Lars Lehmann (3.v.li.), hier mit seinem Kreisschiedsrichterausschuss-Team 2019, sieht eine beunruhigende Entwicklung.
Fußball

Schiedsrichter-Mangel im Kreis Iserlohn – nicht mehr alle Spiele haben einen Referee

Der Trend, dass es weniger Schiedsrichter gibt, setzte schon vor Jahren ein. Im Kreis Iserlohn kann es nun bald sein, dass nicht mehr bei jedem Seniorenspiel ein Schiedsrichter pfeifen wird.

Über 170 Schiedsrichter hatte der Kreis Iserlohn mal, erzählt der Vorsitzende des Kreisschiedsrichter-Ausschusses Iserlohn, Lars Lehmann. Viele davon sind weg – um genau zu sein: über 40. „Wir haben jetzt um die 130 Schiedsrichter noch“, sagt Lars Lehmann.

Was das bedeutet? Einige Spiele im Kreis Iserlohn können in der kommenden Saison nicht mit einem Schiedsrichter besetzt werden.

Die Entwicklung sei in den vergangenen schleichend gewesen. Dass der Kreis immer weniger Schiedsrichter hat, sei nicht erst seit der Coronavirus-Pandemie so, erzählt Lehmann. „Das ist ein langfristiger Prozess, der seit fünf, sechs Jahren anhält“, sagt er.

Die Zahl der Abgänge halte sich dabei auf einem konstanten Niveau. Die Zugänge hätten aber abgenommen. „Diese Zahl ist in den vergangenen Jahren gesunken“, so Lehmann. „Jahr für Jahr wird es weniger, weil weniger kommen.“ Der Kreisverband habe gehofft, dass durch die lange Corona-Pause jetzt wieder mehr kommen.

Dazu habe er auch die Vereine angeschrieben, wollte Werbung machen. „Das wurde leider nicht so angenommen.“ Die Quintessenz sei, dass nicht mehr alle Spiele in den C-Kreisligen und der Frauen-Kreisliga-A mit Schiedsrichtern besetzt werden können. Man hoffe, dass das die Ausnahme bleibt und dass die Vereine auf die Situation reagieren.

Lehmann bietet den Vereinen an, zum Platz zu kommen, Infoveranstaltungen zu veranstalten. „Wir bieten das an, der erste Schritt muss aber von den Vereinen kommen.“ Für sich könne er sagen: „Schiedsrichter ist ein sehr, sehr vielfältiges Hobby. Ich habe viel gelernt, sowohl für die Schule als auch meinen Beruf später.“

Aber was passiert, wenn für ein Spiel kein Schiedsrichter angesetzt ist? „Die Vereine müssen sich dann einigen, wer pfeift“, erklärt Lehmann. Im besten Fall ist ein ausgebildeter Schiedsrichter als Zuschauer vor Ort. Im schlechtesten Fall muss ein Betreuer oder Zuschauer die Partie pfeifen. Was nicht funktioniert, ist nicht anzutreten. „Dann bekommen beide Teams das Spiel gegen sich gewertet.“

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Niklas Berkel

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