Drei Jahre lang spielten die Jugendhandballer der HVE Villigst-Ergste und der HSG Schwerte/Westhofen unter der Marke „Ruhr Füchse“ zusammen. Zur neuen Saison aber endet die Kooperation. © Bernd Paulitschke
Jugendhandball

Aufbruchstimmung bei der HSG – und Vorwürfe gegen den ehemaligen Kooperationspartner

Die Entscheidung der HVE Villigst-Ergste, die Kooperation im Kinder- und Jugendhandball zu beenden, hat die HSG Schwerte/Westhofen unvorbereitet getroffen. Aber die HSG blickt nach vorne.

Gut eine Woche ist es her, dass die Vereinsführung der HVE Villigst-Ergste die Verantwortlichen des Nachbarvereins darüber informiert hat, dass sie die Kooperation, die es in den vergangenen drei Jahren im Kinder- und Jugendhandball gegeben hat, beendet – sehr zum Ärger und Unverständnis der HSG.

Nach dem „schockierenden Entschluss der HVE-Verantwortlichen“, wie es in der von der HSG sowie den beiden Stammvereine TG Westhofen und TV Jahn Rot-Weiß Schwerte gemeinsam verfassten Pressemitteilung heißt, hat sich der Blick der HSG mittlerweile nach vorn gerichtet.

Rolf Linnemann, Sportlicher Leiter der HSG Schwerte/Westhofen. © Bernd Paulitschke © Bernd Paulitschke

Und Rolf Linnemann, Sportlicher Leiter der HSG, ist weit davon entfernt, Trübsal zu blasen – im Gegenteil, Linnemann berichtet von einer regelrechten Aufbruchstimmung.

„Eine Riesenchance, uns neu aufzustellen“

„Ich bin freudig überrascht darüber, wieviel Hilfe und Unterstützung uns von ehemaligen HSG-Leuten angeboten wird, die eigentlich schon von der Bildfläche verschwunden waren“, sagt der Sportliche Leiter, „durch diesen großen Zuspruch haben wir die Riesenchance, uns neu aufzustellen. Wenn es gut läuft, können wir aus der Situation sogar gestärkt hervorgehen“, meint Linnemann.

Man habe in den vergangenen Tagen auf mehreren virtuellen Meetings mit Trainern, Betreuern und Eltern zusammengesessen, um die Lage zu besprechen. Was er an Rückmeldungen erhalten habe, stimme ihn zuversichtlich, nahezu alle Altersklassen für die neue Saison besetzen zu können, so Linnemann. Dies gelte mit Ausnahme der männlichen A-Jugend und den E-Jugendbereich (Linnemann: „Der ist fest in HVE-Hand“). Und in der D-Jugend wolle man eine gemischte Jungen-/Mädchenmannschaft ins Rennen schicken.

Eine gewisse Unbekannte gibt es in den Planspielen der HSG-Verantwortlichen dann aber doch noch. „Das funktioniert natürlich nur, wenn sich unsere HSG-Kinder nicht in einem hohen Maße anders entscheiden. Aber danach sieht es nicht aus“, meint der Sportliche Leiter. Er habe sogar von Einzelfällen gehört, dass Eltern von Villigst-Ergster Kindern angekündigt hätten, zur HSG zu wechseln, „weil sie absolut nicht damit einverstanden sind, dass die HVE die Kooperation beendet hat.“

Vorwürfe an den ehemaligen Kooperationspartner

Aber es wird wohl auch Kinder und Jugendliche geben, die den umgekehrten Weg gehen – auch weil sie seitens des ehemaligen Kooperationspartners beeinflusst werden, meint Linnemann. „Die HVE versucht, massiv Einfluss zu nehmen, die Kinder auf ihre Seite zu ziehen – zum Teil in einseitiger und ziemlich unverschämter Weise. Sie wollen den ganzen Jugendbereich des Schwerter Handballs an sich reißen. Dass wir das nicht gutheißen und dass wir versuchen, uns dagegen zu wehren, ist ja wohl normal.“

Das hört sich nicht danach an, dass die beiden ehemaligen Kooperationspartner nochmal zusammenfinden werden. Rolf Linnemann bestätigt diesen Eindruck. Seit besagter Video-Konferenz am Donnerstagabend herrsche „absolute Funkstille“. Und zumindest von Linnemanns Seite wird das wohl auch so bleiben. „Ich sehe keinerlei Veranlassung, mit mich irgendjemandem von der HVE in Verbindung zu setzen. Durch ihre Entscheidung und durch die Art und Weise, wie sie sie uns präsentiert haben, ist jegliche Vertrauensbasis verloren gegangen.“

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Redaktion Schwerte
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Michael Doetsch