„Steuergeldverschwendung“ und „Inkompetenz“ - Verwaltung wehrt sich gegen Vorwürfe

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Inkompetenz und Steuergeldverschwendung wirft ein Bürger der Gemeinde Schermbeck vor. Der Vertreter des Bürgermeisters spricht von Unwahrheiten und wehrt sich gegen die Vorwürfe.

Schermbeck

, 08.01.2020, 17:15 Uhr / Lesedauer: 2 min

Als „unqualifizierten Rundumschlag“ bezeichnet Herbert Tekaat, Vertreter des Bürgermeisters, auf Nachfrage die Vorwürfe, die Ulrich Grünheid schriftlich formuliert hatte. Der Schermbecker hatte vor einigen Wochen am Waldbachweg zwei große blaue Müllsäcke mit „Kühlschrankinhalt“, etwa Milch, Käse und andere Nahrungsmittel, gefunden. Grünheid: „Nach Anruf bei der Gemeinde erhielt ich die Antwort, man hätte ja viel zu tun, wenn man wegen jedem Müllbeutel herauskäme.“

Eine Unverschämtheit nennt Tekaat diese Darstellung. Grünheid habe im Telefonat am 13. Dezember gefordert, dass die Gemeinde die Säcke sofort abholen solle. Die Mitarbeiterin habe ihm gesagt, dass es „mindergefährliche Stoffe“ seien, die erst am nächsten oder übernächsten Werktag beseitigt werden könnten. Denn die Bauhofmitarbeiter seien gerade anderweitig beschäftigt. Am 17. Dezember sei der Müll dann abgeholt worden.

Schlamm bleibt liegen

Grünheid bemängelt zudem, dass nach dem Ausbaggern von Gräben an Wirtschaftswegen (Brüner Weg und weitere) der Aushub auf dem Randstreifen abgelegt wurde. Dornen, Brennnesseln, Äste, Faulschlamm lägen seit Oktober dort. „Begegnet man als Radfahrer oder Fußgänger einem Auto oder Trecker, weiß man nicht, wo man hin soll.“

Den Schlamm könne man nur auf den Randstreifen zwischenlagern, so Tekaat. „Zu einem späteren Zeitpunkt wird dieser Aushub dann abgefahren und zerkleinert. Dieses Verfahren hat sich all die Jahre auch als das kostengünstigste Verfahren für den Schermbecker Bürger mit Blick auf die Gebührenberechnung für diese Arbeiten erwiesen.“

Steuergeldverschwendung kritisiert

Eine sinnlose Verschwendung von Steuergeld sieht Grünheid darin, dass eine Firma Randstreifen an Wirtschaftswegen abgefräst hat. Vielleicht seien so sogar die Blumenzwiebeln beschädigt, die von Mitgliedern der Schützenvereine Damm und Bricht und anderen Helfern dort gepflanzt worden seien. Tekaat entgegnet, dass die Blumenzwiebel so tief in der Erde steckten, „dass diese nicht von den vorgenannten Arbeiten beschädigt werden dürften“.

Die zuvor gut befestigten Randstreifen hätten sich durch das Abfräsen bei Regenwetter in Matsch verwandelt, in dem „schon Autos, Fahrräder und Fußgänger bis zu den Knöcheln“ gesteckt hätten, so Grünheid. „Ich habe selten so viel fehlenden Sachverstand, Inkompetenz und gleichzeitig Ignoranz gesehen.“

Gegen diesen Vorwurf argumentiert Tekaat, dass die Fräsarbeiten notwendig seien, damit das Regenwasser nicht auf den Straßen bleibe und dort Schäden sowie Reparaturkosten verursache. Fahrspuren ließen sich im abgefrästen Bereich nicht vermeiden.

Verdient die Gemeinde mit Holz Geld?

Hinter den aktuellen Baumfällungen und dem Beschnitt von Bäumen, Hecken und Sträuchern vermutet Grünheid bei der Gemeinde Profitdenken als Motivation: „Die Gemeinde bekommt Geld für das geschredderte Holz, je mehr Holz desto mehr Geld.“

Die Baumfällungen seien zur Verkehrssicherung notwendig und im Vorfeld erklärt worden, so Tekaat. Würde man Hecken und Sträucher nicht zurückschneiden, könnten sie von innen absterben. Dabei werde darauf geachtet, dass „immer ausreichend Nist- und Brutmöglichkeiten vorhanden sind“.

Zum Vorwurf Grünheids, es gehe der Gemeinde ums Geld, antwortet Tekaat, dass die Gemeinde für die Entsorgung von Holz- und Strauchschnitt Geld zahle, von der ausführenden Firma aber im Gegenzug für die Verwertung der damit produzierten Hackschnitzel Geld bekomme. Für die Gemeinde sei das „maximal kostenneutral“.

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