„Repräsentativ, aber nicht protzig“: Volksbank plant Millionen-Anbau

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Aus zwei Häusern soll wieder eins werden: Die Volksbank plant einen Anbau, der laut Vorstand Rainer Schwarz vier Millionen Euro kostet: „Sobald die Baugenehmigung da ist, fangen wir an.“

Schermbeck

, 18.08.2020, 15:25 Uhr / Lesedauer: 2 min

1996 hatte die Volksbank Schermbeck das Gebäude neben dem Alten Rathaus an der Weseler Straße gekauft, wo derzeit Immobilienabteilung, SB-Bank, Buchhaltung und Sachbearbeitung untergebracht sind. Rund 30 Mitarbeiter arbeiten dort.

Die insgesamt 81 Mitarbeiter der Volksbank sollen in Zukunft wieder an einem Ort arbeiten. Davon verspricht sich Volksbankvorstand Norbert Scholtholt kürzere Wege und schnellere Abstimmungen. Gleichzeitig werde man die digitalen Angebote, etwa Video-Beratung, weiter vorantreiben.

An der Kreuzung Landwehr / Apothekerstege ist der geplante Anbau im zweiten Geschoss etwas zurückgenommen worden, damit der Bau nicht zu wuchtig wirkt.

An der Kreuzung Landwehr / Apothekerstege ist der geplante Anbau im zweiten Geschoss etwas zurückgenommen worden, damit der Bau nicht zu wuchtig wirkt. © funke + funke

Mit neuen Arbeitsformen, unter anderem Job-sharing (zwei Teilzeitmitarbeiter teilen sich eine Stelle), Desk-sharing (keine festen Arbeitsplätze), Vertrauensarbeitszeit, Homeoffice und mehr, hat sich die Volksbank bereits vor Corona befasst. 15 Homeoffice-Plätze gebe es bereits, so Scholtholt: „Mit Corona hat das Ganze noch einen Schub bekommen.“ Einzelbüros, so Scholtholt, werde es im neuen Gebäude nicht mehr geben. „Auch nicht für den Vorstand“, so Volksbankvorstand Rainer Schwarz.

„Die Zusammenarbeit im Team ist befruchtender“

Der Bedarf an Räumen, Schreibtischen, Beratungsbüros, Technik, Barrierefreiheit und vieles mehr wurden am Anfang ermittelt und sind nun in eine Planung eingeflossen, die von den Büros funke + funke (Dorsten), BKB Architekten (Schermbeck) und Zachtert + Hinterberger Innenarchitekten (Dorsten) erarbeitet wurde. „Die Planungsansprüche werden immer höher“ sagt Architektin Monika Heinrichs von funke + funke auf die Frage, warum nicht ein Büro die Planung übernommen hat. „Die Zusammenarbeit im Team ist befruchtender.“

Gegenüber des Parkplatzes an der Apothekerstege soll der neue Eingangsbereich der Volksbank liegen.

Gegenüber des Parkplatzes an der Apothekerstege soll der neue Eingangsbereich der Volksbank liegen. © funke + funke

33 Meter lang und im Durchschnitt 12 Meter breit wird der Anbau mit 1000 Quadratmetern Nutzfläche sein, der mit dem Haupthaus an der Mittelstraße verbunden ist. Ein Haus muss zuvor an der Apothekerstege abgerissen werden. Architekt Johannes Brilo nennt den Anbau „repräsentativ, aber nicht protzig“. Schwarz berichtet, dass eine Ursprungsplanung wesentlich größer ausgefallen war. Neben den hohen Kosten „hätte das aber städtebaulich nicht gepasst“.

Als „zwei Stadthäuser“ bezeichnet Brilo den Entwurf, der sich mit seinen drei Geschossen in die umgebende Bebauung einfügen soll. Bodenständig wirken das Erdgeschoss und das zweite Obergeschoss durch rot verklinkerte Fassaden - das erste Geschoss hingegen ist nahezu voll verglast. Durch einen gläsernen Aufzug ist die Volksbank dann barrierefrei, was derzeit nicht der Fall ist. Die Raumaufteilung sei flexibel, sagt Heinrichs - später erforderliche Änderungen seien gut umzusetzen.

Auf dem Dach des Anbaus (hier eine Perspektive aus Richtung Landwehr) werden Geothermie und Solarzellen zum Einsatz kommen.

Auf dem Dach des Anbaus (hier eine Perspektive aus Richtung Landwehr) werden Geothermie und Solarzellen zum Einsatz kommen. © funke + funke

Das betrifft auch die Nutzung in der Zukunft. Durch den modularen Aufbau in zwei verbundenen Häusern könnte die Volksbank, sollte das Homeoffice beispielsweise mehr stationäre Arbeitsplätze überflüssig machen, ein Haus am Treppenhaus abtrennen und weitervermieten.

Sonnenschutz und Solarzellen

Mit digitaler Gebäudetechnik werde das Haus gesteuert, so Heinrichs. Wird es im Sommer bei verglastem ersten Geschoss nicht zu heiß? Es gebe einen außenliegenden Sonnenschutz und das Gebäude sei klimatisiert, sagt Heinrichs. Auf dem Dach sind Solarthermie und Solarzellen geplant.

So soll der Anbau der Volksbank von der Apothekerstgege aus betrachtet aussehen.

So soll der Anbau der Volksbank von der Apothekerstgege aus betrachtet aussehen. © funke + funke

Der Planungsausschuss wird am Dienstag (25. August) beraten, ob das „gemeindliche Einvernehmen“ erteilt wird. Nach Erteilung der Baugenehmigung rechnet Schwarz mit einer Bauzeit von anderthalb Jahren. Sieben Stellplätze muss die Volksbank ablösen. „Wir würden gerne unseren Parkplatz erweitern“, sagt Schwarz, das Vorhaben sei aber zunächst verschoben.

Auch im Altgebäude werde es Änderungen geben, sagt Architekt Bernd Köhler. So werde etwa die Kundenhalle neu strukturiert: „barrierefrei, attraktiver, mit größeren Fensterflächen.“ Was passiert nach dem Bauvorhaben mit dem Standort an der Weseler Straße? Eine SB-Filiale soll dort bleiben, die restlichen Räume werden vermietet, kündigt Schwarz an.

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