Zickzack-Sommer ärgert die Gastronomen

Wechselhaftes Wetter

Völlig ungewohnt verlief bislang die Woche für Gastronomen und Biergartenbesucher – denn mehrere schöne, trockene Tage am Stück hat es in diesem Sommer bislang kaum gegeben. „Selbst wenn es von heute bis Ende September gutes Wetter gibt, wäre ein normaler Umsatz nicht mehr drin“, sagt etwa Dirk Zerressen vom Schermbecker Ramirez.

Schermbeck/Raesfeld

, 18.08.2016, 17:19 Uhr / Lesedauer: 2 min
Zickzack-Sommer ärgert die Gastronomen

Auf mehrere schöne und trockene Tage hintereinander, wie in dieser Woche, mussten Gastronomen und Biergartenbesucher in diesem Sommer zumeist verzichten. Auch im Schermbecker Ramirez blieben so viele Stühle unbesetzt.

Das Zickzack-Wetter sorgte nicht nur bei ihm für Sorgenfalten. „Tagsüber ist es regnerisch, pünktlich um 18 Uhr kommt die Sonne raus. Und dann ist der Biergarten voll, man steht hier mit zwei Leuten und muss rennen.“ 300 Sitzplätze bietet der Biergarten am Ramirez. Zerressen: „Und dann wird man noch gefragt: Wieso haben Sie nicht genug Leute?“ Viel Flexibilität habe man dem Personal zumuten müssen, und Schüler und Studenten würden natürlich auch lange Gesichter machen, wenn sie als Aushilfe arbeiten wollten, wegen schlechten Wetters aber nichts los sei.

Gestiegene Erwartungshaltung

Eine gestiegene Erwartungshaltung brächten viele Besucher mit, hat Zerressen beobachtet, dessen Betrieb im Januar 25 Jahre alt wird. Beim „Monsun“ im Mai/Juni hätten die Blumen und Außenanlagen gelitten. „Die Geranien sind abgesoffen.“ Und am 12. August sei es um 17 Uhr gerade mal 11 Grad warm gewesen – Zerressen schüttelt den Kopf, als der das sagt. Und sehnt den Supersommer von 2003 zurück… „Sehr durchwachsen“, so bezeichnet Stephan Mühlenbrock vom „Haus Mühlenbrock“ den Sommer. Manchmal habe man Glück gehabt, etwa mit dem Grillbuffet am Mittwoch, aber oft auch regnerische Tage erdulden müssen. „Dann ist Flaute im Biergarten.“ 120 Sitzplätze fasst der. Mühlenbrock erinnert sich auch an einen 40. Geburtstag, bei dem schönes Wetter angesagt war und ein Bierwagen draußen stand. „Dann hat´s doch geregnet, und wir haben ihn erst gar nicht aufgeklappt.“ Sehr ärgerlich sei das natürlich für die Feiernden gewesen.

"Wir müssen aufholen"

Anne Thoenes von „Änneken’s Tenne“ bestätigt, dass das Besucheraufkommen unmittelbar mit dem Wetter zusammenhänge. „Wir müssen aufholen“, sagt sie über die durch das Wetter entgangenen Einnahmen. Als Kleinunternehmen könne man aber besser reagieren, was etwa das Bereitstellen von Personal betreffe.

„Schlimm“

„Für uns war der diesjährige Sommer schlimm“, gibt Arno Rüb vom Erler „Adelheids Spargelhaus“ zu: „Es fehlten die Tagesgäste und die Fahrradfahrer, die ins Münsterland fahren um die schönen Orte Raesfeld und Erle zu besuchen. Teilweise haben ganze Gruppen wegen schlechtem Wetter abgesagt.“ Den Umsatzrückgang könne man nicht mehr auffangen: „Was einmal weg ist, ist weg.“ Im vergangenen Jahr sei der Sommer einfach besser gewesen: „Schon unserer diesjährige Spargelzeit, eigentlich unsere Hauptsaison, fehlten einfach die guten Tage.“

Aus Sonnenschirm wird Regenschirm

„Fast schon ein Desaster“ nennt Arno Brömmel (Gaststätte Brömmel-Wilms in der Erler Dorfmitte) den Sommer: „Da wir in Erle keine weiteren großen Unternehmen haben, die Gäste anlocken, sind wir als Gastronomen sehr auf das gute Wetter und die Touristen angewiesen. Fast nur die Hälfte an Besucher hatten wir im Vergleich zum letzten Jahr.“ Der Getränke-Umsatz sei dementsprechend gewesen. „Was nützt der schönste Biergarten, wenn aus einem Sonnenschirm ein Regenschirm wird?“ In den letzten Tagen sei der Biergarten endlich mal voll gewesen „und ich habe endlich mal nur freundliche Gesichter gesehen. Leider wird es jetzt abends schneller kühl, und somit sind die Verkaufstage kürzer.“

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