Zum neuen Vorstand gehören: Frank Herbrechter, Wolfgang Lensing, Heinz-Günther Draeger, Marvin Koryttko (sitzend v.l.), Stephan Proff, Christiane Fröhlich, Kai Berger (stehend v.l.), Oliver Wirtz (r.) und Brigitte Straus (3.v.r.). Verabschiedet wurden Tim Scholz (4.v.r.) und Thomas Glomb (2.v.r.). Es fehlen: Carsten Wolberg und David Lipkowski. © Helmut Scheffler
Mittelstraße

Werbegemeinschaft appelliert: „Macht so viele Straßen wie möglich auf!“

Die Schermbecker Werbegemeinschaft will die Diskussion um die Mittelstraße beschleunigen. Ihr Appell: „Macht so viele Straßen wie möglich auf!“

Vorsitzender Wolfgang Lensing begrüßte am Mittwochabend in der Gaststätte am Rathaus 19 Mitglieder der Werbegemeinschaft (WG) zur Jahreshauptversammlung. Sein Rückblick auf 2019 und 2020 ergab, dass die einzelnen Mitgliedsfirmen ganz unterschiedlich von der Epidemie betroffen waren.

„Reine Coron-abedingte Betriebsschließungen sehen wir hier in Schermbeck eher nicht“, stellte Lensing fest. Durch Corona hätten sich aber einige Trends der letzten Jahre noch verstärkt. Es sei schwierig, Personal zu finden. Das ehrenamtliche Engagement sei zurückgegangen. Man könne kaum noch externe Markthändler finden. Das Einkaufen im Internet habe zugenommen.

Das Jahr 2021 hat den Kaufleuten immer schärfere Vorgaben beschert. Größere Veranstaltungen waren bis Ende August gar nicht mehr möglich. Kurzfristig musste das geplante Fest „Schermbeck Markt“ abgesagt werden.

Vorstand wurde neu gewählt

Nach dem Bericht des Kassierers Thomas Glomb über Einnahmen und Ausgaben der 63 zahlenden Mitglieder der WG standen Wahlen an. Marvin Koryttko löst Glomb als Kassierer ab. Nachfolger des Schriftführers Tim Scholz wurde Nispa-Mitarbeiter David Lipkowski. Im Block wiedergewählt wurden der erste Vorsitzende Wolfgang Lensing, der zweite Vorsitzende Heinz-Günther Draeger, Geschäftsführer Frank Herbrechter und die Beiratsmitglieder Christiane Fröhlich, Brigitte Straus, Kai Berger, Stephan Proff, Oliver Wirtz und Carsten Wolberg. Die ausscheidenden Vorstandsmitglieder Thomas Glomb und Tim Scholz baten als Ersatz für ein persönliches Geschenk um eine Spende an die GAGU-Zwergenhilfe.

Die Werbegemeinschaft beteiligt sich am digitalen Schermbeck-Gutschein. Ein Viertel der Mitglieder hat sich schon bereits erklärt, den digitalen Geschenk-Gutschein zu vermarkten.

Einen Weihnachtsmarkt wie in den letzten Jahren wird es in diesem Jahr wohl nicht geben. „Externe Markthändler sind nach 30 Monaten Zwangspause verschwunden“, nannte Lensing als einen Grund. Außerdem tendierte die Aktivität der Mitglieder beim „Schermbeck Markt“ gegen Null. Der Vorstand ist nach wie vor bereit, eine Weihnachtsaktion zu starten, benötigt dazu aber Unterstützung. Vorschläge zur Mitarbeit und für ein Programm nimmt der Vorstand gerne entgegen. Mehrere Vereine und Gruppen haben schon bei Wirtschaftsförderin Sabrina Greiwe nachgefragt, ob es ein vorweihnachtliches Fest geben wird.

WG hat keinen konkreten Vorschlag für die Mittelstraße

Ausführlich befasste sich die Versammlung mit der Ortskerngestaltung, die Auswirkungen auf die verkehrliche Nutzung der Mittelstraße haben wird. Für keinen Vorschlag der Planer hat sich die Werbegemeinschaft bislang entschieden. Auch im Rahmen der Versammlung wurde Stephan Proffs Vorschlag, einen konkreten Vorschlag für die künftige Gestaltung der Mittelstraße vorzulegen, nicht übernommen. Die WG erwartet von den Politikern, dass sie sich für eine „gerechte und gleichmäßige Verteilung des Verkehrsaufkommens innerhalb eines neuen Verkehrskonzeptes“ einsetzt.

„Es kann doch nicht sein, dass jeder durch den Ortskern fahren will, aber bloß kein Auto mehr vor seiner Haustür duldet“, so Lensing. Und so heißt der Appell der WG an die Politiker: „Macht so viele Straßen wie möglich auf, damit sich der Verkehr verteilen kann! Kontrolliert die Parkplatzsituation auf den Seitenstreifen! Macht die Marellenkämpe auf! Sorgt dafür, dass der Verkehr auf dem Kapellenweg und der Schienebergstege fließen kann, aber nicht zu schnell!“ Der Bereich am Hotel „Zur Linde“ müsse entschärft werden.

Die Politik solle „endlich was für die Zukunftsfähigkeit unseres Ortes“ tun. Die WG stehe den Politikern gerne als Gesprächspartner zur Verfügung. „Die Aufenthaltsqualität muss verbessert werden“, entpuppte sich als eine zentrale Forderung, aber eine rote Linie wurde ebenfalls aufgezeigt: „Eine Fußgängerzone bringt den Tod unseres Ortes.“

Über den Autor
Freier Mitarbeiter
Im Verlauf von mehr als vier Jahrzehnten habe ich das Zusammenwachsen von acht ehemals selbstständigen Gemeinden miterlebt, die 1975 zur Großgemeinde Schermbeck zusammengefügt wurden. Damals wie heute bemühe ich mich zu zeigen, wie vielfältig das Leben in meinem Heimatort Schermbeck ist.
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Helmut Scheffler