Zu Spielbeginn des Derbys auf dem Schützenhof gab es am vergangenen Sonntag eine Rauch-Fackel-Show. © Manuela Schwerte
Fußball

Schwerter Funktionär: Sonntagnachmittag als Spieltermin darf nicht in Stein gemeißelt sein

Wie kann ich es als Amateurfußballklub schaffen, wieder mehr Zuschauer auf den Sportplatz zu locken? Im Vorstand des VfL Schwerte macht man sich Gedanken.

Die Gleichung ist simpel: Je mehr Zuschauer zu den Spielen auf den Sportplatz kommen, desto interessanter wird man als Verein auch für potenzielle Sponsoren. In seiner Funktion als Wirtschaftsratsvorsitzender des VfL Schwerte sucht Bernd Arnhold nach Wegen, mit denen eine Steigerung in diesem Bereich zu erreichen ist.

Mit dem zurückliegenden Bezirksliga-Derby zwischen dem VfL und dem Geisecker SV am vergangenen Sonntag ist die VfL-Führung in dieser Richtung tätig geworden. Die Idee war, den Spieltag mit der Partie der A-Junioren am Sonntagmorgen, dem anschließenden C-Liga-Spiel der zweiten Mannschaft und besagtem Bezirksliga-Duell als abschließenden Höhepunkt als Gesamtpaket anzubieten.

Bernd Arnhold, Wirtschaftsratsvorsitzender des VfL Schwerte. © Bernd Paulitschke © Bernd Paulitschke

Mit Oktoberfeststimmung unter dem Tribünendach auf dem Schützenhof und einer spektakulären Rauch-Fackel-Show zu Spielbeginn erhielt der Spieltag einen gewissen Event-Charakter.

Positive Resonanz wirkt motivierend

Rückblickend ist Arnhold zufrieden. 453 Zuschauer habe man gezählt, so Arnhold. Schon 123 seien es am Morgen beim A-Junioren-Spiel gewesen. „Die Resonanz motiviert uns, weitere Überlegungen anzustellen, welche Aktionen begleitend zu dem eigentlichen Fußballspiel möglich und sinnvoll sind“, so Arnhold.

Der VfL-Funktionär sagt aber auch, „dass es sicherlich noch deutlich mehr Zuschauer gewesen wären, wenn wir das Derby auf den Freitag oder Samstag vorgezogen hätten.“ Einem entsprechenden Vorschlag des VfL hatten die Geisecker Verantwortlichen im Vorfeld abgelehnt. „Dafür gab es es Gründe, die es zu akzeptieren gilt“, sagt Bernd Arnhold.

Erst Amateurfußball, dann Champions League

Insgesamt aber wünsche er sich eine größere Flexibilität beim Thema Spielverlegungen. „Ein Lösungsansatz wäre, den festgelegten Spielplan ein wenig aufzuweichen und auf Kalenderwochen zu terminieren. Terminwunschänderungen sollten möglichst bereits vor der Saison abgestimmt werden“, sagt Arnhold und spinnt den Gedanken weiter: „Auch in der Woche könnten Spiele stattfinden. So wäre bei uns der totale Fußballtag möglich, wenn ein Champions-League-Spiel des BVB um 21 Uhr stattfindet und ein Spiel unserer Liga als Vorspiel umgesetzt wird, um dann im Anschluss gemeinsam mit den Fans das BVB-Spiel auf der Großbildleinwand zu sehen.“

Soll der Sonntagnachmittag als klassischer Amateurfußballtermin also ausgedient haben? So weit will Arnhold nicht gehen. Aber in Stein gemeißelt dürfe er auch nicht sein. „Sonntagnachmittags finden auch Veranstaltungen wie Kirmes, verkaufsoffene Sonntage, Ausstellungen, Schützenfestumzüge, stadtspezifische Feste und natürlich auch Fernsehfußballübertragungen statt“, erklärt Arnhold – Flexibilität ist das Zauberwort, mit dem er dieser Konkurrenzsituation begegnen will.

Es geht nur „in der Gemeinsamkeit der Vereine“

Dabei sei er sich bewusst, dass seine Überlegungen nicht ad hoc umgesetzt werden können und dass man nur „in der Gemeinsamkeit der Vereine“ etwas erreichen könne, sagt Arnhold – und würde sich freuen, wenn seine Überlegungen auch für die Verantwortlichen anderer Vereine ein Denkanstoß sind.

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Michael Doetsch