Unbefristete Genehmigung für Brunnengalerie Holsterhausen soll auf den Prüfstand

rnGrundwasser

Die Grundwasser-Entnahme des RWW in der Üfter Mark könnte vor Gericht landen. Die Gemeinde sucht juristischen Beistand und will mit der Stadt Dorsten über eine Genehmigungsbefristung reden.

Schermbeck

, 03.02.2020, 14:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Wasserrechtliche Bewilligung, die die Bezirksregierung Münster dem Rheinisch-Westfälischen Wasserwerk in der Üfter Mark für die nächsten 30 Jahre ausgesprochen hat, wollen die Ratsmitglieder nicht einfach hinnehmen. Eine 20-prozentige Reduzierung hatte Schermbeck für die Brunnengalerien Üfter Mark und Holsterhausen gefordert - dem kam die Bezirksregierung nicht nach.

Ulrike Trick (Grüne) wies im Rat darauf hin, dass der Naturschutzbund am 20. Januar Klage eingereicht habe. Man könne sich vielleicht an den Anwalt des NABU wenden. „Guter Hinweis“, so Rexforth, der aufgrund der Komplexität der Fragestellungen und Antworten ab einem gewissen Punkt die Beratung des Tagesordnungspunkts unterbrach - die Fraktionen sollen nun die Fragen sammeln und bei einem Gespräch mit RWW und Fraktionsvorsitzenden besprechen.

„Völlig idiotisch“

Ein Problem ist, dass die Zeit drängt. Die Gemeinde hatte eine Klage gegen den Bescheid der Bezirksregierung zur Wahrung der Frist bereits eingereicht. Eine Begründung soll die Gemeinde nun laut Gericht innerhalb eines Monats liefern. „Völlig idiotisch. Das kriegen wir niemals hin“, so Rexforth verärgert.

Das Verfahren (mit der geplanten Besprechung mit Fraktionsvorsitzendem und RWW) könne man dem Gericht beschreiben - dann gebe es vielleicht einen Aufschub, riet Rainer Roggatz, technischer Leiter beim RWW. Er sowie Thomas Dietz und Henning Grotelüschen waren nach Schermbeck gekommen, um Fragen des Rats zu beantworten.

Dietz erklärte, dass das Wassereinzugsgebiet für die Üfter Mark zum Großteil nördlich und weit außerhalb der Üfter Mark liege. Von dort ströme das Grundwasser zu den Brunnen. Statt weniger Regen erwartet Dietz 3 Prozent mehr Niederschläge pro Jahr und stützt sich auf eine Klimaprognose des LANUV. Uwe Karla (CDU) entgegnete, dass alle Klimamodelle, die er kenne, mehr Starkregenereignisse voraussagten - das Wasser fließe oberflächlich ab und lande nicht im Grundwasser.

„Ich will nicht andere Pfeile auf uns ziehen“

Hubert Große-Ruiken (CDU) bemängelte, dass es keine vorgeschriebene Überprüfung der Genehmigung für die Brunnengalerie Holsterhausen gebe. „Nur weil es ein altes, unbefristetes Recht ist, heißt das nicht, dass dies nicht nachträglich geändert werden könnte“, antwortete Henning Grotelüschen. „Ich will nicht andere Pfeile auf uns ziehen“, so der RWW-Mann, aber diese Frage könne nur in einem separaten Verfahren geklärt werden, „das gesondert bei der Bezirksregierung angestoßen werden müsste“.

Mit der Stadt Dorsten soll die Verwaltung nach Wunsch der Ratsmitglieder dazu Gespräche führen. Dazu solle man sich die Wasserrechtliche Genehmigung für Holsterhausen samt Nebenbedingungen vorlegen lassen, so Ulrike Trick.

Schlagworte:
Lesen Sie jetzt