Meisterlich: Susi Grass, Susi Kleppe, Simone Führt, Juliane Lindner, Corinna Kunze, Melanie Koch und Bianka Tiedje (v.li.), als der Verbandsliga-Aufstieg 2006 perfekt war. © Oskar Neubauer
Handball-Verbandsliga

Der Meistertrainer erinnert sich an „eine Supersaison von A bis Z“

Dreimal hintereinander war die HSG Schwerte/Westhofen nur knapp am Aufstieg in die Frauen-Verbandsliga gescheitert. Im vierten Anlauf hat es dann aber geklappt - ein Blick zurück auf 2006.

Ziemlich genau zehn Jahre ist es her, dass die HSG Schwerte/Westhofen den Aufstieg in die Frauenhandball-Verbandsliga geschafft hat. Es war allerdings nicht das erste Mal, dass es ein HSG-Frauenteam in diese Spielklasse geschafft hat. Denn exakt fünf Jahre zuvor Liga hatten die Spielerinnen im HSG-Trikot schon einmal den Aufstiegssekt spritzen lassen.

Am 19. März 2006 durften sich die Schwerter Meisterspielerinnen in der Sporthalle des Friedrich-Bährens-Gymnasiums die Aufstiegs-T-Shirts überstreifen, nachdem sie das drittletzte Spiel der Landesligasaison 2005/06 gegen den Soester TV mit 31:20 für sich entschieden und damit den Aufstieg in die Verbandsliga vorzeitig perfekt gemacht hatten.

Aufstiegs-Shirts mit der Aufschrift „Endlich…“

„Endlich…“ stand auf den knallgelben Shirts geschrieben – das hatte seinen Grund. Denn auch in den drei Jahren zuvor waren die Schwerterinnen jeweils ein heißer Kandidat im Aufstiegsrennen, der Sprung in die höhere Spielklasse blieb ihnen aber jedes Mal verwehrt.

Im vierten Anlauf hat es dann aber geklappt – und zwar in höchst souveräner Art und Weise. Gleich im ersten Saisonspiel wies die Mannschaft von Trainer Martin Bleigel den Ortsnachbarn HVE mit 18:10 in die Schranken und übernahm die Tabellenführung. Diese gab sie bis zum Schluss nicht mehr her – für solche Saisonverläufe ist der Begriff „Start-Ziel-Sieg“ erfunden worden.

Juliane Lindner (li.) und Corinna Kunze trugen den HSG-Aufstiegstrainer Martin Bleigel 2006 auf Händen. © Oskar Neubauer © Oskar Neubauer

Nur beim 17:17-Unentschieden gegen den TVE Netphen (Trainer Bleigel: „Das war damals mein Lieblingsgegner“) ging das HSG-Team nicht als Sieger vom Parkett. Alle anderen Partien gewannen die Schwerterinnen, die meisten davon deutlich.

Den ärgsten Verfolger mit 28:13 geschlagen

So war die Spielzeit für Martin Bleigel rückblickend „eine Supersaison von A bis Z“. Als Highlight ist dem Coach, für den es die siebte Saison auf der HSG-Trainerbank war, der 28:13-Kantersieg gegen den TV Unna in Erinnerung geblieben, der damals als ärgster Verfolger des Spitzenreiters in die FBG-Halle gekommen war.

Allein dieses Ergebnis belegt, dass gegen dieses HSG-Team für die Konkurrenz kein Kraut gewachsen war. Das lag nicht zuletzt an Corinna Kunze. Die Ex-Nationalspielerin ließ damals in Schwerte ihre aktive Karriere ausklingen, war aber auch mit immerhin schon 42 Jahren eine für Landesliga-Verhältnisse weit überdurchschnittliche Spielerin. „Aber es war nicht Corinna Kunze allein“, sagt Meistertrainer Bleigel, „alle Spielerinnen haben damals Verantwortung übernommen.“

Erst Abstieg, dann Wiederaufstieg 2011

So sei der Aufstieg damals auch ein Erfolg des Teamworks gewesen, erinnert sich der Coach, der die Mannschaft dann ein Jahr später auch in der Verbandsliga noch betreute und sie zum Klassenerhalt führte. Eine weitere Saison später stiegen die Schwerterinnen dann allerdings wieder ab, um dann drei Jahre später im Jahr 2011 in die Verbandsliga zurückzukehren – aber das ist eine andere Geschichte.

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Michael Doetsch