Der Geisecker SV, hier mit Tommaso Loto im Testspiel gegen den TSC Eintracht Dortmund, muss in den nächsten Wochen auf einen Führungsspieler verzichten. © Nils Foltynowicz
Fußball

Rekordverdächtig: Geisecker kugelt sich zum vierten Mal in zwei Jahren die Schulter aus

Den Bezirksligisten Geisecker SV hat das Verletzungspech erwischt. Ein Spieler hat sich im Testspiel am Sonntag die Schulter ausgekugelt - und das nicht zum ersten Mal.

Es war ein eher harmloser Zweikampf im Testspiel zwischen dem Geisecker SV und SuS Volmarstein am vergangenen Sonntag am Geisecker Buschkampweg. Nur noch ein paar Minuten waren bis zum Halbzeitpfiff zu spielen – da passierte es.

Geiseckes Mittelfeldspieler Tim Ollerdissen (28) setzte zu einer Grätsche an – und die Folgen schildert Ollerdissen so: „Ich hab’ mich falsch abgestützt – und dann wusste ich sofort Bescheid.“ Die Schulter hat sich der Geisecker in dieser Szene ausgekugelt, in Begleitung des Mitspielers Julian Hüser ging es zum Einrenken ins Krankenhaus – keine allzu große Sache, zumindest nicht für Tim Ollerdissen.

Denn auch wenn es sich fast schon etwas makaber anhört: Der 28-Jährige hat eine gewisse Routine mit dieser Art der Verletzung. „Das war das vierte Mal in den letzten zwei Jahren – und jedes Mal die linke Schulter“, erzählt er.

Da war noch alles okay: Eine Woche vor seinem Missgeschick klatscht Tim Ollerdissen nach seiner Auswechslung im Spiel gegen den TSC Eintracht die Fans ab. © Nils Foltynowicz © Nils Foltynowicz

Erstmals passierte dem Geisecker dieses Missgeschick vor knapp zwei Jahren, Anfang September 2019, im Derby beim ETuS/DJK Schwerte. Dessen Physio Ronny Kosina legte damals in der Halbzeit der Partie noch Hand an, doch auch damals führte Ollerdissens Weg letztlich ins Krankenhaus. „Danach passierte es noch einmal im Skiurlaub und dann nochmal im letzten Jahr in der Saisonvorbereitung“, erzählt Tim Ollerdissen – und nun eben am vergangenen Sonntag.

Nun droht Tim Ollerdissen eine Operation

Von einem unglücklichen Zufall kann man bei dieser Häufung der Schulterverletzung wohl kaum noch sprechen. Die Bänder im Schultergelenk seien mittlerweile so ausgeleiert, dass er möglicherweise um eine Operation nicht herumkommt. „Aber natürlich nur, wenn es gar nicht anders geht“, sagt Ollerdissen, der sich zunächst noch das Ergebnis einer weiteren MRT-Untersuchung abwarten will.

Unwahrscheinlich ist es aber wohl nicht, dass die Verletzungspause diesmal länger andauert als die zwei bis Wochen, nach denen Ollerdissen bisher wieder am Ball war. Für Geiseckes Trainer Thomas Wotzlawski wäre der Ausfall des 28-Jährigen ein Schlag ins Kontor. „Tim ist ein Führungsspieler und ein positives Sprachrohr des Teams“, sagt Wotzlawski – auf solche Spielertypen verzichtet man als Trainer nur ungern.

Aber der Geisecker Coach wird sich mit diesem Gedanken wohl anfreunden müssen. „Pünktlich zum Saisonstart wieder fit zu sein – das wird eng“, meint der Spieler, der vor sechs Jahren von der zweiten Mannschaft des VfB Westhofen nach Geisecke gewechselt war. Auch am Buschkampweg spielte Ollerdissen zunächst in der Reserve. 2018 holte ihn Trainer Wotzlawski dann in die „Erste“, wo er sich Stück für Stück zu einem Leistungsträger entwickelt hat – umso bitterer für Trainer, Mannschaft und den Spieler selbst, dass er vorerst wohl nicht ins Geschehen eingreifen kann.

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Redaktion Schwerte
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Michael Doetsch