In einem Hagener Kreisliga-A-Spiel gab es eine Rote Karte - und Rassismus-Vorwürfe gegen Zuschauer. © dpa/picture alliance
Fußball

Rassismus-Vorwürfe: Zuschauer des SC Berchum/Garenfeld stehen unter Verdacht

Der SC Berchum/Garenfeld stand bisher nicht im Verdacht, Platz für rassistisches Gedankengut zu bieten. Doch jetzt müssen sich die SC-Verantwortlichen mit derartigen Vorwürfen beschäftigen.

Seit vergangenem Sonntagabend stehe sein Handy kaum noch still, berichtet Stefan Wustlich. Als Sportlicher Leiter des SC Berchum/Garenfeld ist Wustlich mit den Vorwürfen konfrontiert, die nach dem Spiel der Hagener Fußball-Kreisliga A1 zwischen dem Hasper SV und der zweiten Mannschaft des SC Berchum/Garenfeld am 24. Oktober seitens der Hasper in Richtung des SC gerichtet worden sind.

Was soll passiert sein? In der Schlussphase der Partie, die Haspe mit 3:1 gewonnen hat, soll ein dunkelhäutiger Spieler der Gastgeber von Zuschauern rassistisch beleidigt worden sein. Der Spieler soll darauf mit beleidigenden Äußerungen gegenüber den Zuschauern reagiert haben. Der Schiedsrichter zeigte ihm daraufhin die Rote Karte und kündigte nach Spielschluss einen Sonderbericht an, wie die Westfalenpost Hagen berichtet.

SC Berchum/Garenfeld: Noch keine offizielle Stellungnahme

Seitens des SC Berchum/Garenfeld gibt es noch keine offizielle Stellungnahme zu den Vorfällen – warum nicht? „Wir sind noch dabei, das Ganze aufzuarbeiten. Es gebietet die Fairness, dass wir zuerst mit allen Beteiligten sprechen, um uns ein Bild zu machen. Derzeit ist die Faktenlage einfach noch nicht konkret genug“, sagt Wustlich, der selbst nicht vor Ort war.

Ein Statement des Vereins werde aber zeitnah erfolgen, versichert der Sportliche Leiter. Denn auf keinen Fall solle der Eindruck entstehen, als wolle der SC etwas unter den Teppich kehren.

Stefan Wustlich, Sportlicher Leiter des SC Berchum/Garenfeld. © Manuela Schwerte © Manuela Schwerte

„Das Gegenteil ist der Fall“, sagt Wustlich. Und weiter: „Ich hoffe, ich muss nicht extra betonen, dass wir uns als SC Berchum/Garenfeld von Rassismus in jeglicher Form distanzieren.“ Sollten sich die Hasper Vorwürfe bewahrheiten, „dann werden wir als Verein die nötigen Schritte einleiten“.

SC Berchum Garenfeld: „Rassistische und homophobe Beleidigungen“

Erst zwei Wochen vor dem Spiel in Haspe war die Berchum/Garenfelder Zweitvertretung auch schon an angeblichen Rassismus-Äußerungen beteiligt – damals aber als Adressat der Beleidigungen, was auch in den sozialen Medien nachzulesen ist. „Weite Teile des Spiels beim TSV Fichte Hagen waren geprägt von rassistischen und homophoben Beleidigungen. Sogar nach dem Verlassen der Anlage hat man die Anhänger des SC aufs Übelste beschimpft“, heißt es dort.

Über den Autor
Redaktion Schwerte
Als Schwerter Sportredakteur seit 2000 auf den Sportplätzen und in den Hallen unterwegs – nach dem Motto: Immer sportlich bleiben!
Zur Autorenseite
Michael Doetsch