Benjamin Gottstein ist nicht mehr Trainer der Holzpfosten Schwerte. © Foto: Manuela Schwerte
Fußball-Bezirksliga

Benjamin Gottstein beim SC Hennen: „Als Cheftrainer wäre ich nicht der richtige gewesen“

Nur rund einen Monat nach seinem Aus bei Holzpfosten Schwerte hat Benjamin Gottstein schon wieder ein neues Amt übernommen. Dabei hatte er sich zunächst eigentlich erstmal andere Dinge vorgenommen.

Mitte September hatten sich die Holzpfosten Schwerte von Trainer Benjamin Gottstein getrennt. Rund einen Monat später hat dieser schon eine neue Aufgabe gefunden – und damit seine eigenen Planungen überrumpelt.

Gottstein ist seit vergangener Woche Co-Trainer des Bezirksligisten SC Hennen. Dort übernahm mit dem erfahrenen Peter Habermann ein neuer Cheftrainer, für den Hennens Sportlicher Leiter Marvin Horn noch einen Assistenten suchte. Hier kam Gottstein ins Spiel. „Es hat sich so ergeben, dass ich quasi zeitgleich von meinen Aufgaben entbunden wurde wie der ehemalige Trainer von Hennen“, so Gottstein. Er und Marvin Horn kennen sich lange, es kam zu Gesprächen.

Auch Gespräche mit einem Dortmunder Verein

Die führte Gottstein parallel auch mit einem Dortmunder Verein, der bei ihm in der Vergangenheit schon einmal angefragt hatte. Letztlich fiel die Entscheidung auf den SCH – nicht zuletzt aufgrund des 72-Jährigen Peter Habermann.

„Für mich kam nur die Co-Trainer-Rolle infrage“, sagt Gottstein. Er wohne im Dortmunder Norden, die Fahrzeit nach Hennen sei nicht unwesentlich und dazu nochmal fünf bis zehn Minuten länger als zu den Holzpfosten.

Da der 33-Jährige zudem im Laufe der Rückrunde zum zweiten Mal Vater werde, habe er nicht die Hauptverantwortung übernehmen wollen. „Dafür wäre ich auch definitiv nicht der richtige gewesen“, so Gottstein, der vor Amtsantritt weder die Mannschaft noch die Bezirksliga 6 kannte.

Unter Habermann zu lernen, reize ihn enorm. „Unter einem Trainer wie Peter kann man nur lernen. Mit seiner Erfahrung ist das fantastisch“, sagt Gottstein. Das neue SCH-Trainergespann kannte sich vorher nicht persönlich, lernte sich vorab in einem Gespräch erstmals kennen. Deshalb werde es auch etwas dauern, bis sich Aufgaben und Kompetenzen eingependelt haben, so Gottstein. Der ehemalige Torwart sei von Habermann aber schon während der ersten gemeinsamen Einheit eingebunden worden, berichtet er.

Holzpfosten hätte Gottstein nicht verlassen für Hennen

Dass er so schnell wieder eine Aufgabe finden werde, habe Gottstein selbst überrascht. „Ich wollte schon wieder etwas übernehmen. Aber das es so schnell geht, hätte ich nicht gedacht“, sagt der Ex-Trainer der Holzpfosten.

Deshalb steht er Hennen in der Anfangszeit auch nicht uneingeschränkt zur Verfügung. Gottstein hat einige private Pläne gemacht, war etwa am Dienstag beim Gastspiel des BVB in Amsterdam. Auch ein Urlaub steht demnächst an. „Das sind so Sachen, da dachte ich: Ich habe eigentlich Zeit“, so Gottstein.

Der neue Hennener Co ist in der Trainer-Hierarchie zwar um eine Position abgestiegen, dafür eine Spielklasse geklettert. „Es ist eine komplett andere Aufgabe. Ich hätte einen Co-Trainer-Posten in der A-Liga auch nicht als Abstieg empfunden“, so Gottstein. Die Holzpfosten hätte er aus eigenen Stücken allerdings nicht verlassen, wäre das Angebot aus Hennen gekommen.

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Amateursportler bewegen vielleicht weniger Menschen als die Profis, dafür aber umso intensiver. Sie schreiben die besseren Geschichten - vor allem im Ruhrgebiet. Diese zu erkennen und aufzuschreiben, darum arbeite ich seit 2017 für Lensing Media. Darüber hinaus Handballtrainer im Jugendbereich. Gebürtig aus Lünen.
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Timo Janisch