Routinier Michel Amaral (li.) wurde für den VfB Westhofen eine Viertelstunde vor Schluss eingewechselt. © Manuela Schwerte
Fußball-Kreisliga A

Routinier schießt für VfB Westhofen Tore am Fließband – auch ohne regelmäßiges Training

Mit fast 37 Jahren ist er der erfahrenste Spieler des VfB Westhofen. Doch Alter scheint keine Rolle zu spielen für den Mittelstürmer, der schon neun Saisontore geschossen hat.

Dieser Mann ist für den für den A-Liga-Tabellenführer VfB Westhofen Gold wert. Sagt jedenfalls sein Coach. Und der muss es schließlich wissen. Denn Lothar Huber hat in seiner Zeit als Profi und Trainer schon mit vielen Spielern gearbeitet.

Es geht um einen fast 37 Jahre alten Routinier, der im Sommer 2019 vom VfB Schwelm nach Westhofen wechselte und der in dieser Saison so richtig aufblüht. 29 Tore hat der VfB Westhofen in dieser Saison erzielt, allein neun gehen auf das Konto des Stürmers. Für den souveränen Kreisliga-Tabellenführer ist Michel Amaral ein Erfolgsgarant. Zuletzt traf der 1,87 Meter große Angreifer gleich doppelt beim 3:1-Sieg gegen den FC Hellweg Lütgendortmund.

Der Blick auf die lange Karriere von Michel Amaral ist eindrucksvoll. 1994 startete der Deutsch-Portugiese in der Jugend des Hasper SV. Da war Amaral zehn Jahre alt. Es folgten Stationen bei Schalke 04, RW Essen und MSV Duisburg. Bei den Senioren spielte er u.a. für Haspe, später für SSV Hagen, Fortuna Hagen, SF Oestrich, FC Iserlohn, SV Hohenlimburg und den SC Verl. Insgesamt kommt der 36-Jährige auf zehn Einsätze in der Regionalliga, 13 in der Westfalenliga und 31 in der Oberliga – das sagt alles über die Qualitäten.

Ein starkes Duo des VfB Westhofen. Giuseppe Restieri und Michel Amaral (re.). © Manuela Schwerte © Manuela Schwerte

Im Sommer folgte dann der Wechsel vom VfB Schwelm zum VfB Westhofen. „Er war schon vor meiner Zeit in Westhofen, hat aber nie wirklich an sich geglaubt. Ich habe ihm vor dieser Saison gesagt, dass 37 Jahre absolut kein Alter für die Kreisliga A sind. Das spielt in dieser Liga keine Rolle, wenn man so hoch gespielt hat wie Michel“, so Lothar Huber.

Überragende Technik, gutes Auge. Michel Amaral. © Manuela Schwerte l © Manuela Schwerte l

Seitdem läuft‘s. Zusammen mit Giuseppe Restieri steht er bei den Westhofenern ganz vorn in der Offensive, versteht sich aber auch glänzend mit den anderen Teamkollegen. „Ich habe zehn Mitspieler, die mich beim Toreschießen unterstützen“, sagt Amaral.

Wahrscheinlich würde es noch viel besser laufen für Michel Amaral, wäre da nicht sein berufliches Handicap. Aufgrund seiner Wechselschicht verpasst Amaral einmal im Monat für eine Woche das Mannschaftstraining. „Fußballerisch ist das kein großes Problem, eher in Sachen Fitness – gerade wegen des Alters“, sagt der Torjäger. Und sein Trainer Lothar Huber meint: „Das ist natürlich nicht optimal. Würde Michel nicht das Training verpassen, könnte er sicherlich auch in der Landesliga spielen.“

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Freier Mitarbeiter
Ein waschechter Dortmunder, Jahrgang 1957. Vor dem Journalismus lange Jahre Radprofi, danach fast 30 Jahre lang Redakteur bei Dortmunder Tageszeitungen, seit 2015 bei den Ruhr Nachrichten, natürlich im Sport.
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Peter Kehl