Genau ein Jahr nach dem ersten und hoffentlich einzigen Oberliga-Lokalduell als Geisterspiel stehen sich am Sonntag der VV Schwerte und der SC Hennen zum Auftakt der Volleyball-Oberligasaison gegenüber. © Bernd Paulitschke
Volleyball-Oberliga

Pikante Konstellation zum Saisonstart – und eine Spielerin wird ihrem Team sehr fehlen

Wie das Volleyball-Leben so spielt: Wie die Oberliga-Saison vor dem Corona-Lockdown im Herbst 2020 aufgehört hat, so beginnt nun an diesem Sonntag die Spielzeit 2021/22.

Es war der 25. Oktober 2020 – fast auf den Tag ein Jahr ist es her, dass sich in der Alfred-Berg-Sporthalle die Oberliga-Teams des VV Schwerte und des SC Hennen gegenüberstanden. Es war das erste und hoffentlich auch einzige Oberliga-Derby, das als Geisterspiel vor leeren Rängen über die Bühne ging – Zuschauer waren damals coronabedingt nicht zugelassen.

Zugleich war das Lokalduell das letzte Spiel der Abbruch-Saison 2020/21. Und wie der Spielplan es will, steht das Aufeinandertreffen zwischen dem VVS und den „Zebras“ nun gleich zum Auftakt der neuen Saison auf dem Programm. Austragungsort ist erneut die Alfred-Berg-Sporthalle, wo am Sonntag ab 17 Uhr Spielbeginn ist.

Ein VVS-Mix aus Erfahrung und Jugend

Was hat sich im Vergleich zur Vorsaison getan bei den beiden Teams? Beide Trainer sind geblieben – Sabine Rott beim VVS und Christoph Schulte bei Hennen. Ein paar Veränderungen gibt es dagegen auf dem Spielersektor. „Bei uns sind einige Jugendspielerinnen in den Kader der ersten Damen nachgerückt, sodass wir einen Mix aus erfahrenen Spielerinnen und jungen Talenten haben“, erklärt Sabine Rott. Clara Wulff (Jahrgang 2007) ist von diesen Talenten das jüngste. Aber auch Lisa Kienitz, Hannah Kapsa und Hannah Mohr, die im Sommer sehr erfolgreich im Sand beim Beachvolleyball unterwegs waren, sind noch nicht volljährig.

Gemeinsam mit etablierten Spielerinnen wie Magdalena Stolz, Janina Schlosser (früher Mester) und der zur Kapitänin gewählten Lea Hagemeister soll sich eine schlagkräftige Einheit bilden. Und wo soll die Reise mit dieser Mannschaft tabellarisch hingehen? „Wir definieren uns nicht über Tabellenstände. Nach der langen Pause mit so vielen emotionalen Aufs und Abs wegen Corona geht es erst einmal darum, wieder reinzukommen und den Rhythmus aufzunehmen“, sagt die VVS-Trainerin.

„Eine der stärksten Mannschaften der Liga“

Nach Ansicht des Hennener Trainers Christoph Schulte wird mit den Schwerterinnen zu rechnen sein. „Ich halte den VV Schwerte für eine der stärksten Mannschaften der Liga“, sagt Schulte – eine Liga, die in dieser Saison aus nur sieben Mannschaften besteht. Denn als Konsequenz aus der lange ungewissen Corona-Situation hat der Westdeutsche Volleyballverband (WVV) eine dritte Oberliga-Staffel eingerichtet, um die Anzahl der Spiele für die Mannschaften zu verringern. Bisher gab es nur zwei Oberligen.

„Ich halte das für eine vernünftige Lösung“, sagt Christoph Schulte. Weil man nur zwölf Saisonspiele hat, gewinne aber jede einzelne Partie an Bedeutung, meint der Hennener Coach, der sich mit der Konstellation des Lokalduells zum Saisonstart nicht so richtig anfreunden kann. „Ich bin ganz ehrlich: Lieber hätte ich zum Auftakt gegen einen Gegner gespielt, der nicht so stark ist wie der VV Schwerte“, sagt Schulte.

Das Herzstück des Hennener Teams fehlt

Die gravierendste Veränderung im Hennener Kader ist der Abgang von Natascha Marks, die nach Dülmen gezogen ist und deshalb nicht mehr zur Verfügung steht. „Natascha war seit 15 Jahren unsere Kapitänin und das Herzstück des Teams. Natürlich wird sie uns fehlen. Aber wir werden versuchen, es als Mannschaft zu kompensieren“, sagt der Coach. Mit Janina Westebbe (zum Studium nach Berlin) steht eine weitere Spielerin der Vorsaison nicht mehr zur Verfügung.

Aber es gibt auch einen Neuzugang auf Hennener Seite: Steffi Zegarac ist vom VV Schwerte zum SC Hennen gewechselt und dürfte am Sonntag gegen ihren Ex-Verein mit einer Extraportion Motivation auflaufen. Aber auch bei allen anderen Beteiligten herrscht wohl schon Vorfreude auf das Lokalduell – ziemlich genau ein Jahr nach dem letzten Derby. Diesmal aber wieder mit Zuschauern, die unter Einhaltung der 3G-Regel in die Alfred-Berg-Sporthalle kommen dürfen.

Mit diesen Spielerinnen gehen die beiden heimischen Volleyball-Oberligisten in die neue Saison:

VV Schwerte: Magdalena Stolz, Lisa Kienitz, Alina Westerhoff, Felina Bönninger, Clara Wulff, Janina Schlosser, Sarah Müller, Hannah Mohr, Hannah Kapsa, Lea Hagemeister und Malin Laubner.

SC Hennen: Rahel Oefner, Kirstina Rabe, Anna Rosenbau, Steffi Zegarac, Elisabeth Becker, Kira Hartmann, Tanja Schulte, Lisa Düchting, Michaela Zimmerers, Joana Schmidt, Kira Stiepel und Victoria Drechsel.

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Michael Doetsch