Weiss und Röring liegen vorn

Bundestagswahl-Prognose

Noch gut vier Wochen Wahlkampf, dann wird der Bundestag gewählt. Im Wahlkreis Wesel I, zu dem auch Schermbeck gehört, hat CDU-Kandidatin Sabine Weiss derzeit einen knappen Vorsprung, während Johannes Röring (CDU) im Wahlkreis Borken II (dazu gehört Raesfeld) sein Mandat scheinbar "sicher" hat.

Schermbeck/Raesfeld

von Rolf Langenhuisen; Berthold Fehmer

, 24.08.2017, 19:31 Uhr / Lesedauer: 2 min

So lautet zumindest die aktuelle Wahlkreisprognose des Hamburger Datenanalytikers Matthias Moehl. Sein Unternehmen election.de sieht Weiss mit 44 Prozent der Erststimmen (2013: 43,5 Prozent) vor ihrem Konkurrenten Jürgen Preuß (SPD) mit 38 Prozent (SPD-Kandidat Hans-Ulrich Krüger kam 2013 auf 39,2 Prozent). Hinter Weiß und Preuß liegt Dr. Renatus Rieger (AfD) mit 6 Prozent, vor Gerd Baßfeld (Die Linke) und Stefan Meiners (Grüne) mit je 5 Prozent. Bernd Reuther (FDP) kommt laut Prognose auf drei Prozent. Die „Unschärfe“ liege für jede Prognose „bei plusminus 3 oder 3,5 Prozentpunkten“, so Moehl. Heißt also: Das Erststimmen-Rennen im Wahlkreis Wesel I ist noch längst nicht gelaufen. Im Wahlkreis Borken liegt dagegen Johannes Röring fast uneinholbar mit 60 Prozent (2013: 57,4 Prozent) vor Ursula Schulte (SPD) mit 26 Prozent (2013: 27,1 Prozent). Der Raesfelder Grüne Holger Lordieck käme auf 6 Prozent, Karlheinz Busen (FDP) auf 4 Prozent und Rolf Kohn (Die Linke) auf 3 Prozent. 

Politiker-Reaktionen

Was sagen die Politiker zur Prognose? „Umfragen sind keine Wahlergebnisse“, antwortet Johannes Röring auf Anfrage. Er mache gerade eine Woche Urlaub, um Kraft für den Wahlkampf zu tanken. Seine Konkurrentin Ursula Schulte: „Zunächst einmal sind Prognosen bestenfalls Momentaufnahmen, die sich am Wahlabend nicht unbedingt bewahrheiten müssen. Meine Strategie werde ich nach dieser Prognose nicht ändern. Ich setze auf die persönlichen Begegnungen mit den Menschen in meinem Wahlkreis. Vor Ort an den Haustüren bekomme ich viele positive Rückmeldungen. Die Menschen wissen es durchaus zu schätzen, wenn man sich persönlich Zeit für sie nimmt.“

"Nur das Endergebnis zählt"

Im Wahlkreis Wesel I sagt Sabine Weiss: „Über die Prognose von Election freue ich mich natürlich. Gleichzeitig ist aber eine Prognose immer nur eine mehr oder weniger realistische Momentaufnahme. Gewählt wird am 24. September und nur das Endergebnis zählt.“ Ihre Wahlkampfstrategie mache sie nicht von Umfragen abhängig. „Meinen Wahlkampf intensivieren will ich nicht, denn mein Team und ich geben schon jetzt alles.“ Ihr Konkurrent Jürgen Preuß hat „den Eindruck, dass election.de eine seriöse und fachlich fundierte Prognose erstellt.“ Preuß: „Seit ich Wahlkreisbewerber bin, hat election.de viermal die Einschätzung der Situation in meinem Wahlkreis verändert. Ich erwarte deshalb mit großer Gelassenheit weitere Veränderungen zu meinen Gunsten."

Lesen Sie jetzt