Nächste Saison in der 3. Liga? Zumindest hat die HSG Schwerte/Westhofen (hier Shari Linnemann) fristgerecht für die Aufstiegsrunde gemeldet. © Bernd Paulitschke
Handball

Es klingt verrückt, aber: Spielt die HSG Schwerte/Westhofen bald in der 3. Liga?

Vier Frauen-Oberligamannschaften haben ihre Meldung für die Aufstiegsrunde zur dritthöchsten Spielklasse abgegeben, eine davon ist die HSG Schwerte/Westhofen.

Die Handballerinnen der HSG Schwerte/Westhofen sind im Sommer vergangenen Jahres in die Oberliga aufgestiegen – die Wildcard-Regelung, die der Handballverband Westfalen (HVW) seinerzeit zur Wertung der vorzeitig abgebrochenen Saison 2019/20 getroffen hatte, machte es möglich.

Und auch wenn es nicht allzu wahrscheinlich ist: Möglicherweise ist diese Spielklasse für die Schwerterinnen nur eine Durchgangsstation. Denn die HSG Schwerte/Westhofen ist einer von vier Klubs, deren Meldung für die Aufstiegsrunde zur 3. Liga der Frauen fristgerecht beim HVW eingegangen ist. Eine ostwestfälische Spielgemeinschaft namens LIT TRIBE Germania, der SC DJK Everswinkel aus dem Münsterland und der Bochumer Verein SV Teutonia Riemke sind die anderen drei Mannschaften.

Ambitionen gehen nicht in Richtung Aufstieg

Bevor die HSG-Fans jetzt aber schon beginnen, Aufstiegsfeierlichkeiten zu planen: Dass die Mannschaft von Trainer Mischa Quass den Sprung in die dritthöchste Liga schafft, ist eher unwahrscheinlich – die Ambitionen des jungen Schwerter Teams gehen sicherlich nicht in Richtung Aufstieg.

„Für uns wären diese Spiele gegen starke Gegner eine gute Vorbereitung auf die neue Oberligasaison“, sagt Rolf Linnemann, Sportlicher Leiter der HSG Schwerte/Westhofen – und fügt vielsagend hinzu: „Wenn die Spiele überhaupt stattfinden.“

Linnemanns Nachsatz hat ganz sicher seine Berechtigung – von einer Rückkehr in den Trainings- oder gar Spielbetrieb scheinen die Handballerinnen und Handballer in der derzeitigen Pandemie-Lage weiter entfernt denn je.

Oberliga-Aufsteiger sind für die 3. Liga eingeplant

Trotzdem haben die Funktionäre des westfälischen Verbandes bisher noch keinen Haken an die Saison 20/21 gemacht – unter anderem deshalb nicht, weil für die Spielzeit 2021/22 in der 3. Liga, deren Spielbetrieb unter dem Dach des Deutschen Handballbundes abgewickelt wird, Aufsteiger aus der Oberliga vorgesehen sind. „Also muss es unser Bestreben sein, diese Oberliga-Aufsteiger auszuspielen“, hatte HVW-Präsident Wilhelm Barnhusen vor etwa fünf Wochen erklärt.

So kommt diese Aufstiegsrunde zustande, hinter deren Durchführung aber jede Menge Fragezeichen stehen. An welchen Terminen und nach welchem Modus soll diese Runde ausgespielt werden? Bis wann muss die Runde spätestens abgeschlossen sein? Alles Fragen, auf die es noch keine Antwort gibt. „Das weitere Vorgehen wird nunmehr mit diesen Vereinen abgestimmt“, heißt es dazu in der Mitteilung des Verbandes.

„Weiß gar nicht, wie der Verband das machen will“

Auch Rolf Linnemann ist skeptisch. „Wenn man sich die aktuellen Zahlen ansieht, weiß ich gar nicht, wie der Verband das machen will“, sagt Linnemann. Trotzdem: Für den Fall der Fälle sei man gut vorbereitet, meint der Sportliche Leiter. „Die Initiative, für diese Aufstiegsrunde zu melden, ist von den Spielerinnen selbst gekommen“, verrät Linnemann, „sie würden gerne unter Wettkampfbedingungen gegen starke Gegner antreten und sind auch bereit, intensiv dafür zu arbeiten.“

Mit Laufeinheiten und online-Training haben sie sich in den vergangenen Wochen und Monaten fit gehalten – auch wenn diese Einheiten ein reguläres Hallentraining natürlich nicht gleichwertig ersetzen können. Unvorbereitet würde das Team jedenfalls nicht in eine Aufstiegsrunde gehen – eine Aufstiegsrunde, die für die HSG Schwerte/Westhofen in der 3. Liga enden könnte. Auch wenn es nicht allzu wahrscheinlich ist.

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Redaktion Schwerte
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Michael Doetsch