Die SG Eintracht Ergste (grüne Trikots) gewann das Lokalduell gegen Holzpfosten Schwerte mit 2:0. © Manuela Schwerte
Fußball-Kreisliga A

Miese Startbilanz, aber der Trainer bleibt zuversichtlich: „Es gibt keine Ausreden mehr“

Die ersten vier Spiele der Saison verloren - ist das alles nur Pech vor dem gegnerischen Tor oder auch Unvermögen?

Beim Blick auf die Tabelle in der Iserlohner Kreisliga A müsste man eigentlich Sorgen haben, ob ein Vertreter aus Schwerte auch am Ende der Saison noch in dieser Liga spielt. Denn die Zwischenbilanz von Holzpfosten Schwerte 05 nach dem Saisonstart ist nicht besonders verheißungsvoll: vier Spiele, vier Niederlagen, 4:12-Tore, vorletzter Tabellenplatz. Nur die SG Hemer II hat ein noch schlechteres Torverhältnis.

Doch Benjamin Gottstein, der Coach des Teams, zeigt sich vor dem 2:5 gegen Vatanspor Hemer zuversichtlich. „Wenn wir vorne und hinten unsere Fehler minimieren, haben wir mit dem Abstieg nichts zu tun, da bin ich absolut optimistisch. Im Augenblick machen wir die typischen Holzpfosten-Fehler.“ Sind die Aussagen nur Zweckoptimismus oder haben sie auch Hand und Fuß? Es sind nämlich sehr viele Fehler, die das Team macht.

Letzter Holzpfosten-Sieg am 8. März 2020

Die Augen vor den nackten Zahlen kann auch Gottstein nicht verschließen. Seit dem Wiederaufstieg in die Kreisliga A haben die Schwerter noch kein Spiel gewonnen. Der letzte Sieg in einem Meisterschaftsspiel datiert vom 8. März 2020 – ein 1:0 bei der 2. Mannschaft der SG Eintracht Ergste – in der Kreisliga B. Danach wurde die Saison 19/20 abgebrochen, und Holzpfosten stieg als Tabellenführer in die A-Liga auf.

In der Abbruchsaison 2020/21 wurde viermal gespielt (ein Unentschieden, drei Niederlagen). Und auch in der Vorbereitung vor dieser Saison hat Holzpfosten kein einziges Testspiel gewonnen. Auf die Frage, ob das alles nur Pech sei, antwortet Gottstein: „Natürlich nicht. Klar, wir haben auch ein paar zweifelhafte Schiedsrichter-Entscheidung zu verkraften gehabt und mussten schon zwei Platzverweise in drei Spielen hinnehmen. Aber da müssen wir uns dennoch an die eigene Nase fassen.“ Gottstein fasst es so zusammen: „In der Offensive haben wir das Glück nicht gepachtet, belohnen uns nicht, vergeben Chancen über Chancen. Und hinten laden wir den Gegner geradezu zum Toreschießen ein“.

Schiedsrichter überlegt es sich anders

Am vergangenen Sonntag (2:5 bei Vatanspor Hemer) war Gottstein nicht dabei. Doch auch eine Woche vorher beim Derby gegen Ergste (0:2) war es schon so – wobei eine Situation schon kurios war: Ein Holzpfosten- Spieler wurde beim Kopfballversuch im Ergster Strafraum unterlaufen, der Schiedsrichter zeigte auf den Elfmeterpunkt – so weit, so gut. „Das war eine wirklich klare Entscheidung“, so Gottstein. Natürlich habe Ergste dagegen protestiert, aber gar nicht so heftig wie normal üblich, erklärte der Schwerter Coach. 60 Sekunden später überlegte es sich der Unparteiische und gab Freistoß für Ergste.

Die Schuld für die Misere will Gottstein aber nicht bei den Schiedsrichterleistungen suchen: „Dass müsse man fairerweise sagen.“ Bleibt die Frage, woher der Coach sein Optimismus nimmt, dass der Knoten bald platzt und der erste Sieg eingefahren wird. „Wir haben in den ersten Spielen überzeugt, waren kämpferisch stark und läuferisch zum Teil überlegen. Wenn das nicht so wäre, würde ich mir ernsthaft Sorgen machen. So aber nicht“, gibt sich Gottstein zuversichtlich.

„Nur ein paar kleine Stellschrauben“

Und was ist nun mit der schwachen Chancenverwertung? „Die war natürlich eine Katastrophe. Aber unser Kader ist bald wieder komplett, die Urlauber sind zurück, die Verletzten wieder gesund. Jetzt gibt es keine Ausreden mehr“, sagt Gottstein und meint: „Es sind im Endeffekt nur ein paar kleine Stellschrauben, die wir justieren müssen.“ Hoffentlich klappt das schnell aus Holzpfostensicht.

Über den Autor
Freier Mitarbeiter
Ein waschechter Dortmunder, Jahrgang 1957. Vor dem Journalismus lange Jahre Radprofi, danach fast 30 Jahre lang Redakteur bei Dortmunder Tageszeitungen, seit 2015 bei den Ruhr Nachrichten, natürlich im Sport.
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Peter Kehl