Veterinäramt beschlagnahmt 270 Hunde

Aus Schermbecker Hundezucht

Mehr als 270 Hunde hat der Fachdienst Veterinär- und Lebensmittelüberwachung am Donnerstag in einer Schermbecker Hundezucht beschlagnahmt. Vorangegangen waren Hinweise darauf, dass in der Tierhaltung mehr Hunde als erlaubt und unter schlechten Bedingungen gehalten wurden.

SCHERMBECK

, 07.03.2016, 13:58 Uhr / Lesedauer: 1 min
Veterinäramt beschlagnahmt 270 Hunde

270 Hunde wurden vom Fachdienst Veterinär- und Lebensmittelüberwachung in einer Schermbecker Hundezucht beschlagnahmt.

Der Kreis spricht von einer "beispiellosen Aktion". Vor allem kleine Rassen, überwiegend Malteser, wurden in der Hundezucht bei einer richterlich angeordneten Durchsuchung gefunden. Der Kreis hatte die Durchsuchung beantragt, da Hinweise in die Richtung gingen, dass Hunde versteckt vor Kontrollen gehalten würden.

17 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Fachdienstes seien vor Ort gewesen, so der Kreis. Die Untersuchung durch Amtstierärzte bestätigte die Befürchtungen über den schlechten Zustand vieler Tiere. Die Haltungsbedingungen seien "unakzeptabel" gewesen, weshalb alle Hunde sofort anderweitig untergebracht werden mussten. Darauf hatte sich der Kreis bereits vorbereitet. Ebenso viele Mitarbeiter der drei Tierheime aus Wesel, Kamp-Lintfort und Straelen halfen, um die Tiere in mehrstündiger Arbeit provisorisch zu kennzeichnen, erfassen und abtransportieren zu können.

Mit Mikrochips gekennzeichnet

In den Tierheimen wurde mit Hilfe mehrerer Tierärztinnen des Kreises noch am Donnerstag damit begonnen, alle Tiere gründlich zu untersuchen, die Identität festzustellen, gegebenenfalls Tiere neu mit Mikrochips zu kennzeichnen und die dringendsten Pflegemaßnahmen und Behandlungen einzuleiten. "Im Vordergrund stehen zunächst Fell- und Hautpflege, Krallenpflege und Zahnsanierung der vernachlässigten Tiere. In einigen Fällen war eine sofortige weitergehende tierärztliche Behandlung erforderlich", so der Kreis.

Eine Rückkehr von Hunden in die Tierhaltung schließt der Kreis Wesel aus. Es ist vielmehr davon auszugehen, dass nach Abschluss der amtstierärztlichen Gutachten unter anderem Verfahren zum Verbot jeglicher Hundehaltung und -betreuung eingeleitet werden und die Staatsanwaltschaft wegen der Verstöße gegen das Tierschutzrecht eingeschaltet wird. 

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