Handball-Verbandsliga

Noch drei Neuzugänge, aber Ziel der HSG Schwerte/Westhofen kann nur der Klassenerhalt sein

In der Handball-Verbandsliga steht der Saisonstart vor der Tür. Das gilt auch für die HSG Schwerte/Westhofen und die HSG Schwerte/Westhofen, mit der wir uns an dieser Stelle beschäftigen.

Es war zu Pfingsten, als die überraschende Nachricht des Handballverbandes Westfalen die Verantwortlichen der HSG Schwerte/Westhofen erreichte. Eine nicht allzu transparente Quotientenregelung, die der Verband in Corona-Zeiten angewendet, um Aufsteiger am grünen Tisch zu ermitteln, ebnete der HSG Schwerte/Westhofen den Weg in die Verbandsliga – ein Aufstieg, mit dem niemand im HSG-Lager gerechnet hatte.

„Wir waren ja selbst überrascht, dass es so kommt. Der Aufstieg kam unverhofft – und deshalb ist es natürlich nach wie vor ein Abenteuer für uns, Verbandsliga zu spielen“, sagt Tim Decker, einer der beiden gleichberechtigt agierenden Trainer des HSG-Teams.

Das Saisonziel: „Was die Zielsetzung ist, darüber brauchen wir nicht zu diskutieren“, sagt Decker. Mit anderen Worten: Wenn die Schwerter am Saisonende über dem Strich stehen und nicht zu den fünf Mannschaften gehören, die aus der 13er-Liga absteigen müssen, hätten sie eine erfolgreiche Saison gespielt. Vorzeitig die weiße Fahne zu hissen, kommt aber nicht in Frage. „Wir wissen, dass wir nicht mehr in der Landesliga spielen. Aber wir werden alles in die Waagschale werfen, um auch in der Verbandsliga zu bestehen – die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt“, gibt sich der 31-Jährige kämpferisch.

Die Saisonvorbereitung: Der HSG ist es so ergangen, wie vielen anderen Teams auch. „Wegen Verletzungen und Urlaub waren wir selten im Training mal komplett“, sagt Decker, der die Vorbereitungsphase insgesamt als „sehr holprig“ bezeichnet. In den Testspielen hätten sich Licht und Schatten abgewechselt, so der Trainer weiter., „aber die Ergebnisse sind schwierig einzuordnen.“

Das Personal: Kurz vor dem Saisonstart kann die HSG noch drei Neuzugänge präsentieren: Aus der „Konkursmasse“ des Dortmunder Traditionsvereins TuS Wellinghofen, der aus personellen Gründen schon vor dem Saisonstart seine erste Mannschaft aus der Bezirksliga zurückgezogen hat, kommen mit Till Meiser ein Rückraumspieler und Björn Stübe in die FBG-Halle. Auch Maximilian Kreul kommt kurzfristig vom Dortmunder Landesligisten von Borussia Höchsten.

Mit ihnen umfasst der HSG-Kader 15 Feldspieler, was bei näherem Hinsehen allerdings keine allzu dicke Personaldecke ist. Denn mit Sönke Braß und Max Schäfer gibt es zwei Spieler, die in Rumänien und Ungarn studieren und nur sporadisch zur Verfügung stehen. Zudem fällt der knieverletzte Dominik Yaltzis vorerst aus.

So dürfte es darauf hinauslaufen, dass Deckers Trainerkollege Nico Paukstadt häufiger das Trikot überstreifen muss, als er das eigentlich geplant hat. „Sagen wir es mal so: Nico wird sicherlich seine Einsatzzeiten bekommen“, sagt Decker – und Paukstadt selbst fügt mit einem Augenzwinkern hinzu: „Das Schöne ist, dass ich selbst entscheiden kann, ob ich spiele oder nicht.“

Die Trainer: Tim Decker (31) und Nico Paukstadt (32) sind in der vorigen Saison bei der HSG von der Spieler- in die Trainerrolle gewechselt. Nach nur einem Spiel war die Landesliga-Saison 2020/21 coronabedingt abgebrochen worden. Dieses eine Spiel haben die Schwerter seinerzeit gewonnen – Decker und Paukstadt können also von sich behaupten, als Trainergespann noch ungeschlagen zu sein – bei allem Respekt vor dem HSG-Team 2021/22: Das wird in den nächsten Wochen nicht so bleiben.

Über den Autor
Redaktion Schwerte
Als Schwerter Sportredakteur seit 2000 auf den Sportplätzen und in den Hallen unterwegs – nach dem Motto: Immer sportlich bleiben!
Zur Autorenseite
Michael Doetsch