Viele Fragen zu den Bohrschlämmen

Informationsveranstaltung

Die bislang gelieferten 14.000 Tonnen Bohrschlämme aus dem Rückbau der Bohrschlammgrube Erika im niedersächsischen Dalum sind nicht radioaktiv und sie dürfen auf der Sonderabfalldeponie Hünxe-Schermbeck abgelagert werden.

Gahlen

, 29.04.2016 / Lesedauer: 2 min

Das waren die beiden wichtigsten Mitteilungen, die im Rahmen einer SPD-Veranstaltung am Donnerstagabend im Gahlener Café Holtkamp (Kirchstraße 37) von drei Mitarbeitern der Abfallbeseitigungsgesellschaft Ruhr (AGR) zu Beginn abgegeben wurden. Doch für die etwa 50 Besucher war das Thema Bohrschlämme damit nicht vom Tisch. Sie stellten zahlreiche Fragen an die AGR-Mitarbeiter Michael Block, Hans-Jürgen Ferner und Karlheinz Dingerdissen. Die im Jahre 1980 als Deponie für Siedlungs-, Inert- und Sonderabfälle aufgebaute Deponie wird seit 1997 ausschließlich als Deponie für Sonderabfälle betrieben. Dort dürfen Abfälle bis zur Deponieklasse DK III auf einer Grundfläche von 35 Hektar abgelagert werden. Die von Niedersachsen gelieferten Bohrschlämme erhalten vom Erzeuger eine Deklarationsanalyse.

Kontrolle

Bei der Anlieferung in Schermbeck-Hünxe wird eine Verbleibkontrolle durchgeführt. Seit drei Jahrzehnten werden vom Sickerwasser der Deponie Proben an die Bezirksregierung abgegeben. Die Sickerwässer werden nicht in Vorfluter im Schermbeck-Hünxer Bereich eingeleitet, sondern zur Zentraldeponie Emscherbruch in Gelsenkirchen gebracht. „Wir haben null Kenntnis“, bedauerte der Schermbecker Feuerwehrleiter Gregor Sebastian die unterbliebene Information seitens der AGR. „Für uns ist das ein Material, mit dem wir alltäglich umgehen“, erklärte Michael Block die Tatsache, dass die AGR die Bevölkerung nicht früher informiert habe.

Mächtige Tonschicht

Zur Sicherheit der Abdichtung befragt, hoben die AGR-Vertreter eine über 30 Meter mächtige Tonschicht im Untergrund und eine Oberflächenabdichtung ebenso hervor wie das Auffangen von Sickerwässern und die Bildung einer finanziellen Rücklage für eventuell einmal fällige Nachbesserungen der Deponie. Die AGR ist auch nach der avisierten Schließung der Deponie im Zeitraum 2020/21 für die Nachsorge der Deponie verantwortlich. Dem Angelsportverein Gahlen wurde versprochen, ein- bis zweimal jährlich Wasserproben aus dem Vereinsgewässer im Heisterkamp durchzuführen. Der Bevölkerung wurde angeboten, sich in Kleingruppen für eine Besichtigung der Deponie in Schermbeck-Hünxe anzumelden. 

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