Ganz wichtig sei außerdem, dass die Malteser nicht alleine gehalten werden sollten: "Sie haben ja noch nie alleine gelebt und darum würden sie es auch nicht ertragen, wenn man sie von anderen Hunden isoliert", erklärt Wettläufer. Daher sollten zukünftige Halter schon einen Hund haben oder mehr als einen Malteser zu sich nehmen. Familien mit Kleinkindern seien hingegen nicht geeignet.

Bisher konnten zehn Hunde aus der Horrorzucht vermittelt werden. Die übrigen Anfragen werden gerade abgearbeitet. Ob jemand als Halter geeignet sei, werde dann bei mehrfachen Besuchen genau geprüft. 103 Hunde sind in der Tierherberge in Kamp-Lintfort untergebracht, wo nun auch die Vermittlung läuft.

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