Wann die westfälischen Amateurfußballer ihre Schuhe wieder schnüren dürfen, ist noch nicht abzusehen. © Jens Lukas
Fußball

Die Zeit läuft davon: „Und wenn nächste Woche nochmal ein Lockdown kommen sollte…“

Für die Fortsetzung der Amateurfußballsaison wäre die zeitnahe Rückkehr auf die Trainingsplätze eine zwingende Voraussetzung - eine nicht sonderlich realistische Konstellation.

Von Schleswig-Holstein über Mecklenburg-Vorpommern und Hessen bis nach Bayern – ein Landesverband nach dem anderen annulliert in diesen Tagen die Amateurfußballsaison 2020/21 oder kündigt zumindest an, unmittelbar vor einer solchen Entscheidung zu stehen.

Und der Fußball- und Leichtathletikverband Westfalen (FLVW)? Nach wie vor wartet man bisher vergeblich auf eine Vollzugsmeldung aus der Verbandszentrale in Kaiserau. Das liegt auch daran, dass die Regularien, die die Verbandsfunktionäre in ihrer Spielordnung für die Saison 2020/21 festgehalten haben, einen generellen Saisonabbruch nicht so ohne Weiteres zulassen.

Dabei können mittlerweile nur noch die Super-Optimisten daran glauben, dass in absehbarer Zeit wieder um Punkte gekickt wird und dass man bis zum 30. Juni mindestens 50 Prozent der Spiele pro Liga absolvieren kann – die „magische“ Grenze, ab der es zu einer Wertung der Saison kommt.

Mehr und mehr ein Ding der Unmöglichkeit

Vor allem für die mit 21 Mannschaften prall gefüllte Oberliga wird die Saisonfortsetzung mehr und mehr zu einem Ding der Unmöglichkeit. Das sieht auch Lothar König so. „In der Oberliga müssten sie allerspätestens am 16. Mai anfangen, sonst wird es nicht mehr funktionieren“, sagt der Dortmunder.

Hauptsächlich zuständig ist König aber als Staffelleiter für die Bezirksliga 8 mit Mannschaften aus Schwerte, Lünen, Dortmund sowie Unna, Kamen und Holzwickede. Und auch für „seine“ Liga kann sich König kaum noch vorstellen, auf die erforderliche Anzahl an Partien zu kommen.

Vereine haben fünf bis sieben Spiele absolviert

Zwischen fünf und sieben Spiele haben die Vereine der Bezirksliga 8 bis zum Sport-Lockdown im vergangenen Herbst absolviert. König sagt: „Die Zeit läuft uns davon. Wenn die Vereine kein grünes Licht kriegen, zeitnah mit dem Training anfangen zu dürfen, wird es eng. Und wenn nächste Woche nochmal ein Lockdown kommen sollte….“ Das Ende dieses Gedankens spricht der Staffelleiter gar nicht mehr aus.

Letztlich bleibe ihm, seinen Staffelleiter-Kollegen und den FLVW-Funktionären zurzeit nichts Anderes übrig, als auf eine Entscheidung der Politik zu warten. Eine solche Entscheidung hatte sich König eigentlich von der mittlerweile abgesagten Bund-Länder-Runde am Montag erhofft.

Das nächste virtuelle Treffen auf FLVW-Ebene ist für kommenden Samstag, 17. April, geplant. Zwei Tage später soll es eine Pressekonferenz geben, heißt es aus dem FLVW-Präsidium. Eine generelle Aussage der FLVW-Führung zum weiteren Vorgehen wird es wohl auch dann nicht geben. Zuletzt hatte das Verbandspräsidium angedeutet, die jeweiligen Staffelleiter mehr in die Verantwortung zu nehmen und ihnen die Entscheidung zu überlassen, wann der Zeitpunkt für eine mögliche Saisonannullierung gekommen sei.

Lothar König aber ist kein Freund solcher individueller Lösungen, sondern plädiert für eine einheitliche Regelung auf westfälischer Ebene: „Dass jeder macht, was er will, kennen wir mittlerweile aus der Politik. Aber das müssen wir doch nicht nachmachen“, meint der Staffelleiter.

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Redaktion Schwerte
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Michael Doetsch