Rainer Keller (SPD) zieht per Direktmandat im Wahlkreis Wesel I, zu dem auch Schermbeck gehört, in den Bundestag ein. Von seinen Anhängern bekam er im Kreishaus viel Applaus. © Berthold Fehmer
Bundestagswahl

Wahlkreis Wesel I: Rainer Keller (SPD) zieht in den Bundestag ein

Die SPD jubelt im Wahlkreis Wesel I: Rainer Keller zieht in den Bundestag per Direktmandat ein. Bei der CDU ist hingegen Wundenlecken angesagt.

Mit Applaus empfingen Kellers Anhänger den SPD-Kandidaten am Sonntagabend gegen 20.30 Uhr im Weseler Kreishaus. Zu diesem Zeitpunkt stand fest, obwohl noch nicht alle Stimmbezirke ausgezählt waren, dass Keller in den Bundestag per Direktmandat einziehen wird.

Er sei früh in den Wahlkampf eingetreten und habe die richtigen Themen angepackt, sagte ein strahlender Rainer Keller auf die Frage, wie er es geschafft habe, an Sabine Weiss (CDU) vorbeizuziehen. „Demokratie lebt vom Wechsel. Und dafür stehe ich im Kreis Wesel.“

Auch Bernd Reuther (FDP) freute sich. Zum zweiten Mal in Folge habe seine Partei im Bund ein zweistelliges Ergebnis erzielt und auch das Ergebnis im Kreis stelle ihn zufrieden. Er freue sich, wieder in den Bundestag einzuziehen – per Listenplatz.

Katerstimmung bei der CDU

Katerstimmung herrschte hingegen bei den CDU-Vertretern im Kreishaus. Charlotte Quik (CDU), Mitglied des Landtags, sprach von einem „traurigen Tag“. Dass es ohne Angela Merkel schwierig werde, ein ähnlich gutes Ergebnis zu erzielen wie in den Vorjahren, sei allen bewusst gewesen. Quik bedauerte auch, dass es Sabine Weiss nicht gelungen war, ihr Direktmandat zu verteidigen.

Im Wahlkreis Wesel I, zu dem neben Schermbeck auch Alpen, Hamminkeln, Hünxe, Kamp-Lintfort, Rheinberg, Sonsbeck, Voerde, Wesel und Xanten zählen, erreichte die SPD 33,3 Prozent der Zweitstimmen, die CDU 26,7 Prozent. Dahinter folgen die Grünen (12,9 Prozent), FDP (10,9 Prozent), AfD (6,97 Prozent), die Linke (3,2 Prozent). Die sonstigen Parteien erhielten 4,5 Prozent.

Bei den Erststimmen musste sich Sabine Weiss (CDU) mit 29,8 Prozent ihrem Kontrahenten Rainer Keller (SPD) geschlagen geben, der auf 34,2 Prozent kam. Hans-Peter Weiß (Die Grünen) erhielt 12,5 Prozent, Bernd Reuther (FDP) 9,1 Prozent der Stimmen. Holger Raumann (AfD) bekam 6,9 Prozent, Sidney Lewandowski (Die Linke) 2,9 Prozent und der Schermbecker Kandidat Dirk Zerressen (Die PARTEI) 2,5 Prozent.

Zweistimmen:

In Schermbeck lag die Wahlbeteiligung bei 83,38 Prozent. Die CDU kam bei den Zweitstimmen auf 31,25 Prozent, dahinter folgten die SPD (27,95 Prozent), die Grünen (13,66 Prozent), die FDP (12,8 Prozent), die AfD mit 5,63 Prozent und die Linke mit 2,53 noch vor der Partei „Die PARTEI“ (2,27 Prozent).

Einen Coup wie bei der Kommunalwahl konnte „Die PARTEI“ also nicht wiederholen. Für den einzigen Schermbecker Kandidaten im Wahlkreis Wesel I, Dirk Zerressen von „Die PARTEI“, war es zumindest tröstlich, dass sein Erststimmen-Ergebnis deutlich besser ausfiel: Mit 8,56 Prozent lag er zwar noch hinter Hans-Peter Weiß von den Grünen (12,4 Prozent) und Bernd Reuther von der FDP (9,51 Prozent), aber doch deutlich über dem Erststimmen-Ergebnis von Holger Raumann von der AfD (5,41 Prozent).

Bei den Erststimmen war der Abstand zwischen CDU und SPD in Schermbeck größer als bei den Zweitstimmen. Hier lag Sabine Weiss mit 34,55 Prozent noch relativ deutlich vor Rainer Keller (26,15 Prozent).

Schnellstes Team kam aus Schermbeck

Im gesamten Kreis Wesel hatte Schermbeck übrigens das schnellste Wahlhelfer-Team: Exakt 26 Minuten nach Schließung der Wahllokale lagen im Stimmbezirk Overhagen bereits erste Ergebnisse vor, was auch im Kreishaus registriert wurde.

Über den Autor
Redaktion Dorsten
Berthold Fehmer (Jahrgang 1974) stammt aus Kirchhellen (damals noch ohne Bottrop) und wohnt in Dorsten. Seit 2009 ist der dreifache Familienvater Redakteur in der Lokalredaktion Dorsten und dort vor allem mit Themen beschäftigt, die Schermbeck, Raesfeld und Erle bewegen.
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