DFB-Sportdirektor Oliver Bierhoff musste sich einem Schwerter Sportler geschlagen geben. © picture alliance/dpa
Fußball

6:2 – Schwerter Sportler zeigt DFB-Sportchef Oliver Bierhoff die Grenzen auf

Es war ein Kräftemessen mit Promi-Faktor: Der Schwerter Linus Jäger, zurzeit als Praktikant beim DFB in Frankfurt beschäftigt, berichtet von einem nicht gerade alltäglichen Sport-Erlebnis.

Natürlich träumt man als Sportler von einem Spiel gegen eines seiner Vorbilder der Szene – ein Traum, der sich meistens nicht erfüllt. Mein Kräftemessen mit einem Fußball-Promi kam diesem Traum dann aber doch recht nah.

An dem internen Tennisturnier des Deutschen Fußballbundes durfte die komplette DFB-Belegschaft teilnehmen – vom Praktikanten bis zum Vizepräsidenten. Als Vereinsspieler ließ ich mir diese Chance nicht entgehen und meldete mich an – genauso wie Oliver Bierhoff, der „Direktor Nationalmannschaften & Akademie“, wie seine offizielle Job-Bezeichnung ist.

Erinnerungsfoto nach einem sportlichen Erfolg gegen einen Promi: Der Schwerter Linus Jäger (re.) mit DFB-Sportdirektor Oliver Bierhoff. © Linus Jäger © Linus Jäger

Nach der Auslosung wurde mir bei einem Blick auf die Paarungen schnell klar, dass ich ihm Halbfinale auf ihn treffen könnte. Mein Ehrgeiz war geweckt und das Ziel klar abgesteckt – auch wenn ich die Spielstärken der übrigen Gegner nicht einschätzen konnte.

Doch nachdem wir beide die Partien in den ersten Runden klar gewinnen konnten, standen wir uns im Halbfinale tatsächlich gegenüber – auf der einen Seite des Netzes in Frankfurt-Niederrad der 23-jährige Praktikant aus Schwerte, auf der anderen Seite der Schütze des Golden Goals im EM-Finale 1996 für Deutschland.

„Ein Linkshänder – härter kann es mich nicht treffen“

Angespannt und nervös fieberte ich der Begegnung entgegen, doch Bierhoff präsentierte sich vorab sehr locker. „Jetzt muss ich gegen einen Vereinsspieler antreten, das war vorher anders abgesprochen“, flachste er in Richtung der Turnierchefin. Als er beim Einspielen erkannte, dass ich Linkshänder bin, rief er über den Platz: „Auch noch ein Linkshänder – wie Toni Kroos. Härter kann es mich nicht treffen.“

Während des Spiels kam bei uns beiden der sportliche Ehrgeiz durch – da wurde um jeden Ball gekämpft und bei einfachen Fehlern geflucht. In aller Bescheidenheit sei erwähnt: Am Ende setzte sich die Jugend gegen die Erfahrung mit 6:2 durch.

Oliver Bierhoff pusht: „Auf geht‘s, Linus!“

Ich zog also durch den Sieg über Oliver Bierhoff ins Finale des DFB-Turniers ein, in dem mit Anna Depenau eine ehemalige Collegespielerin aus den USA als Gegnerin wartete. Nachdem ich einen 2:5-Rückstand zum 5:5 egalisieren konnte, stand letztlich eine 5:7-Niederlage auf der Anzeigetafel – und das, obwohl Oliver Bierhoff mich zum Sieg pushen wollte: „Auf geht’s Linus!“ rief er – allzu gerne hätte er von sich behauptet, gegen den späteren Turniersieger ausgeschieden zu sein.

Dazu hat es nicht ganz gereicht. Ein Erinnerungsfoto mit Oliver Bierhoff konnte ich mir nicht trotzdem entgehen lassen und bekam anschließend Lob und einen spaßigen Tadel vom Sportdirektor zu hören: „Linus, Du hast Deine Klasse in den Matches bewiesen. Es war eine tolle Zeit beim DFB für Dich“, schrieb er launig in den Team-Chat.

Der Sieg als Krönung des Highlights

Und für mich ist zwar nicht der Traum von einem Match gegen einen Tennis-Profi in Erfüllung gegangen, aber immerhin durfte ich gegen einen echten Sport-Promi antreten – und dann wurde dieses Highlight auch noch mit einem Sieg gekrönt.

Linus Jäger (23) ist Freier Mitarbeiter der Lokalsportredaktion Schwerte der Ruhr Nachrichten. Seit 1. August dieses Jahres absolviert Linus Jäger ein sechsmonatiges Praktikum beim Deutschen Fußballbund (DFB) in Frankfurt. Zudem ist er leidenschaftlicher Tennisspieler.

Über den Autor