Seitens der HVE Villigst-Ergste weist man die Vorwürfe des ehemaligen Kinder- und Jugend-Kooperationspartners HSG Schwerte/Westhofen zurück. © Bernd Paulitschke
Handball

Der Handball-Zoff geht weiter: HVE Villigst-Ergste wehrt sich gegen HSG-Vorwürfe

Dass die HVE Villigst-Ergste die Jugend-Kooperation mit der HSG Schwerte/Westhofen beendet hat, sorgt weiter für Gesprächsstoff. Auf öffentliche HSG-Vorwürfe reagieren nun die Villigst-Ergster.

Eigentlich habe man seitens der HVE Villigst-Ergste nach der ausführlichen Pressemitteilung vom 26. März schweigen wollen, sagt Thorsten Gollnik, Sportlicher der HVE. Neben Unmut und Verärgerung werde seitens der HSG nun allerdings eine Tonart gewählt, „die wir entschieden zurückweisen, weil neben unberechtigten Vorwürfen auch Unwahrheiten verbreitet werden.“

Mehr als 25 engagierte Menschen in der Jugendarbeit seien der Beleg dafür, dass man bei der HVE die Nachwuchsarbeit lebt, sagt Gollnik. Im 12-köpfigen Führungsgremium unterstütze man und höre zu. „Wenn der sportliche Leiter der HSG dies als ,einseitig und ziemlich unverschämt‘ bezeichnet, nehmen wir das gern als Lob – und ergänzen ,einseitig und unverschämt gut‘. Alles andere sind unredliche Unterstellungen“, so Thorsten Gollnik. Im Übrigen werbe ja aktuell auch die HSG mit ihrem Angebot – und das nicht nur bei den vereinseigenen Kindern.

„Entgegen der getroffenen Absprache“

Auf den Sportlichen Leiter der HSG, Rolf Linnemann, zielt Gollniks Kritik hauptsächlich ab. So wirft Gollnik ihm unter anderem vor, interessanten B-Jugendlichen der Ruhr Füchse die frühzeitige Orientierung zur HSG-Seniorenmannschaft schmackhaft zu machen „selbstverständlich entgegen der getroffenen Absprache“, so Gollnik.

Zudem wehrt sich die HVE-Führung gegen den Vorwurf, dass man nicht im Vorfeld das Gespräch gesucht habe, sondern den (ehemaligen Kooperationspartner) vor vollendete Tatsachen gestellt habe.

Bewusste Leugnung oder nicht ernst genommen

Gollnik dazu: „Wir haben mehrfach und wiederholt in Jugendleiter- und Vorstandstreffen mehr Engagement gefordert. Wir haben zusätzlich – losgelöst von den normalen Besprechungen – Anfang 2020 ein Treffen zum Zukunftsbild der Ruhr Füchse initiiert. Eine Woche später erhielten wir die Rückmeldung, dass weitergehende Überlegungen zur Zukunft der Kooperation – zum Beispiel die Bildung einer Jugendspielgemeinschaft – der HSG aktuell zu schnell gingen.

Als Rolf Linnemann dann im letzten Sommer während einer strittigen Diskussion kurzerhand aus dem Kreise der Füchse-Jugendwarte austrat, wurde uns langsam klar, welche Wertschätzung unsere Meinung auf der HSG-Seite genießt. Wenn nun also behauptet wird, dass die Verantwortlichen der HSG ,nullkommanull‘ (O-Ton) Vorahnung hatten, dass auf unserer Seite die Unzufriedenheit in der Zusammenarbeit wuchs, können wir nur erwidern, dass dies entweder eine bewusste Leugnung von Tatsachen ist, oder aber man uns als Kooperationspartner nie ernst genommen hat.“

Aufgrund mangelhafter Kooperation, Kommunikation und Arbeitsverteilung habe man sich von Villigst-Ergster Seite als Erfüllungsgehilfe der HSG-Jugendarbeit gefühlt. „Und nun sollen wir als Sündenböcke für das Ende der Kooperation herhalten. Dafür stehen wir nicht zur Verfügung“, sagt Thorsten Gollnik. Dass die HSG sich nun öffentlich als „Retter der Füchse“ darstellt, sei schlicht unpassend. „Dazu war vorher die Gelegenheit. Die HSG-Verantwortlichen täten gut daran, ab sofort in den eigenen Reihen nach Ursachen für das Ende der Kooperation zu suchen. Sie werden fündig werden.“

So wird es in der Sache wohl kein Zurück geben. „Die unerhörte Vorgehensweise der HSG bestätigt uns, dass es die richtige Entscheidung war, die Zusammenarbeit zu beenden, bevor aus der losen Beziehung eine dauerhafte un-partnerschaftliche Partnerschaft wird. Dies war eindeutig der richtige und auch der späteste Zeitpunkt. Lieber ein Ende mit Schrecken…“, sagt Gollnik und ergänzt abschließend: „Wir werden in der Lage sein, in allen bestehenden Altersklassen Mannschaften zu melden und so allen Kindern ein Angebot zu machen. Wir blicken zuversichtlich in die Zeit nach dem gescheiterten Gemeinschaftsprojekt.“

Über den Autor
Redaktion Schwerte
Als Schwerter Sportredakteur seit 2000 auf den Sportplätzen und in den Hallen unterwegs – nach dem Motto: Immer sportlich bleiben!
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Michael Doetsch

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